Neu verlegte Eichendielen knarren bei fast jedem Schritt

29.01.2012



Hallo Fachwerker,
ich habe glaube ich die meisten Beiträge zu diesem Thema (s.o.)gelesen und dürfte demnach kein Knarzen unserer neuen Eichendielen hören - tu ich aber.

Also unser Untergeschoss wird neu ausgebaut.
Heute wurde der erste Raum zur Hälfte mit Eichendielen 20mm belegt und diese knarren viel bzw. stark.

Aufbau
Auf der erdberührenden Betongrundplatte wurde eine Bitumenbahn gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschweißt.

Darauf liegen KVH-Lagerhölzer (8X10).
Die Lagerhölzer wurden im Abstand von 30-40 cm mit Holzplättchen unterfüttert.

Abstand der Lagerhölzer (Mitte-Mitte) beträgt ca. 45 cm
Zwischen den Hölzern liegt die Dämmung

Auf die Lagerhölzer wurde ein Entkopplungsstreifen wie er für Trockenbau-Ständerwerk verwendet wird (Schaum) aufgeklebt.

Darauf wurden die Eichenholzdielen 20 mm stark, umlaufen Nut und Feder mit Dielenschrauben (4,2X55)durch die Feder (vorgebohrt) verschraubt.

Die Dielen wurden Freitagmorgen geliefert und dann in dem Raum ausgelegt (damit sie schnell aklimatisieren). Und Samstagmorgen hab ich mit dem Einbau begonnen.

Bisher dachte ich lockere Schrauben oder Nägel wären für das Knarren der Grund, aber die sind bestimmt nicht locker.
Also wo liegt der Fehler?

Hätte ich keinen Streifen auf die Lagerhölzer Kleben dürfen, hat jemand damit Erfahrung?

Vielen Dank fürs Mitsuchen,
Tom





Hallo Tom,

ich bin selber noch sehr neu hier, und kenne mich noch nicht sooo toll aus.
Allerdings bin ich selbst in Altbauten groß geworden, und da bestehen die Böden zumeist aus Holz.
Von daher weiß ich:
Holzböden knarren nunmal !
Unser Boden im Wohnzimmer hat auch diese Eigenschaft, und es ist tatsächlich unmöglich ihn zu überqueren, ohne ein Geräusch zu verursachen.
Ich glaube, sowas ist zuerst nur störend, wenn man es nicht gewohnt ist.
Doch bald achtet man gar nicht mehr darauf.

Mein Vater (Jahrgang 1931) erzählte mir, daß man bei ihm zu Hause die Böden die zu sehr knarrten, von Zeit zu Zeit mit Talkumpuder bestreute, und dies in die Ritzen einkehrte.
Das soll angeblich Besserung gebracht haben.

Du hast den Boden ja auch noch nicht ruhen lassen oder ihn "veredelt" (wachsen, ölen).

Ich hätte die Dielen zuerst nur provisorisch befestigt, damit das Holz noch arbeiten und sich setzen kann.
Zuviel Steifigkeit kann die Geräuschbildung noch verschlimmern.

So, das sind jetzt meine Erfahrungen.
Bin gespannt was noch folgt

Grüsse
scaly



Die Streifen



auf den Lagerhölzern sind die Ursache.

Das Knarren entsteht durch die Reibung der Schrauben mit dem Holz.

Also alles rückbauen und neu verlegen.

Viele Grüße



Eigene Erfahrung



also ich habe vor 4Jahren 60qm Buche (fallende längen) und nochmal 60 qm Fichte verlegt und geölt 2x Grundieröl und dann Hartöl als Endbelag . Unterkonstruktion waren Rauspuntdielen/OSB-Platten je nach Untergrundbeschaffenheit.
Buche vorgebohrt Fichte nicht. Es wäre in manchen bereichen günstiger gewesen, auf Kanthölzern direkt zu verlegen, ging aber nicht immer deshalb alles gleichmäßig unterbaut. Aber das Ergebnis ist tadellos. Kein Knarzen oder knacken.

Wir hatten unsere Hölzer ca 14 Tage aklimatisieren lassen.
Die gedämpfte Buche arbeitet nicht (merklich) das Nadelholz schon mehr.

Ich würde persönlich kein knarzen akzeptieren, aber das muss jeder für sich entscheiden. Der Aufwand ist groß wieder alles zu ändern aber du ärgerst dich nicht dein Leben lang

Grüße

Daniel



Da hat...



...der Gerhard recht. Die Streifen sind nicht nur funktionslos, sondern auch mit Sicherheit für das Knarzen verantwortlich.

Weiterer Tip: Versuche, mit den Querstößen nahe an oder noch besser auf die Lagerhölzer zu kommen.

Besser wäre eine OSB 18 oder 22 als Verlegeebene, aber das ist jetzt ja wohl nicht mehr drin?

Grüße

Thomas



Tatsächlich die Entkopplungsstreifen



Danke für die schnellen Antworten!

Ihr habt recht :-)

Ich hatte mir gestern noch ein paar handliche Stücke zugeschnitten und auf einem Balkenstück einmal mit und einmal ohne diesen Entkopplungsstreifen gespaxt.

Betrachtet man die beiden Muster von der Seite sieht man deutlich, dass die ca. 3 mm des Schaumstreifens nur "unwesentlich" durch die verschraubten Dielen kompremiert werden (so auf 2-2,5mm), also noch viel Raum für die ungewollte Bewegung bleibt.

Weiter lassen sich die Dielen m.E. nicht herunter zwingen, da dann wahrscheinlich die Feder abreißen würde.

Bei den direkt aufgeschraubten Dielen gibts natürlich keine Bewegung.

Also alles wieder Rückbauen, Streifen runter, neue belegen.

Der Witz daran ist, dass wir durch unseren Holzfachhändler überhaupt erst auf diesen Streifen gekommen sind. Das der nicht entkoppeln kann war mir schon klar, aber er sollte UND JETZT AUFPASSEN "...das Knarre zwischen den Dielen und den Lagerhölzern unterbinden..." und das schien mir auch ganz einleuchtend - hab eben nicht damit gerechnet, dass so viel Spiel bleibt - da wäre eine Folie sicher der bessere Weg gewesen.

Da zeigt sich wieder das das Ausprobieren eine eine sichere und leider auch Mühevolle Lehrmethode ist und warum der erfahrene Handwerker i.d.R. so viel schneller ist - der hat schon probiert..

Ich werde nochmal posten, wie das Ergebnis ohne die Dämmstreifen ist.

Tom





Falsche Spax, ddurch knarrt der Schaft von der Spax im Holz, richtig sind Spax Verlegeschraube, Senkkopf, T-Star plus. Desweiteren wurden die Spax nicht fest genug angezogen, Schaumband nicht genügend komprimiert. Besser verhalten sich Steifen aus Rollkork, 5mm stark und so breit wie der Balken. Zur Holzfeuchte ist bei Massiven Laubholzdielen die DIN EN 13629:2002 zu beachten. Ein aklimatisieren füht eher zu einem Holzfeuchte Anstieg, der Händler hat mit der richtigen Holzfeuchte zu liefern.
Dielen und dann noch massive und nicht Mehrschichtkonstruktionen werden immer arbeiten und ein Fugenbild ausbilden.
es ließe sich noch lang fortfahren, empfehlenswert ist ein Profibetrieb mit der Verlegung zu beauftragen.

Frank



Nein,



da stimmt Einiges nicht:

Die T-Star+ ist keine Verlegeschraube, sondern eine Universalschraube. Ihr großer Kopf ist für eine verdeckte Verschraubung nicht geeignet, in dem flachen Seitenprofil einer 20er Dielung schon gar nicht. Dielenschrauben wurden speziell für diese Anwendung entwickelt. SPAX führt sie in 45 und 55mm Länge.

Das Schaumband ist an dieser Stelle falsch (und kann gar nicht so sehr komprimiert werden, daß es bei Punktlasten nicht noch weiter zusammengedrückt würde), und auch ein Kork hat da in diesen Dimensionen nichts verloren. Selbst 2mm Rollkork ist meistens nicht erforderlich, ich verwende ihn nur bei einigen vollflächigen Unterbauten. Auf einer Balkenlage ist keine separate Unterlage erforderlich. Wer hier etwas Überflüssiges tun will, das wenigstens nicht schadet, greift zu Streifen aus 1mm Rohfilzpappe.

"Ein aklimatisieren füht eher zu einem Holzfeuchte Anstieg"

Purer Unsinn. Sinn des Akklimatisierens ist die Temperaturanpassung an die Baustellengegebenheiten, gerade im Winter ist das unverzichtbar, sollte aber in den noch geschlossenen Paketen erfolgen.

Eine Feuchteanpassung würde auf der Baustelle zu steigender bzw. fallender (oder gleichbleibender) Holzfeuchte führen (je nach Luftfeuchte) und ist in jedem Fall unerwünscht.

"der Händler hat mit der richtigen Holzfeuchte zu liefern."

Aha. Und woher soll er die, FÜR DEN EINSATZORT richtige Holzfeuchte kennen? Der Händler liefert optimalerweise das, was bestellt wurde. Der Besteller sollte sich ein Bild machen, was für eine Ausgleichsfeuchte vorhanden bzw. zu erwarten ist, und natürlich das gelieferte Material und die Verlegebedingungen prüfen, letztere ggf. anpassen (lassen). Richtig ist häufig eine HF von durchschn. 9% (+/- 2% Toleranz für wenige Teile) - aber eben nicht immer.

Grüße

Thomas



Entkoppelungsstreifen für Ständerwerk ...



... das Ding hat ja bestimmt eine Bezeichnung. Eine Diele ist kein Ständerwerk. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hersteller diese Streifen zwischen Balken und Diele sehen will.

Es war und ist der falsche Gedanke des Fachverkäufers. Dem würde ich den Aufwand zumindest mal nennen. So lernt er für die nächste Fachberatung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Nach dem Rückbau und der Neuverlegung



Hallo zusammen,

inzwischen sind die Dielen wieder eingebaut und zwar ohne den "Entkopplungsstreifen".

Das Ergebnis ist gut. Das harte "Knacken" ist verschwunden und der Boden macht nur noch vereinzelte Knarzgeräusche- die jedoch erheblich leiser sind.

Vielen Dank für den richtigen/wichtigen Hinweis.

@Thomas : Die OSB Platten hatte ich zugunsten der stärkeren Balkenlage und Dämmdicke "wegoptimiert" - in der Rückschau vielleicht nicht so clever.


Ach ja, das das Knarzen nur von der Bewegung des Holzes am Schraubenschaft herrührt, ist nicht 100% richtig. Wir haben aus Interesse einen Raum zu 3/4 mit Dielen ausgelegt, die zwar ineinander geschoben/-klopft waren, jedoch nicht geschraubt.
Auch bei diesem "metallfreien" Boden gibt es beim drüber Laufen hi und da knarr/knarzgeräusche - die ja nur durch die Bewegung der Hölzer aneinander verursacht werden können.

Nochmal Danke - bis zum nächstens,
tom