Frage zu Sanierung eines Streif-Hauses BJ.76

09.04.2009



Hallo!

Ich bin neu hier im Forum und mehr oder minder "stolzer
Besitzer" eines Streif-Fertighauses Baujahr 1976. Ich habe
seit einigen Jahren die Diskussionen hier über Baumängel
und Geruchsbelästigungen bei OKAL und STREIF Häusern
mitverfolgt und bin erst durch dieses Forum auf die
Problematik aufmerksam geworden, die in diesen Häusertypen
lauern.

Da bei meinem Haus ebenfalls das altbekannte
"Geruchsproblem" auftritt, habe ich mich in diesem Jahr zu
einer Sanierung entschlossen. Da es sehr unterschiedliche
Meinungen und teilweise auch widersprüchliche Informationen
zum Sanierungsablauf gibt, wollte ich einfach mal mein
Sanierungsvorhaben hier schildern und die Fachleute
unverbindlich fragen, "ob man das so machen kann"

Folgender Ablauf ist geplant:

Entkernung:
- Alte Fassade entfernen
- Dämmwolle raus
- Alte Dampfbremse entfernen

Wideraufbau:
- Ständerwerk mit Renopan Tox Stop behandeln
- Gefache mit gelöschtem Kalk ausstreichen.
- Einbringen von Renopan Air Clear Absorbervlies*
- Dopplung aus Konstruktionsholz auf vorhandenes
Ständerwerk installieren
um die Gefachtiefe von 90 auf 140 mm zu erhöhen.
- Auskleiden der Gefache mit Dämmwolle 140 mm WLG35
- Verschließen mit diffusionsoff. Holzfaserdämmplatte 16mm
- Abschließend Armierung und Silikonharzputz aufbringen

* alternativ wurde mir "amnos-Absorbervlies" vorgeschlagen.
Soll aus technisch modifizierter Schafwolle bestehen und
den gleichen Zweck erfüllen. Ist in erster Linie preislich
interessant da es nur 1/4 von dem AirClear-Vlies kostet.
Eignung allerdings mit "?" da es unklar ist ob dieser
Werkstoff gegen Tetrachloranisole hilft.


Würde mich freuen, wenn mir jemand etwas dazu schreiben
könnte.

Gruß
Stefan





Hi Stefan,
wozu Holzfaserdämmplatte wenn Du später Silikonharzputz aufbringst?
Was nutzt die Diffusionoffenheit der Platte wenn du die im nächsten Augenblick mit Silkonharzputz wieder Dicht machst?
Dann kannst du auch ne GK Platte nehmen und auf den Putz verzichten, ist preiswerter.
Auf das Vlies würd ich nicht verzichten wollen, der günstige Preis der Alternative hat schon seinen Grund.
Gibt nen unterschied zwischen Billig und Preiswert.

Gutes Gelingen
JHS



anders



Ich kenne nicht genau die Probleme eines Streif Hauses. Was modert da und kann ausgebaut werden. Bzw. welche Gifte treten wo aus?
Es gibt die Moeglichkeit das Gebaeude mit Ozon zu fluten und damit zu reinigen.
Anschliessend propagiere ich mit Steinen, Kalk oder Lehm die Waende neu aufbauen, ohne die ganzen Dampfbremsen, Plattenbaustoffen usw.
Gruss Norbert Hoepfer



Streif-Hauses BJ.76



Hallo und vielen Dank für die Antworten.

@JHS
Stimmt, das macht nicht wirklich Sinn...

Hat schon nach Rücksprache mit Streif eine Änderung gegeben.
Die Dopplung auf dem Ständerwerk entfällt und es wird eine
90mm Gefachdämmung eingebracht und danach mit einer 80mm
starken Holzfaserdämmplatte verschlossen.

Nur welcher Putz ? Wäre z.B. Acryl. oder Silikatputz noch
"offen genug" ?

@Norbert Hoepfer
Das Ständerwerk des Hauses ist durch Holzschutzmittel
völlig verseucht und leitet die Schadstoffe und Gerüche
durch die Steckdosenöffnungen in den Wohnraum.(Das Thema
ist hier im Forum häufig in Verbindung mit OKAL-Häusern
diskutiert worden)

Mit Ozon ist da nichts zu machen, solange die Quelle
nicht beseitigt wird. Schon ausprobiert - mufft nach
2 Tagen wieder :-(

Gruß
Stefan



Das sieht nach einer von Grundauf komplett Sanierung aus



Bei einer kompletten Materialentfernung bis auf das Ständerwerk, wäre auch ein Aufbau mit Ziegelgewebe verputzt denkbar.
dieser Aufbau ist sowohl innen als auch aussen verwendbar und würde den Materialaufwand sich auf ca. 4-5 Materialkomponenten reduzieren.

Grüsse Thomas



Aufbau mit Ziegelgewebe



Interessant !

Ist aber auch die Frage ob dieser Aufbau den
Förderrichtlinien der KfW entspricht ?!

Gruß
Stefan



Da das Gefach ja gedämmt



wird und die Dämmstärken den Vorgaben von KFW angepasst werden.
Vorteil wäre z.B Holzhaus mit massiven Wänden und Speichermasse.

Grüsse Thomas





Hallo Stefan,

wenn schon soviel Energie hinein gesteckt wird solltest Du auch den letzten Schritt gehen. Nach der von Dir geschilderten Vorgehensweise:

Entkernung:
- Alte Fassade entfernen
- Dämmwolle raus
- Alte Dampfbremse entfernen

bleibt ja nicht mehr viel vom Hause übrig. Ob das holzschutzmittelverseuchte Ständerwerk noch erhaltenswert ist kannst Du Dir eigentlich selbst beantworten. Eine Entsorgung und Neubeginn ab der Kellerdecke ist gewiss teurer aber besser.

Abwechslungsreich und lohnenswert: http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/29305$.cfm

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Holzständerwerk verseucht???



Hallo Stefan,
wie habt ihr festgestellt das die "Hölzer" verseucht sind?
Da wir seit Jahren Fertighäuser sanieren würde mich das interessiere, da mir dies noch nicht untergekommen ist.
Zu deiner Sanierung eine Alternative:
-Entfernen der Aussenhaut und Spanplatte (welche der
eigentliche Grund der Geruchsbildung ist)
-Entfernen der Geruchsbelasteten Dämmung
-Winddichtes abkleben der Öffnungen (Steckdosen etc.)
-Anstrich mit Sumpfkalk
-Ausfachen mit Multipor oder ähnlich.80mm.
-Plywoodplatte 20mm
-XPS Dämmung 80mm
-Klinkerriemchen 14mm
Duzende Referenzen bestätigen die positive Veränderung!
Mit einem Gruß aus der Eifel
Georg
www.fertighaus-verklinkerung.de