Wasser im Keller

11.12.2009



Hallo Ihr,

ich habe ein unlösbares Problem mit meinem Keller. Das Haus wurde 1880 gebaut. Der Keller war echt jahrelang super mit Heizung, Teppichboden usw. Vor ca 2 Jahren stand, nach einem starken Regen, Wasser im Keller. Habe Rückschlagklappen einbauen lassen, nach dem 2. mal Wasser habe ich alle Zu-und Abwasserleitungen im Keller neu machen lassen. Die Pumpe in einem Schacht in einem der Keller ist auch überprüft worden und in Ordnung. Das ganze Drama hat angefangen, nachdem auf der anderen Straßenseite eine Tiefgarage gebaut wurde. Auf dem Bauamt gibt es keine Pläne über den Verlauf der Abwasserrohre. Der Herr von den Gemeindewerken ( Wasserwerk ) kann auch nichts dazu sagen. Das Wasser kann nicht von außen in den Keller kommen durch die Türe. Manchmal steht es nur mitten im Raum ( wie eine große Pfütze mitten im Raum ) in einem Keller der 10 mtr von der Türe weg ist. Durch die Wand kommt es auch nicht, durch die Fenster auch nicht - würde man ja sehen. Das erste mal stand es gut 20 cm hoch. Das zweite mal auch noch gut 5 cm. Jetzt steht es immer mal in verschiedenen Räumen. Theoretisch könnte es durch den Estrich hochkommen - aber so viel?? Den Herrn mit den Magnetfeldern hatte ich auch mal bei mir - aber dank Eurer Diskussion, habe ich dafür kein Geld ausgegeben.
Ich weis nicht mehr weiter. Ein Klemptner meinte, in der Mitte des Hauses einen 2. Schacht zu graben ?? Aber auf Verdacht den ganzen Estrich kaputtmachen ??
Da ich in dem Haus nicht wohne, ist es auch schwierig jeden Tag nach dem Keller zu schauen. Gibt es für ein solches Problem evtl. einen Experten?
Es wäre schön, wenn mir jemand einen guten Rat geben könnte, was ich tun soll oder an wen ich mich evtl. wenden kann.
Herzliche Grüße
Andrea



Wasser im Keller



Hallo Andrea,
wenn solch ein Keller viele Jahre lang trocken war, dann muß sich etwas in der unmittelbaren Umgebung geändert haben.
Das kann mit der Geländeform, der Dachentwässerung, dem Hausanschluß oder der Veränderung der Grundwasserruhe zusammenhängen. Der Wasserspiegel um den Keller steigt kurzzeitig an, Wasser dringt durch den Kellerboden ein. Der hydrostatische Druck hebt dabei den Unterbeton bzw. Estrich in der Mitte des Raumes um einige mm an, es entstehen feine, diagonal zu den Ecken verlaufende Risse, durch die Wasser einsickert.
Vermutlich ist die Ursache nicht bei Ihnen am Haus, sondern außerhalb zu finden.
Wahrscheinlich sind dafür nicht Sie, sondern ein anderer verantwortlich, der somit auch für den Schaden haftbar ist.
Aber das herausfinden kann man nur vor Ort.
Wenn die Ursache durch Sie zu beseitigen ist, z.B. eine defekte Grundleitung, dann kann das durch eine mündliche Beratung bzw. eine baufachliche Stellungnahme geklärt werden.
Falls ein anderer dafür verantwortlich ist, empfehle ich Ihnen ein Schadensgutachten als Beweissicherung, Ursachenermittlung und Kostenaufstellung für Schadenersatz.
Damit können Sie Ihre Schadenersatzforderungen dem Verursacher präsentieren und Ihre Ansprüche gegebenenfalls vor Gericht durchsetzen.
Nach meiner Erfahrung kann man sich mit so einem Gutachten schon im Vorfeld einigen.

Viele Grüße



Der



Verdacht, dass die Tiefgarage auf der anderen Strassenseite die Ursache für die Veränderungen im Grundwasser ist, liegt nahe. Da wurde sicherlich mit Wasserhaltung gearbeitet. Mal bei den Nachbarn fragen, ob dort ähnliche Probleme aufgetreten sind und gemeinsam einen Gutachter beauftragen.
MfG
dasMaurer



Moin Andrea,



so wie du es schilderst, kommt das Wasser was vorher an Stelle der Tiefgarage verbleiben konnte jetzt zu dir und zwar durch den Boden.
Unterm Estrich vermute ich beste Schleswig-Holsteinische Erde, das könntest du selber mit einer Probe-Bohrung ermitteln.
Mag sein die Jungs von der Tiefgarage haben unbemerkt ein Sielwasserrohr geschrottet und bei starkem Regen läufts jetzt unter dein Haus. Das könnte eine Kanalsanierungsfirma feststellen. Normalerweise prüfen die Abwasserverbände ihr Geröhr turnusmäßig - du könntest ja mal nachfragen wann das letzte mal war.
Mag auch sein dass die Tiefgarage nun ein unterirdisches Bächlein staut, dass vorher durchfliessen konnte. Dann wärs aber nicht nur nach starkem Regen nass bei dir.
Am besten fährst du mal bei starkem Regen selber gucken, sonst bleibts ein Rätselraten und du verbuddelst nur noch mehr Geld ohne Effekt.
Sonst wär der Tipp vom Klempner nicht das Dümmste: "Ich weiss nicht genau wo's herkommt und pumps einfach wech."

Hst du Fotos? Wären für deine Beweisführung auch wichtig.

Gruss, Boris



Hallo Boris



Das ist alles nicht so einfach. Um das Haus herum sind 5 Schächte. Wir hatten mal seitlich abgegraben es sind 3 große Abwasserleitungen die aus dem Haus rausgehen Richtung Straße. Nur, welche ist die richtige L. ? Wir waren schon ein paar mal dort bei starkem Regen - nichts. Dann komme ich wieder hin denke an nichts böses und habe wieder Wasser. Der Mensch vom Wasserwerk ist nur ums Haus gerannt und hat mir erzählt mein Regenwasser würde vermutlich in den hinteren Schacht laufen und ich solle doch bitteschön erst mal meinen ganzen Hof aufreissen und das Regenwasser versickern lassen. Angeblich kann das gar nicht sein, dass die beim Bau der Tiefgarage irgendwas gekappt haben. Mit den Nachbarn das ist schwierig: die beiden links haben gar keinen Keller, der erste rechts auch nicht und die dann kommt hat nur noch max 50 cm Tiefgarage gegenüber. Auf die Idee bin ich schon gekommen. Das Problem ist, die Tiefgarage hat der größte Steuerzahler der Stadt gebaut. Der kann sowieso machen was er will. Ich denke mal, egal was die für einen Mist gebaut haben, der wird sowieso gedeckt. Ich sagte ja auch sie sollen mal nachschauen, ob ein Schacht evtl verstopft ist. Nein, das kann nicht sein .( ohne nachschauen )
Ich denke mir, die Idee mit dem Gutachter ist nicht schlecht. Ich muß nur einen finden, der nicht hier aus der Gegend kommt (grins)



Wasser im Keller



Wie wärs mit mir?

Viele Grüße



Hallo Georg



Hallo Georg,
ich weiss ja nicht wie weit Sie von Schleswig-Holstein weg wohnen. Wenn es Ihnen recht ist, sollten wir evtl. mal tel. und uns über Kosten und was Sie für Unterlagen brauchen etc unterhalten. Wie kann ich Sie erreichen? Meine e-mail Adresse ist: kicksee@gmx.de

Herzliche Grüße
Andrea



Wasser im Keller



Hallo Andrea,
meine Daten stehen in meinem Profil.
Sicherheitshalber schicke ich sie noch mal per Email.

Viele Grüße



jetzt wird Bunt RaDiRu



Sie haben wohl etwas zu tief ins Zaubermittelglas geschaut.
Wollen Sie in diesem Fall auch Ihr Wundermittel mit Chemiekeule einsetzen????

Hier muss erstmal eine genaue Analyse der Ursache gemacht werden und keine blinde Ferndiagnose a la RaDiRu



Hallo



Hallo Ralf Dieter,
ich lach mich tod. Der Graben wäre nicht das Problem aber die Zugbrücke ??
Nein mal ernsthaft,ich denke mal schon, dass Georg es angeboten hat um mir zu helfen.
Es ist so, dass nicht ein einziger Riss im Boden zu sehen ist. Wenn es aus den Wänden käme, müßte ja ein Wasserfleck auf der Wandfarbe zu sehen sein oder irgenwas. Es steht ja manchmal mitten im Raum. Letztes mal war in dem einen Raum nur so Feuchte große Flecken auf dem Boden. Ich habe auch vor Jahren an der Wand, die naß war, abgegraben von außen dieses Hartplastikzeug mit den großen Noppen von außen ran gemacht. Seitdem wurde die Wand immer trockener.
Zwischen Wand und Estrich könnte ich mir da schon eher vorstellen. Was macht man da?
Gruß Andrea



Hilft alles nix



erst Ursache vor Ort finden, dann Lösung suchen. Alles andere ist fischen im trüben, auch die Vermutung zwischen Wand und Estrich, es ist doch unter dem Estrich noch eine Betonplatte oder?

Grüsse



ich musste grade auch etwas schmunzeln



Hallo Andrea,
Herr Rupnows Verbalattacken können Sie sicher selbst zensieren. Den fachlichen Ratschlag des Herren, Epoxydharz zum verschließen von Hohlräumen und Rissen zu verwenden, zensiere ich mal mit 6.
EP-Harze dienen als kraftschlüssige Verbindungen, die sehr begrenzt dehnfähig sind. Die gehören mehr in den Betonbau als in die Bauwerksabdichtung von Altbauten.



ichlachmichwech



Was ist das denn für eine Empfehlung!!!
Wassereinbruch im Keller, vermutlich drückendes Wasser durch Nachbarbebauung, und der Ralf Dieter kommt vorbei um etwas EP Harz in die Fugen zu schmieren.

Wenn der Wahnsinn zur Methode wird werden Irre zu Experten:-)

Tja Georg, da kannst Du mit bester Reputation nich gegen an.



Moin Andrea,



zum testen kannst du ein Loch ins Fallrohr bohren, Schlauch reinhalten und gucken wo's rausrauscht - Leitung gefunden. Etwas Tinte ins Klo für die Hausabwässer und jeden Schacht überwachen - etwas aufwändig, aber dann blickst du's wenigstens.

Wenn du sagst es passiert nicht bei jedem starken Regen, spricht das ja ein wenig gegen die "kaputte-Regenwasserleitungs-Theorie".....wenn du deine Beobachtungen mal ein wenig dokumentierst, kann man schonmal einige Ursachen ausschliessen.

Den Tiefgaragen-Tycoon in Regress zu nehmen wird wohl schwierig sagst du, also halt dich erstmal an die Gemeinde. Das da nix kaputtgegangen ist sollen sie dir erstmal schriftlich geben - bei Sturköppen immer gleich nach den Vorgesetzten fragen: in Kiel, Berlin, Brüssel, Rom ;-)))

Viel Glück, Boris



Tja



Hallo Ihr,
vielen Dank erst mal, dass Ihr Euch so viel Gedanken macht um meinen ganz persönlichen "Albtraum ". Der Keller macht mich fertig - ehrlich.
Also Estrich: Ich habe keine Ahnung was unter dem Estrich ist, der war schon drin beim Kauf.
Ich finde die Idee gut und werde jetzt mal eine Weile aufschreiben, wann wo Wasser ist und wieviel - und wann es vorher geregnet hat.
Herzliche Grüße
Andrea



@ Humor



Mein lieber Herr Rupnow,

Um Diesen Keller sollten sich Fachleute kümmern und keine Kaufleute.
Leider haben auch Sie keine Eier legende Wollmilchsau!
Überlassen Sie den Fall ma getrost den Fachleuten.
Übrigens Frau Schuhmann, bei Georg Böttcher sind Sie in guten Händen.

Grüsse Thomas



Nach



dem bisher vorliegenden Erkenntnissand sind defekte Leitungen eher unwahrscheinlich. Wenn es durch den Boden drückt, handelt es sich wohl eher um Veränderungen im Grundwasserbereich. Unter dem Estrich wird sich bestenfalls ein wenig Magerbeton oder ein altes Ziegelpflaster befinden. Das Problem wird sich nur durch mehrere ergänzende Massnahmen lösen lassen. Welche, das lässt sich nur durch eine genaue Analyse vor Ort abklären. Eine längerfristige Dokumentation ist dabei äusserst hilfreich.
MfG
dasMaurer
PS: und nicht durch irgendwelches Kaffeefahrtverkäufergewäsch "imprägnieren" lassen ;-)).



@ Rupnow



Was bei Ihnen unter freier Meinungsäusserung läuft endet immer in verbaler Disqualifikation des gegenübers Ihrerseits.

Dass Druckwasserbeseitigung in Perfektion einige ihrer Stärken sein soll kann sein muss aber nicht, wobei ich eher auf das zweitere tendiere.
Da ist mir die konvetionelle Methode schon lieber



@Kehle



Dass Druckwasserbeseitigung in Perfektion einige der Stärken von Ralf Dieter ist kann nicht sein.
Sonst würde er kein EP- Harz dafür empfehlen.

Ich glaube er würde als Verkäufer selbst in einem Obst- Gemüse Laden Probleme kriegen, der Verwechslungsgefahr von Äpfeln und Birnen wegen.



@Andrea



... leider haben es sich einige Forenmitglieder zur Aufgabe gemacht fachwerk.de zu Ihrem Privatvergnügen zu machen und andere Meinungen nicht zuzulassen, was schwer auf die Qualität drückt. Ich beschwere mich des wegen nicht -ist ja wie immer, finde es nur schade für den Fragesteller das sich hier einige mit anderen Dingen beschäftigen.

Viel Glück bei der Schadensbeseitigung und fragen Sie mindestens zwei Leute aus dem Fach.

Gruß Ralf



@Ralf Dieter Rupnow



Ich würde es ja entschieden Begrüssen, wenn du deine Kompetenz mal dahingehend beweisen würdest, deine Methode einfach vorzuschlagen und gut is, statt hier wie ein angeschossenes Reh durchs Forum zu toben und deine vemeintliche Ehre zu verteidigen.

Mag ja sein dass Porofin im einen oder anderen Fall tatsächlich die beste Lösung darstellt - die Entscheidung musst du den Bauherren überlassen. Dass andere Forumsteilnehmer entsprechend warnen, bevor du ein Bauwerk irreversibel behandelst, macht die Qualität dieses Forums aus, genauso wie deine Gegenwarnungen.

Ich hab nur bald keinen Bock mehr mich erstmal durch 30 posts mit Verbalattacken durchzulesen, bevor mal was vernünftiges kommt.

Danke, Boris



@Boris



Deine Vorwürfe sind wohl an der falschen Adresse gelandet.

Es war der Sinn der Frage von Andrea Lösungsmöglichkeiten -wenn auch aus einer gewissen Ferne- für Ihr Problem zu finden. Trotz der verbalen anmachen von wegen Kaufmann o. s. -über die ich herzlich lache- habe ich viele dieser schwierigen Probleme selbst gelöst. Ich verfüge über die entsprechende Ausbildung, Technik und Material diese Probleme zu lösen. Das gelaber zwingt mir daher mehr ein Lächeln über die Lippen als depressiv-trotzig zu werden.

Hallo Andrea, ich biete Dir genauso wie der Böttcher eine kostenlose Analyse vor Ort an. Dann kannst Du vergleichen und entscheiden ob mit Steine oder mit dem Hammer geklopft wird.

Gruß Ralf.



@Struve



... kein Neid





Na Ralf Dieter, was hat denn das jetzt mit der Frage zu tun???



Hallo Leute



also meinetwegen dürft Ihr Euch ruhig weiterfetzen, ist besser als fernsehen.
Hab aber auch viele gute Informationen dadurch. Also erst einmal werde ich einen Fachmann holen, der mir hilft die Ursachen zu erforschen, werde meine Liste führen - wann und wo Wasser kommt - und dann kann man überlegen, wie man das Problem wegkriegt ( ob mit oder ohne Zugbrücke - grins )
Herzliche Grüße
Andrea





Diese Wundermittel sind gar nicht so schlecht ...
Sie helfen nicht nur bei feuchten Kellern, sondern auch bei schwergängigen Türen, Monatsbeschwerden, Ischias, Blattlausbefall und Flecken im Teppich.
Und man spart sich erst noch die Diagnose.



Irgendwie muss



ich wohl schief gewickelt sein :-)

Seit wann können Injektionen gegen Druckwasser eingesetzt werden und gleichzeitig noch diffussionsoffen sein?????

@ Frau Schuhmann

Machen Sie es so wie es geschrieben haben, es geht vermutlich auch ohne Zugbrücke, obwohl das mal was neues wäre (schmunzel)


Fragende Grüsse Thomas



Wasser im Keller



Zum Vorschlag des Ferndiagnostikers Rupnow habe ich folgende Bemerkungen:

Auch als kein ausgesprochener Fachmann, dessen Stärke nicht in "Druckwasserbeseitigung in Perfektion" liegt, halte ich die Vorschläge mit der Rissverpressung für Humbug.
Der Druck von außen bleibt, wenn ich eine Fuge schließe kommt nach einer Weile die nächste Einsickerung daneben; eine Kellerwand im Altbau ist nun mal nicht dafür gemacht, hydrostatischem Druck standzuhalten.
Aber ständig Risse zu verpressen ist natürlich finanziell sehr einträglich.
Risse in einem Altbau- Estrich zu verpressen, der von unten mit hydrostatischem Druck beaufschlagt wird, ist auch Nonsens.
Meistens gibt es keinen und wenn einen dünnen Unterbeton, die beiden Schichten sind selten dicker als 10 cm und schlecht miteinander verbunden. Ein abgedichteter Riss nützt hier auch nichts, da die Platte sich bei Druckbeaufschlagung wieder hochwölbt. Der nächste Riss nach dem nächsten Regen ist gewiss.
Natürlich kann man einzelne Risse verpressen, aber in steifen Bauteilen, wie einer 30 cm starken Fundamentplatte aus WU- Beton in einer weißen Wanne.
Nun zum konkreten Fall:
Ich habe mir den Keller angesehen, es gibt Risse im Kellerfußboden mit den typischen Verlaufsmustern durch Druck von unten.
Es gibt Rückstau aus der öffentlichen Entwässerung (Mischsystem) bei Starkregenereignissen.
Dieser Rückstau ist eine der Ursachen für die Wassereintritte. Die anderen liegen in der Spezifik der Haus- und Grundstücksentwässerung.
Mit ein paar einfachen Modifikationen daran kann man die Wassereintritte zukünftig verhindern.

Viele Grüße



@Georg:



Könntest du die "paar einfachen Modifikationen" noch genauer erläutern?

Jetzt nicht nur wegen meiner unersättlichen Neugier....

Gruss, Boris



Herzlichen Glückwunsch Herr Rupnow,



da hängen Sie ja richtig voll mit Aufträgen.
Für zwei Wochen Vorlauf brauchen Sie sicher nicht mal einen Terminkalender.



Wasser im Keller



Hallo Boris,
(die anderen brauchen nicht weiterlesen, es wird langweilig)

Genaueres wie Fotos möchte ich ohne die Erlaubnis der Eigentümer hier nicht veröffentlichen, aber ein paar Informationen gehen schon:

1. Zum Rückstau

Das der Druckaufbau im Mischwasserkanal auf der Strasse mit der zusätzlichen Einleitung der neugebauten Flächen zu tun hat, ist offensichtlich.
Er ist aber nicht so hoch, das man von Planungsfehlern sprechen kann. Die 30 cm über Straßenniveau werden nicht erreicht (ich hatte voriges Jahr einen Fall, da waren die Deckel von 3 Haltungen hintereinander druckdicht verschraubt. Der dritte Schacht lag auf dem Grundstück! meines Auftraggebers. 3 mal in einem Jahr lief er über).
Das sieht man an den Schachtabdeckungen mit Entlüftungsschlitzen.
Der Druckaufbau ist aber so groß, das Wasser vom Sammler zurück in den Hausanschluß drückt.
Der Hausanschluß ist anscheinend über ein Sattelstück direkt auf die Leitung gesetzt.
Es gibt hofseitig einen Anschlußschacht, in dem noch zwei andere Grundstücke (die aber nicht in Nutzung sind) einleiten. In dem sind eindeutige Spuren von Rückstauereignissen zu finden.
Im Interesse eventueller weiblicher Leserschaft und anderer Schöngeister verzichte ich auf detailliertere Erläuterungen.
In diesen Schacht mündet eine Zuleitung eines weiteren Schachtes auf dem Hof am Kellereingang.
In den mündet von innen kommend der Schmutzwasseranschluß des Hauses und die eine Hälfte der Dachentwässerung.
Am Fuß der Rohrdurchführung befindet sich innen im Keller ein Pumpenschacht, solide gebaut, mit einer Stahlabdeckung im Winkelprofil dicht abgedeckt (hineinsehen konnte ich nicht), ein Kabel führt hinein, eine fest installierte Leitung aus Stahl heraus in den Schmutzwasserabgang.
Dieser hofseitige Kellerraum zeigt Spuren früherer Flutungen.
Die vorderen, straßenseit8igen Kellerräume sind trocken, hatten aber die bereits beschriebenen Pfützenbildungen in der Größenordung einiger Liter. Das Wasser sickerte temporär über feine Risse im Estrich und am Wandbereich ein, verschwand aber bald wieder. Bei einem ebenen, geraden Estrich machen ein paar Liter in der Mitte eine große Pfütze.

2. Zum Wasser im Keller
Das Wasser stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von mindestens einer undichten Grundleitung, die unter dem Keller von der Straßenseite zu dem abgedeckten Pumpenschacht führt.
In diese Leitung mündet ein weiteres Fallrohr, das die andere Dachhälfte entwässert sowie der Einlauf einer gepflasterten Stellfläche, ein Stück Fuß- und Radweg und eine asphaltierte Einfahrt, also eine Menge versiegelter Fläche.

Bei Starkregen werden große Mengen Wasser unter dem Kellerfußboden zum Schacht geleitet. Der Schacht ist erforderlich, da die Sohle dieser Zuleitung ca. 0,50 m tiefer als Schmutzwasserabgang durch die Kellerwand liegt.
Der dichte Schachtdeckel führt bei großem Wasseranfall zum Anstau, die beiden kleinen Löcher und die dichte Fuge lassen nur wenig Wasser durch. Die Pumpe ist nutzlos, wenn dabei noch der straßenseitige Rückstau vom Sammler wirkt.
Ob sie immer Strom hatte (das Erdgeschoss und der dazugehörige Keller stehen leer)ist fraglich.
Ergebnis:
Druck in der wahrscheinlich undichten Leitung unter dem Estrich.
Wasseraustritt in dem hofseitigen Keller.

Mein Vorschlag ist, diese Leitung stillzulegen, dafür das straßenseitig anfallende Oberflächenwasser und die Dachentwässerung über eine neu zu legende Leitung außen um das Haus zum hofseitigen Anschlußschacht zu führen.
Der Pumpenschacht wird überflüssig und kann als Störreserve dienen.
Das Gefälle außen herum statt unter dem Keller ist ausreichend.
Der Abgang Schmutz- und Regenwasser wird ohne den Zwischenschacht direkt an den Anschlußschacht geführt.

Da im Keller keine ungesicherten Einläufe vorhanden sind, ist damit Rückstausicherheit geschaffen.

Viele Grüße



für Georg



Die Pumpe hatte immer Strom, sonst würde die Gasheizung auch nicht funktionieren. Keller ist separat abgesichert mit extra Zähler und extra Sicherungen. Das hat nichts mit meiner Dauerbaustelle im EG zu tun.
Herzliche Grüße
Andrea



Wasser im Keller



Gut, dann war es einfach zuviel Wasser für die Gute. Sie´musste ja auch noch gegen den Wasserdruck des Rückstaus ankämpfen.
Ihr könnt den Verlauf der Leitungen jetzt mal testen.
Wenn der Deckel offen ist, steckt in eines der straßenseitigen Fallrohre mal einen Gartenschlauch und lasst es eine Weile laufen. Dann seht Ihr, ob es und aus welchem Anschluß in den Schacht läuft und ob die Pumpe ihre Arbeit macht. So ein Ding muß auch ab und an gereinigt werden!
Am besten Ihr öffnet den Deckel von Schacht 2 auch gleich mit und kontrolliert dort ebenfalls den Zulauf.
Ich hoffe, das die Partisanenleitung von Euren Mietern nicht einfriert. Wir haben hier teils zweistellige Minusgrade.
Bei der Länge kann es passieren, das sich Eis bildet und die Leitung dadurch verstopft.

Viele Grüße



Danke Georg,



jetzt hab ich mal sowas wie ein nachvollziehbares Szenario, wie sowas aussehen kann.

Und sowas wie Gewissheit, dass die bei mir vorgefundenen Nässeschäden, doch eher vom letzten Hochwasser stammen, als von unten hochgedrückt sind.

Gruss, Boris



Hallo Georg



Ich denke die Pumpe funktioniert. Die ist von jedem Klemptner - also 3 mal in den 2 Jahren - ausgiebig kontrolliert worden - weißt doch: Zeit ist Stundenlohn bei den Herren. Mit der Partisanenleitung meinst Du da die "schicke" Abwasserleitung an der Außenwand, von der Du sofort begeistert warst (grins )? Sollen wir die mal mit Isolierung einpacken ?
Gruß
Andrea



Lieber Herr Rupnow,



wenn Sie wissen wollen, wie eine sehr gute und seriöse Baustellen Begutachtung von statten geht, dann empfehle ich Ihnen die Forumsbeiträge:
131499
131514
131536
hier können Sie lesen, wie so etwas objektiv von statten geht.


PS was sind Sie denn bereit springen zu lassen, schliesslich haben Sie ja die vollen Auftragsbücher bis Jahresende (wie Sie oben geschrieben haben) den Forumsteilnehmer zu verdanken. :-))



Wasser im Keller



Hallo Andrea,
die Leitung sollte zumindest im Bereich des Schuppens gedämmt werden.
Die 2 m im Freien sind nur mit hohem Aufwand zu verkoffern.
Am besten und die richtige Lösung ist das Herunterführen des Fallrohres durch das EG ins KG und von da an der Decke entlang bis zum Anschlußpunkt.
Eine weitere Variante wäre die Leitung senkrecht am Austritt nach unten durch den Schuppen zu legen, dann aufzuschachten und zum Schacht 2 zu führen. Dort muß die Leitung dann über einen Abzweig in die neu durchzuführende Leitung mit eingebunden werden.

Viele Grüße

p.s. Hier mal ein Foto von einer Grundleitung, die unter einem Kellerfußboden verläuft und defekt ist




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