Sanierung Streif Haus

28.04.2011



Hallo,
uns wurde ein Fertighaus von Streif angeboten, das nun 38 Jahre alt ist. Ehemals bewohnt von einem Paar in den 80er-Lbj.
Folglich muss saniert und angebaut werden. Jetzt habe ich gelesen im INternet, dass die Asbest verarbeitet haben??!! Hat jemand Erfahrung mit Umbauten von Streif? Was muss ich beachten? Welche kosten könnten auf mich zukommen?





Asbest ist nicht das Problem! Suchen Sie hier im Forum doch mal nach den Stichworten PCP und Lindan oder auch Formaldehyd. Lassen Sie sich aber nicht verrückt machen, sondern gehen Sie sachlich an die ganze Sache ran. Ich habe dazu mal irgendwo hier im Forum nen längeren Beitrag geschrieben mit vielen Tipps. Halten Sie sich am besten daran.

Viel Erfolg!



Dazu komt noch



mangelhafte Dämmung, Feuchtigkeit und Schimmel. Ich würde ein solches Haus nicht ohne eine Begutachtung durch einen baubiologischen Messtechniker kaufen.





Vielen Dank schonmal für die Hinweise.
Ich habe jetzt einen Gutachter für Raumluftmessung kontaktieren können und eine Holzbaufirma, die solche Häuser bereits saniert hat. Die wollen mir jetzt eine Referenzfamilie nennen, bei denen sie bereits saniert haben. Dennoch muss ich ja wohl mit 60000 euro aufwärts rechnen....hmmm...eine Milchmädchenrechnung steht an....über weitere Erfahrungen würde ich mich freuen bevor ich einen teuren Fehler mache...



Wie gesagt, sachlich analysieren!



Grundsätzlich gibt es auch bei Streif Häusern keine Schimmel-, Feuchtigkeits- oder andersartigen Probleme. Auch ist die Dämmung im Vergleich zu einem Haus in herkömmlicher Bauweise aus den 60-70er Jahren mit 24 cm Bimswänden als sehr gut zu bezeichnen.

Aber es kann diese Probleme geben. Insbesondere dann, wenn es mal einen Wasserschaden gab, besteht natürlich die Gefahr von Bauschäden innerhalb der Wände. Gab es keinen Wasserschaden und haben die Bewohner die reletive Luftfeuchtigkeit mit normalem Lüftungsverhalten niedrig gehalten, gibt es auch kein Schimmelproblem.

Ich persönlich kenne viele Streif-Haus Besitzer, die ein Haus aus den 70ern ihr Eigen nennen und keine dieser Probleme haben und auch Kerngesund sind. Wie gesagt, generell ausschließen lässt sich nichts, man sollte wissen nach was man gezielt sucht und die Ergebnisse dann mit kühlem Kopf betrachten und bewerten. Sanierungskosten liegen übrigens bei ca. 220€ pro qm Außenfassade. Wenn es einen fähigen Zimmermann ohne Bindung an das Renopan-Franchisesystem in der Nähe gibt, der noch dazu Eigenleistung der Eigentümer zulässt, kommt man unter Umständen auch deutlich günstiger davon. Sanierungsysteme und Konzepte gibt es von den bekannten Holzwerkstoffherstellern wie Homatherm, Inthermo, Pavatex, etc. . Diese können auch von jedem freien Zimmermann verarbeitet werden.





Liebster Dominik,
vielleicht sollten wir mal telefonieren :-)
Ich habe soeben die EMail der Holzfirma erhalten und was steht darin geschrieben...."renopan Fertighaussanierung"...na so ein Zufall.
Schon jetzt sollten Sie ein Sträuschen von mir für die vielen super Hinweise bekommen. Der Raumlufttester-Mensch möchte all inclusiv (3std.Messung, Labor und Anfahrt) 950,00 Euronen - is das nun auch "zu teuer"??!!
Menno, ich will doch nur nett wohnen...





Na, aber heiraten müssen wir nicht gleich oder? ;-)

Also, Raumluftmessung kann man auch kostengünstiger selber machen.

Formaldeyhd: Bio Check F von Dräger aus der Apotheke für ca. 30€/Probe. Analysiert auf Enzymbasis sehr zuverlässig die Belastung auf Formaldehyd und kann nach 2 Stunden Probenahme abgelesen werden.

PCP/Lindan/ und anderes Teufelszeug: Hausstaubanalyse (ggf. in Verbindung mit der Luftanalyse) der Stiftung Warentest, siehe: http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/analyse/Hausstaub-und-Luft-Wohngiften-auf-der-Spur-1131516-2131516/ Kosten liegen bei ca. 110-195€.

Dabei sollte man sich allerdings vorher anschauen, was analysiert wird und entscheiden, ob alle Schadstoffe, wegen denen man ggf. bedenken hat, auch analysiert werden. Aber die Beispielauswertungen sind da sehr aufschlussreich. Ich habe gute Erfahrungen mit den Tests gemacht und die Ergebnisse haben meine damalige Kaufentscheidung bestätigt.

Schauen Sie mal auf den Homepages von Inthermo und Pavatex. Dort sind sehr gute Erläuterungen und Hinweise vorhanden, wie eine solche Außenwandsanierung eines älteren Holzständerhauses ablaufen kann. Dies ist auch das tägliche Geschäft eines Zimmermannes, daher sollten Sie sich einfach einen wirklich guten Zimmermannsbetrieb suchen, einen Vor-Ort-Termin machen, mit ihm zusammen den Umbau planen und durchführen lassen. Asbestentsorgung ist wohl auch gar nicht sooo teuer, wie man immer hört. Da am besten beim regionalen Verwertungshof mal nachfragen. Selber machen würde ich den Abbau und die Entsorgung allerdings nicht, dazu wäre mir meine Gesundheit zu wertvoll.

Wenn noch Fragen sind einfach hier posten, ich bin bemüht schnell zu antworten.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich selber solch eine Sanierung noch nicht durchgeführt habe, allerdings in den nächsten Jahren anstrebe. Ich habe allerdings dabei kein Asbest zu entsorgen und auf eventuelle Schadstoffe muss ich in meinem Bien-haus keine Rücksicht nehmen, die sind nämlich nicht vorhanden.





Nee, müssen wir nicht ;-)...wusste gar nicht dass dafür ein Sträuschen reicht *lach
hm...ok..dass heisst also auch, dass in diesen Tests die genaue Anleitung der Durchführung erklärt ist, hoffe ich?! Dieser Test-Mensch meinte nämlich, dass 8 std voher nicht gelüftet werden darf, es ca. 20°C Raumtemp. haben soll und so...hört sich so aufwändig an...
woher weiss ich denn, was einen guten Zimmermann ausmacht?? Wohne hier erst 1 Jahr und kenne eig nix und niemand hier...
Bin gerade auf der Suche nach Ihren Berichten...da bin ich ja noch nächste Woche dran...gar nicht so einfach sich hier zurechtzufinden...





Das ist online genauestens erklärt. Die Untersuchung erfolgt beim Haustaub auf zwei Wochen alten Staub. Im Idealfall sollte man also gründlich Saugen, dann dem Staub zwei Wochen die Chance geben sich gründlich zu verteilen, einen neuen Staubsaugerbeutel einsetzen und dann nach den zwei Wochen nochmal gründlich saugen. Dann den Staub aus dem Beutel kratzen, in Alufolie einwickeln und ab zur Stiftung Warentest mit dem ausgefüllten Fragebogen. Dann dauert es ca. 2 Wochen bis die Ergebnisse kommen. Sicherlich ne gefühlt lange Zeit, aber wenn man die Ersparniss sieht, dann geht es wieder. Bei der Luftanalyse steht sicherlich auch was dabei, die haben wir aber nicht gemacht. Man kann sicherlich auch älteren Hausstaub analysieren lassen, muss die Ergebnisse dann aber auch nach diesem Aspekt interpretieren.

Einen guten Zimmermann erkennen Sie an einer guten Mund-zu-Mund Propaganda. Fragen Sie doch mal Nachbarn, telefonieren Sie mit den Zimmerleuten, machen Sie vor Ort Termine und lassen Sie sich beraten. Ich finde immer, dass das Bauchgefühl hier sehr überzeugend sein kann. Außerdem helfen natürlich auch immer Referenzen. Lassen Sie sich welche nennen und sprechen Sie mit den Eigentümern/Bewohnern von solchen Objekten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese gerne Auskunft erteilen. Sowohl positive als auch negative. Man muss eben nur fragen. Eine weitere Idee wäre mal bei den bereits genannten Herstellern wie Inthermo oder Pavatex oder ähnlichen nachzufragen, die haben meist schon Erfahrungen mit handwerkern aus der Region und empfehlen Ihnen mit Sicherheit gerne einen fähigen Zimmermann, der auch schon Erfahrungen im Umgang mit den Materialien dieser Firmen gemacht hat, bestenfalls an Verarbeitungsschulungen der Hersteller teilgenommen hat.



Der Kübel der Erbaulichkeit



Bei den benannten Asbestplatten handelt es sich bis etwa um 1980 um stark gebundenen Asbest bei dem "erst" Probleme bei der Bearbeitung durch reinigen, sägen, bohren etc. entstehen.

Wichtigere Stichwörter die mir im Zusammenhang mit den Häusern aus dieser Zeit einfallen könnten wären:
- Asbest
- Formaldehyd
- Lindan, pcb
- Schimmel
- mehr =>

Schimmel und Asbest kann evt. von Außen saniert werden, wenn jedoch mit dem Holzschutz damals nicht aufgepasst wurde sind bezahlbare Sanierungsansätze realitätsfern.

Pauschal kann man nicht sagen das jedes Haus betroffen ist. Jedoch sollte man sich fragen, weshalb der Hersteller gerade bei dem zum Kauf beabsichtigten Haus eine Ausnahme gemacht haben soll.

Ob es einen Grund gibt, weshalb gerade diese Häuser immer wieder so preiswert angeboten werden und die bisherigen Eigentümer nie etwas über eine Belastung wissen? Solch ein Haus heute zu Verkaufen und in den Kaufvertrag zu schreiben "Belastungen, Schäden, etc. sind dem Verkäufer nicht bekannt" halte ich angesichts der heute verfügbaren Informationen nahe am Betrug.

Den muffigen Duft der Chloranisole kann man riechen. Eine gründliche Analyse würde ich auf alle Fälle vor einem Sanierungsversuch anstreben. Das nennt sich dann "Schadstoffscreening". Das würde ich jedenfalls auf alle Fälle machen lassen, erst recht, wenn Kinder im Spiel sind.
Das o.g. Zeug hört nicht einfach auf auszudünsten. Bei geringen Belastungsspuren werden noch immer Schulen und öffentliche Gebäude saniert oder abgerissen. Bei Privathäusern wird im Normalfall nicht gemessen.

Wenn eine Sanierung eines belasteten Hauses angedacht ist, ist es mit einem einfachen Austausch von Wärmedämmung und Außenbekleidung sowie einer eingelegten Dampfbremse nicht getan. Bei einer vernünftigen Instandsetzung dürfen die Innenbekleidungen der Wände, sowie die Platten-Konstruktionen von Fußboden und Decke im Innenraum nicht außer acht gelassen werden. Im Werkvertrag mit dem Unternehmer könnte man aufnehmen, dass das Haus nach der Instandsetzung absolut Schadstofffrei übergeben wird ...

Leider ist das kein Thema, zu dem man den Kübel der Erbaulichkeit ausschütten kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer



Interessantes Verkaufsgespräch



Ich habe nun nocheinmal mit dem Verkäufer über den Bau seines Streif Fertighauses von 1972 gesprochen. Das Dach sei also von innen Wärmeisoliert worden vor 6 Jahren mit Hartschaumplatten und Wolle und die Fenster sind die alten, aber immerhin aus Termopen (!!!!) - na supi. Auf meine Frage, ob er ein Raumluftgutachten besässe oder ein gleichwertiges Gutachten kam dann die Antwort: "Wissen Sie, ich habe noch genügend andere Interessenten, da brauch ich sowas nicht und wenn dann nur bei ernsthaftem Kaufinteresse."hmm...entweder der hat ein Problem mit mündigen Frauen oder der weiss wie das Ergebnis ist oder beides. Was ein A....
Wir haben und nun entschieden selber zu bauen, so schön das Grundstück auch ist, das an dem Haus dran wäre....
Ich danke Euch trotzdem allen sehr für die super Hinweise. Das hat uns in unserer Entscheidung viel sicherer gemacht! Daumen hoch für das Forum :-)





Ihr habt Euch richtig entschieden, das Bauchgefühl ist bei einer solchen Kaufentscheidung das wichtigste Kriterium. Die Fenster wären jedoch nicht das Problem gewesen, wir haben auch noch die ersten drin und das ist vollkommen ok, weil noch ganz und dicht. Den Preis für neue Fenster muss man erstmal durch Heizkostenersparnisse reinbekommen. Den Spruch mit dem ernsthaften Kaufinteresse kenne ich bei mir auch von einem Arsch von Makler. :-)

Also Good Luck beim Hausbau und starke Nerven!