Feuchte Wände in der ganzen Wohnung

16.01.2013 c.boehnke



Guten Tag,
bin vor kurzem in eine neue Wohnung gezogen. Seitdem sind morgens alle Fenster super feucht.
Auf Nachfrage beim Vermieter kam folgendes:
Der Vorvormieter hat im Aussenbereich die Belüftungslöcher alle abgedichtet. Bei meinen Vormietern ist dann Schimmel an den Wänden und die Feuchtigkeit als erstes aufgetretten. Der Fehler wurde gefunden und die Belüftungen wurden wieder geöffnet. Die Feuchtigkeit aber blieb. Jetzt soll ich jeden Tag öfters alle Fenster ganz öffnen und anschliessend wieder heizen. Erstmal bin ich zur Arbeit und kann nicht täglich mehrmals heizen und zweitens sehe ich auch nicht ein die Mängel zu beseitigen, drittens ich muss die Heizkosten tragen.
Wer kann mir helfen?
Wie bekommt man die Wände schnell trocken?
Kann mich der Vermieter verpflichten durch Lüften und heizen sein Problem zubeseitigen?

Danke



Frage und Antworten



...Was für Belüftungslöcher wurden verschlossen und wieder geöffnet?

...Der Schimmel muss beseitigt werden, er stellt einen u.U. gesundheitsgefährdenden Baumangel dar. Auch ein Feuchteeintrag, wenn es denn baubedingt ist, ist ein Baumangel. Für Baumängelbeseitigung ist die Vermieterseite verantwortlich.
... Ja, der Vermieter kann "vernünftiges" Wohnverhalten im Rahmen des zumutbaren einfordern; das heißt Heizen und Lüften. Also morgens für 5 bis 10 Minuten die Fenster ganz auf und die Wohnung auch bei Abwesenheit zumindest temperiert halten (>15°), abends nochmal kurz durchlüften.
... Wände trocknen ist eigentlich nicht Dein Problem, s.o., trocken halten (durch Lüften und Heizen, nicht baubedingt) schon.

Lass' erstmal 'ne Woche sacken und beobachte die Situation, ein Feuchte-Temperatur-Protokoll ist hilfreich, und setz' Dich dann mit dem Vermieter zusammen; er sollte auch ein Interesse an einer auf Dauer guten Bausunstanz haben.

Ansonsten gibt es noch Mieterbund, Verbraucherzentrale, Presse (wenn es krass wird)...

MfG,
sh



Feuchte Wände in der ganzen Wohnung



Danke für deine Hilfe.

Aussen sind am Klinker Löcher gelassen, die Luft in die Hohlschicht lassen. Ist bei Klinkerbau typisch.

Klar lüfte und heize ich. Aber wenn ich täglich mehrmals die Fenster zum Stosslüften öffnen muss, dann habe ich hohe Heizkosten die ich ohne den Mangel nicht hätte,

Was ist das Feuchte-Temperatur-Protokoll? Wo bekomme ich das?

Danke



Feuchte-Temperatur-Protokoll



Ich vermute, mein Vorschreiber meint, dass Du ein Protokoll führen sollst. Mind 2x tägkich Temperatur und Luftfeuchte notieren, außerdem vielleicht noch vor/nach dem Lüften. Zu Dokumentationszwecken.



ohje



Au weia, feuchte Wände sind ein langwieriges, leidiges Thema. Habe mich auch viele Monate meines Lebens damit beschäftigen müssen... (Schimmel im Keller).

Wünsche dir eine baldige Lösung. Braucht kein Mensch!

http://www.weka-sauna-holzprofi24.de





Hallo,

die Lösung besteht in einer bedarfsabhängig und benutzerunabhängig gesteuerten Wohnungslüftung.
Diese ist seit 2009 Stand der Technik: DIN 1946-6, die
Wohnunglüftungsnorm.
Hersteller z.B. aereco, Colt.

Grüße



wenn



Du Brillenträger bist, dann kennst Du das Problem - kommt man mit einer kalten Brille in ein warmes Zimmer - dann sieht man nichts mehr, feuchtugkeit schlägt sich nieder - nach einer Weile ist es wieder okay - Brille klar, Nässe weg.
Mit dieser Erscheinung lässt sich schon fast vollständig die Lüftungsproblematik eines Hauses erklären.
Obwohl sich an der Feuchtigkeit im Raum nichts geändert hat, verschwindet die Feuchtigkeit von der Brille - weil sich das Glas zwischenzeitlich erwärmt hat.

Wichtig: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, kalte (Winter-)Luft, die man erwärmt, wird (relativ) trockener.
warme feuchte Meeresluft / kalte, trockene Kontinentalluft

4 Wege hast Du, die Feuchtigkeit aus der Wohung zu bekommen :

1. Wie vom Vermieter gefordert, mehrmals am Tag für einige Minuten mit völlig offenen Fenstern querlüften (Pfanzen aus der Zugluft nehmen). Die Möbel sollen dabei nicht auskühlen, das "bissel" Luft im Zimmer ist schnell wieder warm. Das Thermometer und Feuchtemesser im Auge behalten, um mal ein geführl für die Auswirkung zu bekommen.

2. Die Raumtemperautur anheben, so daß die Außenwände nicht mehr so kalt sind (denke an das Brillenglas) und dabei mit 2 Thermometer mal die Temperautur auf einer Außen- und auf einer Innenwand messen und die relative Luftfeuchte an beiden Orten. Diese Werte mehrmals aufschreiben und auch hier mal benennen, zusammen mit den Daten - wann und wie lange Du gelüftet hast - das wäre dann das Protokoll) Das ist auch wichtig, um dich vor möglichen Vorwüfen Deines Vermieters zu schützen.

3. neuen Feuchteeintrag durch langes Baden, Duschen, Wäsche trocknen in der Wohnung usw. reduzieren.

4. Luftentfeuchte mieten und betreiben (Zuschuß Vermieter ?)

Mit dem Vermieter über einen kleinen Zuschuß wegen dem Trockenheizen sprechen für diesen Winter.

Alternative: Ausziehen !





Liebe Leute,

das sind Vorschläge aus dem vergangenen Jahrhundert, die sich auf Altbauten ohne Nachbesserungsmöglichkeit beziehen. Insoweit alles richtig. Aber heute weiß man wie es richtig geht: nutzerunabhängige Lüftung einbauen. Und den Vorwurf, ein "Problemmieter" zu sein, muss sich niemand mehr anhören.
Also gilt für Häuser mit Baujahr ab 2009: keine Lüftung einzubauen ist ein Planungsfehler.

Grüße



Luftfeuchte



Ich ergänze:
Als hygienische Mindestanforderung sollte man von 12-13 Luftwechseln pro Tag ausgehen. Die sind bei modernen, dichten Fenstern nicht mehr ohne Zwangslüftung zu erreichen. In der Rechtssprechung gelten als zumutbar für den Mieter 3 Luftwechsel pro Tag. Für den Rest hat der Vermieter durch bauliche Anlagen zu sorgen (aber nicht durch undichte Fenster oder Löcher in der Wand).
Neben der Beschränkung der relativen Luftfeuchte kommt der Begrenzung des CO2- Gehaltes eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Es gibt den sog. Pettenkoferwert (1000 ppm), der max. CO2- Gehalt der Raumluft. In einem normalen Schlafzimmer ist der ohne geöffnetes Fenster oder nächtliches Stoßlüften oder Zwangslüftung nicht einzuhalten. Auch das ist ein hygienischer Mindeststandard, den eine Wohnung einzuhalten hat.

Viele Grüße



Moin,



kannst du deine Hütte nochmal etwas präziser beschreiben (Bj., Bauart, Lage der Whg., Fenster etc.)?

Es gibt nunmal leider auch Wohnungen, die nur mit erhöhtem Heizaufwand trocken und warm zu halten sind......

Hast du nach dem Energieausweis gefragt?

Wie hoch ist deine HK-Pauschale?

Gruss, Boris



Feuchte Wände in der ganzen Wohnung



Das Haus ist aus dem Jahr 1993. Die Fensterscheiben haben einen Wert von 1,6.
Die Wohnung liegt im Erdgeschoss.
Alles Wände fühlen sich feucht an und die Tapetten lösen sich langsam.

Das Lüften ist nicht das Problem. Ich habe eher ein Problem damit, dass ic für Fehler der Vorvormieter aufkommen soll. Ich muss öfter am Tag lüften und muss dann die Räume auf meine Kosten wieder warm bekommen. Wenn ich nach der Arbeit in die Wohnung komme, riche ich die Feuchtigkeit förmlich - ich denke ihr wisst was ich meine.

Würde es vielleicht etwas bringen, wenn man die Tapetten entfernt? Dann ist die Barriere zum Putz weg und die Feuchtigkeit könnte schneller durch lüften raus?
Oder könnte man einen Bauentfeuchter aufstellen?



Moin,



nach deiner Beschreibung ist deine Bude derzeit unbewohnbar.

D.h. sofort ausziehen, feddich.

Alternativ: Ausziehen, leerräumen, Tapete und Kleister runter, Schimmel abtöten, Bautrockner rein & Stosslüften sowie die Ursache des Feuchteeintritts beseitigen. Danach Neugestaltung z.B. mit Silikat- oder Kalkstreichputz.
Ganz klar Sache des Vermieters......er wird das allerdings anders sehen........
Von dir allein kanns ja kaum kommen, ob's der "Dampf" vom Vormieter war, kann keiner genau sagen.

Aber mal so nebenbei: Wieso bist du in die Muffelbude überhaupt eingezogen?

Gruss, Boris



Luftfeuchte



Das mit der Schimmelsanierung sollte man sich ebenfalls nicht mehr so einfach vorstellen.
Bei Schimmelpilzbefall greift die Biostoff- Verordnung und die entsprechenden technischen Richtlinien Biologische Arbeitsstoffe (TRBA`s). Danach ist der Schimmelpilzbefall einer Gefährdungsklasse zuzuordnen, es gibt Dokumentations- und Aufbewahrungsfristen für so eine Gefährdungsbeurteilung. Ab einer Befallsgröße von 0,5 m² ist ein Sachkundenachweis erforderlich.
Da kann man als Vermieter in einige Minenfelder treten wenn man dafür die falschen Leute bezahlt. Den Ausführenden sitzt auch noch die Bau- Berufsgenossenschaft im Nacken, die stellen ebenfalls umfangreiche Anforderungen.
Ohne Feststellung der Schadensursache und deren Abstellung ist eine Schimmelsanierung ohnehin unwirksam bzw. rechtlich als nicht wirksam anzusehen.
Das sagt übrigens auch das Bundesumweltamt in seinen Empfehlungen.
Da steht dann noch etwas anderes:
"Bei einer fachgerechten Sanierung, die die Schimmelbelastung an der Wurzel packt, ist eine Desinfektion nicht notwendig- sie kann sogar der Gesundheit schaden".
Weiterhin wird ausgeführt:
"Daher empfielt das Bundesumweltamt (UBA) eine fachgerechte Sanierung: Das umfasst die Beseitigung der Ursachen, die zum Feuchteschaden und damit zum Schimmelwachstum führten, die Reinigung von mit Schimmelpilzen befallenen Materialien, wo dies nicht möglich ist deren Entfernung sowie eine abschließende Feinreinigung der ganzen Wohnung, um noch vorhandene Schimmelpilzsporen zu beseitigen."

Das Landesgesundheitsamt Baden- Würtemberg hat dazu auch Empfehlungen herausgegeben.
Solche Regelwerke haben zwar nur Empfehlungscharakter, erfüllen aber bei einem Rechtsstreit die "Vermutungswirkung einer anerkannten Regel der Technik".

Viele Grüße



Neue Wohnung suchen



Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass du schon regelmäßig lüftest, deine Wohnung auf entsprechende Wohnraum-Temperaturen heizt und auch keinen Whirlpool im Wohnzimmer hast.

Wenn dann die Bude so nass ist, dass die Tapeten von der Wand komen und es mufft, dann ist wohl nicht davon auszugehen, dass das ohne größeren Aufwand zu beheben wäre. Da dürfte was grundsätzlich im Argen sein.

Ich würde mir eine neue Wohnung suchen. Wie lange wohnst du denn schon da? Das liest sich nämlich so, als hätte dich der Vermieter ins offene Messer laufen lassen. Falls du beim Mieterbund bist würde ich mich mal beraten lassen, ob da nicht ggf Schadensersatz vom Vermieter zu leisten wäre.

Gruß,
Tina



Frage und Antworten



Wohne seit 01.01.2013 in der Wohnung. Eine korrekte und regelmäßige Lüftung und auch die Raumtemperatur kann man bei mir voraussetzen.

Der Vermieter und die ehhemaligen Mieter haben mir gesagt, dass der Fehler beseitigt wurde und es jetzt durch lüften und heizen weggehen soll.

Der Fehler war:
Ein Vorvormieter hat die Außenbelüftung der Hohlschicht mit Silikon abgedichtet. Die Feuctigkeit konnte dann nicht nach draußen und hat sich dann innen abgesetzt. Es ist ein, für Norddeutschland typischer, Klinkerbau. Die haben alle diese Luftzufuhr.

Es ist alles sch...
Bei den beiden Besichtigungen (die waren Anfang November) konnte man nichts erkennen, nur auf die Worte der beiden o.g. vertrauen. Jetzt kann ich mir aber auch denken, warum die Vormieter ausgezogen sind.

Wenn es das Problem vm Vermieter ist, verstehe ich nicht warum er nicht bei Mieterwechsel die Sanierungen gemacht hat. Ich werde es aber klären. Die Wohnung ist sonst schön groß, gut gelegen und günstig.



Moin,



sieht so aus als hätten die bisherigen Beteiligten die Folgen ihres Tuns bzw. Lassens ignoriert und du hast jetzt die A....karte.

Dass dein Vermieter nix gemacht hat, liegt wahrscheinlich irgenwo zwischen "wird schon wieder" und "mirdochegal".

Fakt ist: Du bezahlst die schön grosse und gut gelegene Wohnung mit deiner Gesundheit......das ist nicht "günstig".

Folgeerkrankungen durch Schimmeltoxine zeigen sich oft erst Jahre später......

Ich würde fristlos kündigen wg. unbewohnbar (Einschreiben mit Rückschein) und mir zum 1.2. ein anderes Dach über dem Kopf suchen und sei es ein Pensionszimmer, die sind in der Nebensaison bezahlbar - Möbel notfalls einlagern.

Der Mangel war dem Vermieter bekannt, evtl. ist der Vormieter bereit das zu bezeugen. Alles von deiner Seite sauber dokumentieren: Fotos, Feuchtemessung, unabhängige Zeugen, evtl. Gutachten.

Dann per Anwalt Miete, Kaution, vorzeitigen Umzug sowie sämtliche entstandenen Kosten einklagen.

Alternativ kannst du diese Kosten auch überschlagen und dem Vermieter vorschlagen gegen Zahlung dieser Summe auf eine Klage zu verzichten. Das spart beiden Partein jahrelangen Nervenkrieg, sowie die Anwalts- und Gerichtskosten.

Viel Glück, Boris