Dach mit Stroh dämmen

13.12.2006



Hallo Leute,

das neue Dach ist nun drauf und eine Atmungsaktive Untersparrenbahn haben wir nun auch. Diese ist nicht verklebt und ca. 20cm überlappend. Als nächstes steht das aufräumen des Dachraumes bevor und da liegen so ca. 21cbm
altes Stroh rum. Dieses wurde schon teilweise in ca. 20 cm Stücke gehächselt.(rest liegt in Bunden oder lose rum)

Nun wollte ich dieses Stroh zur Dämmung nehmen.

Der Dachaufbau ist wie folgt:

Tonziegel
Querlattung
Sparrenlattung
offene Unterbahn
Luft

Die Balken sind ca, 20cm dick.

Wenn ich das Stroh in einen Luftdickensack bekommen könnte und dieses vakumisiere, dann könnte ich den einfach zwischen die Sparren setzen. Innen eine Querlattung dran bringen. Dann könnte ich wieder Luft in den Sack lassen und
dieser dehnt sich gleichmässig zwischen den Sparren aus.

ODER

ich bringen hinter der Unterbahn noch eine Verschallung (Geht auch eine Dampfressfolie ???) an
und unter den Sparren kommt eine Verschalung und dazwischen Stopfe ich das Stroh.

Egal wie, wo sollte ich die Luft zirgulieren lassen ?
Wäre es besser Kalk oder so dazwischen zu mischen ?

grüße und danke

thomas
Macht es sinn



Dachdämmung



Grundsätzlich ist es möglich, mit Stroh als Bestandteil von Dämmungen zu arbeiten. Ich würde allerdings davon abraten, als Laie selber Dämmvarianten zu entwickeln und einzusetzen. So sind z. B. Brandschutzbestimmungen der jeweiligen Landesbauordungnen zu beachten, Bauprodukte und Bauarten müssen nach den jeweiligen Vorschriften zugelassen sein.
Mag sein, das für Sie als Selbstbauer und Selbstnutzer das keine Rolle spielt. Spätestens, wenn sie das Haus verkaufen oder irgendetwas passiert, z.B.Brand- oder Sturmschaden, kriegen Sie finanzielle Probleme mit dem Käufer oder der Versicherung.
Für das Stroh finden Sie bei der weiteren Sanierung in Verbindung mit Lehm sicher noch genügend Möglichkeiten der Verwendung.

Gruß

Georg



Herr Böttcher hat recht



Stroh ist als Dämmstoff in dieser Form nicht zugelassen und entspricht mit Sicherheit nicht den erforderlichen Brandschutzbestimmungen. Außerdem ist der Wärmeschutz einer solchen Konstruktion nicht nachweisbar. Einen solchen Nachweis müssen sie aber erbringen.



Merkwürdig



Hallo,

und warum gibt es schon mehrere Systemlösungen mit Stroh ?
Im Nachbarland natürlich !

h**p://www.architektur-online.com/archiv/Heft0204/Stroh/Stroh.html



Prüfergebnisse

Wärmeleitfähigkeit: lD (23/50) = 0.046

Brandverhalten: B2

Strömungswiderstand: 0.43 kPa s/m2

Wasseraufnahme: 5 kg/m2 –

Setzung im Bauteil: maximal 2,3%

Resistenz gegen biologische Einwirkungen:

Klasse 3



Notwendige Qualität der Strohballen

Größe der Strohballen

Länge: 60 bis 90 cm, Breite: 46–50 cm, Höhe: 36–40 cm

Rohdichte: 80 kg/m3 bis 90 kg/m3

Feuchtegehalt des Strohs: < 15%

Unkrautbesatz: < 0,5 gew. %

Restkornanteil: < 0,4 gew. %

Grüße

Thomas



Tja,



so ist das leider. Was im Nachbarland erlaubt ist, gilt nicht automatisch auch bei uns. Aber vielleicht war das in Österreich auch ein besonders betreutes Projekt. Diese gibt es natürlich auch bei uns, sowohl in Holzrahmenkonstruktionen, wie auch als tragende Konstruktion. Will man in dieser Form bauen, muss man sich halt bei den Baubehörden Einzelgenehmigungen einholen.

Genauere Informationen sind sicherlich über die örtlichen Baubehörden, über die zuständigen Ministerien, wie auch über das Institut für Baubiologie in Neubeuern zu bekommen (www.baubiologie.de). Wer allerdings so bauen will, muss etwas Geduld, Muße und Engagement mitbringen, um die eigenen Vorstellungen dann in die Tat umzusetzen.



Dämmen mit Stroh



Lieber Thomas,
ich habe nicht behauptet, das man mit Stroh nicht dämmen kann. Ich habe Dir nur empfohlen, nicht selber ein neues Dämmsystem zu entwickeln und an Deinem Dach auszuprobieren. Ich traue mir so etwas nicht zu. Es gehört schon eine Menge Blauäugigkeit dazu, einen Artikel über einen Feldversuch zu lesen und das dann selbst nachempfinden zu wollen. Etwas Anderes wäre es, wenn du dir das Dämmsystem von der dort tätigen Firma bei Dir einbauen lässt. Das setzt natürlich voraus, das die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Mit Deiner Gebäudeversicherung mußt du dann auch noch verhandeln...

Gruß Georg