Streichen eines neuen Fachwerkes

12.07.2003


Nun ist der neue Fachwerkgiebel (Fichte) drin und soll grundiert werden vor dem Ausfachen. Im Forum haben wir uns schlau gemacht: nur die später sichtbare Seite mit Leinölfirnis (1:1 mit Terpentinersatz verdünnt-laut Büchse) grundieren, später Lasur drauf. Die 3 mit Lehm "eingepackten" Seiten brauchen nicht behandelt werden. Also sind wir los in den Farbfachhandel (extra nicht in den Baumarkt)und erfuhren völlig Neues: Leinölfirnis ist viel zu ölig, lieber "Consolan- Holzschutzgrund"- auch ölig, aber weniger. Inhalt: Alkydharz+ Lösemittel. Und alle 4 Seiten streichen, weil es auch gegen Insekten, Fäulnis und Bläue ist. Kann denn der Wurm ran, wenn die anderen 3 Seiten mit Lehm zu sind? Außerdem wurde uns von Lasur abgeraden, weil der Regen dort oft Pigmente auswäscht, die dann als hässliche Streifen das Fachwerk runter laufen- war auch beim Nachbarn zu sehen. Empfohlen wurde eine "Consolan-Wetterschutzfarbe". Im technischen Merkblatt steht: wasserdampdurchlässig, diffusionsoffen, Kunstharzdispersion, auf Wasserbasis. Was wir gesehen haben, sah so aus, als wenn es wie Lasur auch ins Holz einzieht und nicht abblättert. Wer kann die Verwirrung komplett machen? Wer hat evtl. Erfahrung mit den 2 Produkten? Eine oder 4 Seiten grundieren?



1 oder 4



hallo
ihr seid schon deutlich weiter als wir (punkt 476 auf unserer to-do-liste), insofern haben wir zum thema keine direkten erfahrungen. aber eure variante 1 klingt vom gefühl und was man so liest irgendwie sympatischer. beim fachwerk gehts doch nicht darum das wasser zu 100% draußen zu halten, sondern das was sowieso eindringt, flott wieder rauszulassen (abfließen, verdunsten). im ort hier sind bei diversen häusern die Balken dick überlackiert (ok, ist ein extremfall). da drückts dann die fächer raus, weil die Feuchte nirgends anders hin kann. und wie haben es denn unsere historischen vorbewohner gemacht. teilweise mit dem fachwerk nix, silbergrau werden lassen.
aber wie gesagt, wir nix fachleute. viel erfolg noch,
matthias



Fachwerk streichen



Ich baue gerade ein ganz neues Haus als Fachwerkhaus in Fichte. Nach vielen Fragen, Angeboten machen lassen usw. haben wir uns für die Holzschutzlasuren der Firma Bondex entschieden. Die Farben sind wasserlöslich und es gab auch eine genügen große Auswahl an Farben. wir haben eine Farbmischung genommen. Gestrichen am Fachwerk wird nur die Aussenseite und ein Teil der angrenzenden Flankenseiten des Fachwerkes. Wichtig für die Auswahl ist, wie Ihr schon geschrieben habt, dass die Farbe Wasserdampf durchlässt, also duffusionsoffen ist. Weiterhin sollte sie nicht zu hell werden, da sie sonst zu wenige Farbpigmente enthält (UV-Schutz) und nicht zu dunkel, da sie sich sonst bei Sonneneinstrahlung zu stark erwärmt und damit evtl. die Haftung zum Holz leidet etc. Wir haben uns für folgenden Farbaufbau entschieden, erst eine Grundierung, dann zweimal Farbe, dann die Ausmauerung und Verputzung und dann nochmal ein Anstrich als Abschluß um die Flecken des Ausfachens zu überstreichen (vorher natürlich so gut wie möglich entfernen). Farben gibt es auch von anderen Herstellern, z. B. Biofa, Auro u.a. (schaut doch mal unter www.creasyst.de nach). Viel Spass.



Immer diese Lasuren von der Stange, aber...



...wasserdampfdurchlässig usw. hört sich gut an. Ich persönlich "schwöre" aber trotzdem auf den selbst gemixten Leinölanstrich: 3 Anstriche, die immer öliger werden, der letzte dann pigmentiert. Ich sende mal eine Datei anstriche.pdf (unaufgefordert) zu, enthält detailliertes Rezept - ist kein Spam! Falls sie nicht ankommt oder noch Fragen sind, bitte mal kurz eMailen (bin Community-Mitglied)! Würde alle 4 Seiten grundieren (aus dem Bauch heraus: denn wir hatten dies Problem nicht), Zwischen- und Schlussanstrich nur auf der Außenseite. Zu Herrn Wolfs Kommentar: Eisenoxidschwarz (Fe3O4 = schwarz!) ist d a s klassische Pigment, da löst sich nichts ab (zumindest nicht im Leinölanstrich...)! Viel Erfolg, Grusz




Fachwerk-Webinar Auszug


Zu den Webinaren