Dämmstreifen

20.04.2010



Wollte mal fragen, ob jemand von euch schon einmal PE-Randdämmstreifen (in meinem Fall 3mm) als Dämmung unter Lagerhölzern angebracht hat? Ich habe beim Neuaufbau meiner Holzbalkendecke versuchsweise einige Lagerhölzer (5x8cm) mit solchen Streifen unterlegt, habe aber das Gefühl, das die Konstruktion zu elastisch ist. Wird diese Schwankung des Bodens durch das Gewicht des restlichen Aufbaus (Rauhspund + OSB + Laminat) letztlich verschwinden, oder sollte ich besser 2mm Rollkork nehmen?

Grüße



Moin Felix,



ich hab versucht bei mir diverse Unebenheiten unterm Fertigparkett mit 3mm PE-Unterlage zu beheben - da federts jetzt beim gehen.

Macht also keinen Sinn.

Was wolltest du damit erreichen?

Gruss, Boris



Der



Dämmstreifen macht Sinn, gerade unter den Lagerhölzern. Wir arbeiten/ empfehlen aber für diesen Fall Streifen aus Naturfasern, z.B. Hanfdämmstreifen.

Grüße



Pe-Randdämmstreifen...



... würde ich nicht als Unterlage für Lagerhölzer nehmen.

Dafür sind die einfach nicht ausgelegt und wenn Du Pech hast, sind die nach ein paar Jahren platt.

In dem Fall würde ich den Rollkork vorziehen. Noch besser wäre wohl eine Holzdämmplatte oder ein Filz.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Naturfasern



Ich hab's mir eigentlich gedacht, daß das nicht so eine gute Idee ist. Aber alles andere schien mir entweder zu teuer oder zu schwer erhältlich. Weiß jemand von euch, wo ich am besten Hanfdämmstreifen herbekomme? Oder welchen Filz nimmt man da?

Im übrigen versuche ich die Lagerhölzer zu entkoppeln. Macht das auch dann noch Sinn, wenn man über dem Blindboden noch eine schwimmende Lage OSB oder Trockenestrichelemente verlegt?

Grüße aus einem sonnigen Wien





Hallo Felix,

wir verwenden gewöhnlich Kokos- oder Filzstreifen; der PE-Streifen hat hier nichts verloren, PE unter Fertigparkett ist ebenso unsinnig.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Wie sieht es



mit Kork-Rollenware aus, wie sie als Trittschalldämmung für schwimmende Böden verkauft wird? Die ist sehr leicht zu bekommen (wo wir unsere her haben kann ich auf Wunsch per persönlicher Mail bekanntgeben) und vermutlich auch simpel in passende Streifen zu schneiden. Für brauchbare Wirkung würde ich aber zu mindestens 2 Lagen davon tendieren.

Das ewige Problem "Und wo kriag i des nochand her?!?" kenne ich leider zur Genüge. Mit Glück erreicht man etwas wenn man stundenlang am Telefon hängt, mit Pech findet man hunderte Quellen in Deutschland und null in Österreich (vielleicht noch eine in Tirol oder Vorarlberg), natürlich vor allem bei Materialien die aufgrund ihres Gewichts für Versand denkbar ungeeignet sind. Beispiel: Lehm-Hobelspan-Dämmung scheint es in Österreich nicht zu geben. Lehmschüttung hat jeder Naturbaustoffhändler, mehr nicht. Niemand. Genauso hat mich die Suche nach Abbeizmitteln auf Mais- oder Sojabasis einige Schuhsohlen gekostet, ohne Ergebnis. In Deutschland ja, aber hier nicht. Nein bestellen geht auch nicht, es sei denn ich würde gleich mindestens 6 Packungen nehmen, und vielleicht nicht einmal dann.

Quester könnte eventuell ein Tip sein, aber ich fürchte die führen auch nur das Zeug von Natur & Lehm, die haben so etwas auch nicht.



Aus dem Land der Häuslbauer



Meinen innigsten Dank an die Kellergassenkatze! Da ist's mir gleich leichter um mein schweres Wiener Herz. Ich dachte schon, mit mir stimmt etwas nicht. Wenn man sich in Österreich wie ein Fremdkörper fühlen möchte, braucht man nur nach natürlichen Baustoffen suchen. Oder im Holzfachhandel nach einer geeigneten Lösung für einen Fußbodenaufbau fragen. Fußboden - schon mal gehört? Das ist das, wo man draufsteht. Krieg ich bei Ihnen vielleicht Holz? Aber nur, wenn's sein muß! Von 24mm Rauhspund ganz zu schweigen. In Österreich in dieser Dicke inexistent. 22mm OSB? Noch nicht erfunden. 12mm dagegen - kein Problem. Da schnitz ich mir dann Eiswaffeln draus (denn OSB ist sowieso nicht für Böden geeignet - quasi Baustellendekor). Und reden wir erst gar nicht von Baumärkten! Rieselschutzpapier - ein Fremdwort. Auch Trockenestrichelemente bekommt man grundsätzlich nur ohne Dämmaterial, und dann reicht die Mindestbestellmenge, um das Schloß Schönbrunn zu renovieren.

So, das mußte mal sein...

Aber zwei Lagen Kork hört sich vernünftig an. Ist halt eine Fitzelei. Wie schaut es mit Filz aus? So eine schöne Rolle Dämmstreifen wär doch was!

Mit allerbesten Grüßen aus Währing (ein Bezirk in der Einöde mit dem Stephansdom)

P.S.: Beim Ö-Bau Fetter in der Sandleitengasse gibt's Rollkork. Halleluja!





Hallo Felix,

mit dem Halleluja wäre ich nicht ganz so schnell. Der übliche Rollenkork ist kunstharzgebunden (Polyurethane). Während bei Filz- , Hanf-, Flachs- und Kokosmaterialien ein Feuchteausgleich stattfinden kann ist dieser beim Rollenkork doch sehr eingeschränkt.
Beobachtet habe ich auch, dass als Trittschalldämmung ausgelegter Rollenkork nach einigen Jahren versprödet und beim Versuch des erneuten Zusammenrollens zerbröselt.

Info´s gibt es bestimmt bei

http://www.waermedaemmstoffe.com/htm/kokos.htm

www.eco-werk.de

http://www.bausep.de/Oekobaustoffe/Hanfdaemmung/Hanfland-Hanffilz-Hanffilzstreifen-100-mm-breit::207207.html

Letzterer versendet auch nach Österreich.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hanffilzstreifen



Hallo Christoph!

Vielen Dank für die Links. Ich denke, da werde ich wohl die Hanffilzstreifen bestellen. Welche Dicke empfiehlt sich bei 7m²? Die 12 Lagerhölzer sind übrigens 1,50m lang und liegen in einem Abstand von ca. 35cm. Es gibt 3mm, 5mm und 10mm dicke Streifen zur Auswahl.

Grüße



Also langsam



wird mir das unheimlich - noch ein Währinger? Innerwähring, Weinhaus, Gersthof oder Pötzleinsdorf?

Ich habe nicht nur mit ökologischen Baustoffen meine Schwierigkeiten... in Wirklichkeit gibt es für Private kaum einen sinnvoll zugänglichen Baustoffhandel. Auf der einen Seite gibt es die großen Baumarktketten (Baumax, Bauhaus, Obi, Hornbach), andererseits noch Quester und Öbau, die am ehesten an richtigen Baustoffhandel herankommen, obwohl zumindest Öbau Fetter in Wien mittlerweile von Hagebau geschluckt wurde (die Firma selbst nennt das in der Werbung "Hochzeit").

Materialien, die es in den genannten Geschäften nicht gibt, sind dann schon kaum mehr zu beziehen. Vabiflor (Schlacke-Schüttung) hat mein Vater mit viel Telefonieren und Überzeugungskraft direkt im Großhandel erworben (und wir haben sowieso eine ganze Palette gebraucht, an der Menge sollte es also nicht scheitern), irgendwo am Ende der Welt hinter dem Rinterzelt.

Hanfdämmstreifen kann man ja noch verschicken lassen, aber bei größeren und schwereren Baustoffen wird es wohl auf Lieferung per LKW hinauslaufen und das dürfte für Privatabnehmer die Sache ziemlich uninteressant machen. Wenn das mit dem Bestellen klappt wäre ich übrigens sehr interessiert!

Wenn nicht, verbraten wir erst einmal die Reste Kork, die uns vor 5 Jahren beim Verlegen eines Fertigparketts übergeblieben sind (beim Umbau einer Küche ergab sich das Problem, daß wir einen Holzboden wollten, ohne den originalen Terrazzo zu entfernen, wobei der Terrazzo ohnehin schon etwas höher lag als der Parkettboden im angrenzenden Raum, daher die Aufbauhöhe extrem begrenzt war).



Bausep



scheint im Moment die beste Möglichkeit zu sein, zumindest leichte Baustoffe relativ günstig zu bekommen. Bei der Bestellung muß man lediglich darauf hinweisen, daß man nicht in Deutschland wohnt, da das Land nicht auswählbar ist.

Welche Dicke soll ich denn nun nehmen? 5mm? Unterfüttert ist ja schon alles schön, ich brauch also nur noch was zum entkoppeln. Reichen da auch 3mm? Was gibt es da zu beachten?

Wer ist denn noch ansässig in unserem schönen grünen Bezirk? Bin übrigens ein frisch zugezogener Innenwähringer.

Beste Grüße



Also



mein Bauchgefühl meint schon, daß man 5mm nehmen sollte. Unsere lieben Nachbarn haben in der Küche auf Terrazzo Laminat mit "normaler" 3mm-PE-Trittschalldämmung verlegt, und jedesmal wenn dort oben jemand geht glauben wir, die hätten dort oben eine Bowlingbahn. Wird sicher durch die harte Oberfläche des Laminats noch verstärkt, aber ich denke die Trittschalldämmung trägt auch ihren Teil bei.

Hat eigentlich schon einmal jemand sein Glück bei der Firma Quester in punkto Bioobaustoffe versucht?

Für Farben und dergleichen bietet sich übrigens in unserer Gegend die Fa. Biomilan (oder wie auch immer die inzwischen heißt) am äußeren Währingergürtel (im ersten Häuserblock von der Schulgasse aus Richtung Michelbeuern) an, die vertreiben v.a. Auro-Produkte. Wir haben dort auch unsere EInscheibenmaschine für die Fußböden ausgeliehen.

Übrigens - Baumax hat soweit ich mich erinnern kan 20 und 25mm OSB!
Und wieso ist OSB nicht als Boden geeignet?





Hallo Felix,

bei vollflächiger Auflage sollten die 3mm ausreichen. Leider hast Du den genauen neuen Deckenaufbau nicht beschrieben.

- Liegen die alten Dielen noch und die Konstruktion kommt oben drauf?
- Sind die Dielen runter und Du hast auf den Balken direkt aufgesetzt?
- Was befindet sich zwischen den Balken und auh zwischen den Lagerhölzern in Zukunft?
- Weshalb noch OSB auf die Rauspundbretter?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



In der ursprünglichen Diskussion



kam glaube ich raus, daß auf den Balken noch rohe 25mm-Fichtenbretter sind, der sog. Sturzboden, auf dem ursprünglich die Schüttung lag und auf der Schüttung schwimmend mit Lagerhölzern der Dielen- oder Parkettboden.

Nachtrag: zwischen den Balken befindet sich normalerweise gar nichts, außer Luft und etwas gegebenenfalls durch Spalten im Sturzboden hinuntergerieselte Schüttung.

Die OSB-Platten sind eventuell als Höhenausgleich gedacht könnte ich mir vorstellen, die alte Schüttung wird nicht ganz dünn gewesen sein. Die wurde z.B. auch verwendet, um Höhenunterschiede auszugleichen - in kleineren Räumen, also mit geringer Spannweite, wurden erheblich kleinere Balken verwendet, die nach der Unterkante ausgerichtet wurden, die bis zu 15cm Höhenunterschied (in den großen Zimmern mit 5,5m Spannweite sind hier Balken 10x33cm, in den kleineren Zimmern 10x15cm) wurden mit der Schüttung ausgeglichen. Es gibt bei uns Fotos vom Vorzimmer mit wegen Sturzbodenreparatur ausgeräumter Schüttung, da hat ein (nicht gerade kleiner) Erwachsener einen Türbeschlag auf Kopfhöhe ;-)

Frage an Felix... muß es wirklich Laminat sein? Gibt doch Fertigparkett, Linoleum-Klickparkett usw. Alles schöner, gesünder und vermutlich auch haltbarer als Hartfaserplatten mit einem plastifizierten Foto einer Holzoberfläche als Deckschicht. Von Massivholz in der Küche wäre ich auch nicht so absolut begeistert, das verstehe ich, aber Laminat... naja.



Bodenaufbau



Ich bin auf den Bodenaufbau nicht näher eingegangen, weil ich ihn schon in anderen Beiträgen beschrieben habe. Aber hier der aktuelle Plan von unten nach oben:

- Stützbalken (16x20cm)
- Sturzboden (2,5cm)
- Hanffilzstreifen
- Lagerhölzer (5x8cm)
- dazwischen alter Bauschutt
- Rauhspund
- doppelt OSB
- wasserfester Laminat

Da werden jetzt einige wieder die Nase rümpfen, aber die Planung hat nun einmal ihre eigene Geschichte. Ursprünglich wollte ich Trockenestrichelemente verfliesen, doch das schien mir irgendwann zu teuer und unsicher. Da hatte ich aber schon den Rauhspund, dem ich OSB, weil ich mit natürlichen Baustoffen arbeiten wollte, den Vorzug gegeben hatte. Die schwimmende Doppellage OSB käme jetzt einfach zur zusätzlichen Schalldämmung, die dringendst notwendig ist, dazu. Der Laminat ist ein fehlerfreies Auslaufmodell von Witex um 20€/m². Linoleum-Klickboden von Tilo, mein Wunschkandidat, kostet um die 45€/m² und ist nicht dezidiert wasserfest.

Wenn jemand eine zündende Idee hat, wie ich diesen Aufbau verbessern kann, bin ich mehr als dankbar!

Grüße



Alter Bauschutt



ist die ursprüngliche Schüttung, oder?

Dazu sollte man für die Nicht-Österreicher wohl anmerken, daß es sich dabei um eine Mischung aus sogenanntem Türkenschanzsand (lehmiger, sehr feinkörniger Sand der ungefähr 300m von hier abgebaut wurde (in den Schreiberschen Sandgruben, dort wo heute der Türkenschanzpark ist) und universell als Mauermörtel und Putz eingesetzt. Läßt sich mit den Füßen im Gegensatz zu Sand sehr kompakt festtreten und eignet sich daher für die hier üblichen schwimmenden Holzböden auf Lagerhölzern, die nur in die Schüttung gelegt werden), gemischt mit Ziegelbrocken bis zu halben Ziegeln, Glassplittern (überwiegend zerbrochene Flaschen), Kleineisen, Zeitungsfetzen, alten Straßenbahnfahrscheinen (mit Fahrpreis in Heller), Dichtungshanf, Fetzen von Arbeitskleidung, alten Schuhen, Maiskolben, Tierknochen und nicht zuletzt unzähligen abgebrannten (und nicht abgebrannten) Zündhölzern - bis jetzt schon in 3 Häusern solche gefunden, rosa Holz mit gelben Köpfen. Ich vermute das Zeug stammte teilweise von Abrissen, teils vom Bau des Hauses und bevor der Tischler mit den Böden kam wurde alles drin versenkt was über war.

Das oberflächlich auf Artefakte zu durchsuchen macht Spaß - wir haben Zeitungsfetzen gefunden die belegen, daß unser Haus erst kurz nach Beginn des 1. Weltkriegs fertig wurde, da ging es u.a. um eine der Spionage für Rußland überführte Adelige, die zunächst freigelassen, aber "mit Rücksicht auf die Kriegslage" gleich wieder festgesetzt wurde.



Großartige Analyse!



Das nächste Mal im Türkenschanzpark werde ich andächtig innehalten. Zum Glück habe ich nie daran gezweifelt, daß die alte Schüttung ihren Zweck weiterhin gut erfüllen wird.

Andere Frage: Was soll ich denn zwischen Rauhspund und OSB legen? Kork?



Eco-Werk



liefert übrigens auch nach Österreich. Hab da jetzt 14mm Kokosstreifen entdeckt. Kann man eigentlich prinzipiell sagen, je dicker der Dämmstreifen, desto besser der Trittschallschutz? Oder kommt es da auf die Raumgröße an? Bringen Hanf und Kokos bei selber Dicke eigentlich die selben Ergebnisse?

Grüße



Kokos ist meistend...



...10 mm dick!
Ausreichend!
Hätten wir Ihnen aber auch als Streckengeschäft liefern können.
Alle weiteren baubiologischen Materialberatungen können wir Ihnen sicherlich mit wenig Aufwand auch telefonisch anbieten.
Einfach mal trauen sage ich jetzt.

Schon ein gutes WE wünschend,

Grüße aus dem D-Bereich,

Udo Mühle



Hanf oder Kokos?



Danke für Ihr Angebot, Herr Mühle. Gibt's da wesentliche Unterschiede zwischen Hanf und Kokos? Haben da zwei gleich dicke Streifen den selben Dämmwert? Im Moment tendiere ich zu 5mm Hanffilz. Wenn's was hilft, nehm ich auch gern 10mm. Hab noch nicht verstanden, wann welche Dicke zu bevorzugen ist. Immerhin denk ich mir, daß 10mm wesentlich mehr nachgeben. Oder irre ich mich da?

Grüße



Kokos ist...



...wesentlich fester!!!
Und dazu noch verrottungsfester!
Unser Zimmerleute bevorzugen immer mehr den Kokos und setzen ihn für sämtliche Bauteilauflagen und -einbindungen ein.
Ganz einfach mal durchklingeln, dann schwatzen wir mal darüber!
035936-45398

Netten Gruß noch