Streif Fertighaus Baujahr 1971 - Fassadensanierung vor 5 Jahren - trotzdem hoher wieder hoher Chloranisolwert - was tun?

07.02.2021 Anna


Hallo in die Runde,
ich erhoffe mir gute Ratschläge und Sanierungsansätze für unser Fertighaus. Die Fassade wurde vor 5 Jahren von außen saniert: Kalkmilch, neue Dämmung, Klinker. Grund für die Sanierung war damals schon die Geruchsentwicklung durch Chloranisole. Jetzt - 5 Jahre nach der Sanierung - ist der muffige Geruch zurück gekehrt. Die Werte der Chloranisolwerte liegen im deutlich wahrnehmbaren und messbaren Bereich. Eine Quelle lässt sich leider nicht "erschnüffeln". Was können wir nun tun? Eine Sanierung auf gut Glück ohne Kenntnis über die Quelle macht in meinen Augen keinen Sinn und verbraucht unnötig Ressourcen. Hat hier vielleicht jemand einen guten Rat, wie wir an das Thema ran gehen können? Vielen Dank für Hinweise und Erfahrungen.



Eigentlich...



Eigentlich ist es immer ganz schwer auf solche Posts zu antworten. Man hat den Eindruck, dass der Schreiber/Schreiberin sich bereits lange mit der Materie auseinandergesetzt hat - und darunter leidet.
Eigentlich sind das eventuell sogar Haftungsfragen, die eventuell Schadenersatz bedeuten können.

Um das Ganze nun nicht im Wabernden und Ungewissen zu belassen, gibt es eigentlich nur einen Weg: den Feststellungen ist ja zu entnehmen, dass bereits ein Baubiologe/Umweltchemiker vor Ort war, der den Geruch als ausgasenden Schadstoff identifiziert hat.

Aus meiner Erfahrung kann ich aber berichten, dass in vielen älteren Fertighäusern die Abwasserleitungen in Bad und Küche undicht sind nach 30 Jahren und auch zum Teil die Verbindungen nie richtig dicht waren. Die Feuchtigkeit, die dort in Wände und unter die Unterkonstruktion rinnt, macht dann an der Außenfassade (meist) Feuchteschäden mit entsprechender Geruchsfreisetzung.

Chloranisol wird in der Regel durch Feuchtigkeit sekundär erzeugt. Also kann es sehr vielversprechend sein, auf Leckagesuche zu gehen. Eventuell kann man durch ungefähre Geruchslokalisation, Verlauf der wasser/abwasserführenden Leitungen und Feuchtigkeitsmessungen/genaue Inspektion der Fußleisten etc. den Ort eingrenzen (gäste WC, Küche, Badezimmer oder ?). Dann Wand aufmachen und nachschauen - und massenhaften Holzfraß entdecken. Die Reparatur geht dann schnell und ist auch nicht so teuer. Der Geruch verschwindet nach Trocknung.



Eingrenzung aller Optionen



vielen Dank für den Kommentar zu meinem Hilferuf. Der Hinweis auf undichte Leitungen bringt nun eine weitere Komponente in meine unschöne Gleichung. Allerdings wurden alle Leitungen in den letzten 15 Jahren erneuert. Hier hoffe ich auf dichte Verbindungen - aber wir werden sehen.
Ich beschäftige mich recht frisch seit ca. Mitte Januar 2021 notgedrungen mit dem Thema der Chloranisole und trotz großer Recherche bleiben leider mehr Fragen als Antworten...
- wurden in den Baujahren 1960 - 1989 ALLE Holzbauteile in PCP getränkt oder nur die Holzständer der Außenwände? Also sind immer auch die Holzständer der Innenwände eine potentielle Quelle - auch wenn dort in der Regel mangels Feuchtigkeit der "Chloranisolbildungsprozess" nicht in Gang gesetzt wird? Wurden auch die Balken im Dach in PCP getränkt? Wie sieht es mit der Lattung unter den Fußböden aus?
- Kann eine Lüftung auf Dauer Abhilfe schaffen auch wenn die Quelle nicht gefunden und somit bestehen bleibt?
- steigert sich die Chloranisolbelastung stetig weiter oder ist irgendwann eine Sättigung erreicht?

und nun die wichtigste Frage: Gibt es denn überhaupt keine Erfolgsgeschichte zum Thema Chloranisole?!? Ich finde keine Berichte zu einer Sanierung, die auch nach 5 bis 10 Jahren erfolgreich war. Das ist einfach gruselig! Sollte hier doch irgendjemand eine positive Geschichte berichten können, würde ich mich sehr über eine Meldung freuen.

Besten Dank für alle weiteren Hinweise!



Viele Fragen



Soweit mir bekannt, wurde alles irgendwie getränkt mit Holzschutzmittel.
Diesbezüglich würde ich mir keine Hoffnung machen.
Der für mich am erfolgversprechendste Weg ist das Aufspüren von Leckagen bzw. Feuchtigkeit durch unsachgemäße Dachentwässerung etc.

Wenn das Haus absolut trocken ist, hört es auch auf Auszugasen. Dann kann man in so einem Haus auch belästigungsfrei 100 Jahre alt werden.

Die Sorge um Gift im Haus, in den Möbeln, im Essen, im Auto, im Garten, im Wasser treibt mittlerweile ganze Bevölkerungsgruppen um. Das ist nicht gut und nicht gesund!
Dort wo es ernsthafte Beeinträchtigungen gibt, sollte die Quelle erkannt werden und abgestellt werden - aber eine phobische Angst um die Gesundheit der Familie und dann erst mal eine Zigarette rauchen geht gar nicht.

Also ruhig Blut und mit System die Feuchtigkeitsquellen suchen.




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