Natursteinplatten beschädigt durch Streusalz

16.03.2010


Hallo zusammen,

Zurzeit sind viele Gehwegplatten etc. nach Einsatz von Streusalz beschädigt.

Wie genau entsteht ein Schaden bei einer Natursteinplatte nach einem Streusalzeinsatz?

Da Lösungen einen geringeren Schmelzpunkt als Eis haben, taut die bestreute Fläche langsam auf.
Die salzhaltige Lösung dringt in den Stein ein. Das Wasser verdunstet, das Salz bleibt zurück und kristallisiert. Dadurch entsteht ein Druck, der die Oberfläche der Platte beschädigt.

Ist das soweit richtig beschrieben?
Wenn ja, warum setzt der Kristallisationsprozess ein?

Vielen Dank für Infos,
Gruß
--
Blumenschein





Hallo Blumenschein,

eigentlich hast Du den Prozess so beschrieben, dass die Antwort bereits enthalten ist.

Die salzhaltige Lösung ist vor allem übersättigt. Nach dem Verdunsten des Wasser tritt die Kristallisation wie folgt ein:
Die zuvor in Lösung befindlichen Moleküle ordnen sich in einer stofflich spezifischen aber regelmäßigen Form an (z.B. Schwefel-, Salzkristalle, Schneeflocke, etc). Wenn diese Form mehr Platz benötigt als im Material vorhanden entsteht der Kristallisationsdruck.

Wenn der Salzgehalt nicht ausreicht um den ausrechenden Druck zu erzeugen kann sich auch der Salzgehalt über mehrere Perioden anreichern.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Die Frage ist nur, ob die Schäden tatsächlich den Salzen oder doch eher dem Frost geschuldet sind.

Grüße aus Schönebeck



Streusaz



Hallo,

Wenn ich jemanden verhaften will, kann ich mich nicht bei Väterchen Frost melden, sondern muß den Bürger zum Schadenersatz heranziehen, der gegen die Satzung seiner Gemeinde Streusalz gestreut hat.
Kann also teuer werden !

Grüße vom Niederrhein



Ist das nicht eher...



...eine theoretische Diskussion? Frostschäden gibt es doch wohl jedes Jahr. Und von den Krümelein, die da wegfrieren, geht die Platte nicht kaputt.

Ein geeignetes Material sollte sowenig Wasser (bzw. Salzlösung) aufnehmen, das solche Phänomene wie Kristallisationsdruck vernachlässigbar sind.

In Dresden sind Granitplatten gebräuchlich, die liegen nun schon seit mehr als 100 Jahren. Da es ja auch Zeiten gab, wo der Bürger salzen durfte (Heute schmeißt die Kommune Salz auf die Straße, verdonnert den Bürger, städtisches Terrain -den Fußweg- von 7-22 Uhr schnee-und eisfrei zu halten, und verbietet ihm, was sie selber macht) ist festzustellen, daß die Oberfläche der Platten nach wie vor ok ist, ohne störende Salzschäden.

Grüße

Thomas



Anröchter Natursteinplatten



Hallo,

eignet sich Anröchter Natursteinplatten als Außenbelag?

Gruß
--
Blumenschein





Hallo Blumenschein,

der Anroechter ist ein Kalkgestein, ein Kalksandstein. Diesen würde ich als einiges empfindlicher einstufen als beispielsweise der zuvor benannte Granit o.ä.

Im Außenbereich sind inzwischen oft Quarzite vorzufinden, da einige Sorten nahezu kein Wasser aufnehmen können.

Quarzite gelten (je nach Sorte) als frostunempfindlich, witterungsresistent und gegen Streusalz unempfindlich. Beispiele wären der Alta oder der Walliser Quarzit. Das ist natürlich alles Geschmackssache.

Anroechter Dolomitstein schreibt übrigens zu dem Thema: "Im Winter darf zur Entfernung von Eis und Schnee kein Streusalz verwendet werden."

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Kalkstein im Außenbereich



Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Ich habe gerade mit Vertretern der Anröchter-Stone-Group gesprochen.

Tatsächlich ist die Verwendung des Steins im Außenbereich problematisch. Bei Kauf wird man wohl darauf hingewiesen, dass Salz nicht gestreut werden darf.
Bekanntermaßen streuen die Kommunen bei Glateisgefährdung Auftausalz. Dieses kann dann über das Schuhwerk etc. auf die Oberflächen des Kalksteins transportiert werden und entsprechenden Schaden anrichten.

Man kann den Sandstein außen zwar einsetzen, ist dann aber bestimmten Risiken ausgesetzt, die es bei der Planung zu berücksichtigen gilt.

Gruß
--
Blumenschein