Fenstertausch Fachwerkhaus

01.01.2012



Ich habe ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1754 gekauft. Die alten Holzfenster sind wohl ca. 30-40 Jahre alt, einglasig, aber z. T. als Kastenfenster verarbeitet oder haben aufgesetzte Fenster innen erhalten. Die Fenster sind leider zum grössten Teil undicht i. S. von undicht an den Rahmen, haben innen Kondenswasser (und wie!), die Rahmen außen (der Wetterschenkel) sind z. T. marode, die aufgesetzten Schindeln auch. Ich glaube, dass die Fenster nur sehr (geld-)aufwändig zu retten wären, dann bleibt noch offen, ob man sie überhaupt dicht genug kriegt, bzw. die Wärmedämmung wahrscheinlich außen vor bleibt. Wenn ich die Fenster austauschen lasse, sollen es Holzfenster im Stilbau sein, aber besteht dann Gefahr von Schimmmelbildung, da zu dicht? Über Antworten aus der Community freue ich mich sehr, lg Elif



Bitte



mal genauer beschreiben.

Innen Kondenswasser - innen zur Raumseite oder innen im Kastenfenster zwischen den beiden Scheiben ?

beim letzteren würde wohl eine Abdichtung dr Innenflügel helfen (nicht außen, diese Undichtigkeit dient der "Entspannung").
Sind die Fenster auf der Raumseite angelaufen, hängt das zwr auch mit der Wärmedämmung des Fensters zusammen, bei dem Wetter aber eher ein Zeichen auf zu hohe Luftfeuchte im Raum. Da hilft nur eine deutlich stärke Lüftung des Raumes, kontrolliert über Hygrometer und Thermometer. (50% Luftfeuchte bei 22°C wäre ok.).
Neue Fenster kosten gutes Geld und sind dicht. Das ist richtig. Nur kondensiert dann die zu hohe Luftfeuchte nicht an den kalten Scheiben sondern an den kühleren Wandteilen aus. Das bekommst Du aber nicht sofort mit - bis jetzt hast Du ja es sehen können. Das erfordert dann also eine hohe Selbstdisziplin beim Lüften !
Ob Du sanierst und wie, ist deiner Entscheidung überlassen.



Fenstertausch Fachwerkhaus



Danke für die Nachfragen..
die Fenster kondensieren zwischen den Scheiben bei den aufgesetzten Fenstern und auch bei den Kastenfenstern (da läuft das Wasser in den Zwischenbereich, also auf die Fensterbank). Wenn die zu hohe Luftfeuchte an den Wandteilen auskondensiert, besteht dann auch bei einem Fachwerkhaus Schimmelgefahr? Und lüften sollte man doch nur jeweils kurzzeitig, also stosslüften?



Stoßlüften ist richtig ...



... und das hat Olaf auch gemeint.

Schimmmelgefahr besteht immer dann, wenn eine dauerhafte Feuchte vorhanden ist.

Nun kommt es sehr darauf an, wie Dein Wand- und Deckenaufbau ist, wie geheizt wird, wieweit die Außenwände zugestellt sind, wie oft und lange Du in der Badewanne liegst und wie Du eben auch lüftest.

Bei einem Haus von 1754 würde ich mich deshalb an einen fachkundigen Betreuer vor Ort wenden, der alle Details kennt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ich habe mal eine Faustregel



gelernt: Die Fenster sollen nicht dichter (physikalische Dichte)sein, als das sie umgebende Bauteil. Maximal gleich! Das heißt: Der K-Wert ( Wärmedurchlaßwert sollte größer oder gleich dem Fachwerk oder dem Mauerewk sein.
Falls ich jetzt was durcheinander gebracht habe, bitte ich die im Forum vertretenen Architekten/Ingeniöre.etc. dies zu korrigieren:-)



Das mit der ...



...physikalischen Dichte ist Unfug.

Fichtenholz z.B. hat eine Dichte von 0,5 - Granit von oberhalb 2,5. Aus beiden Materialien kann man ein Haus bauen. Wie soll man wohl neue Fenster an so unterschiedliche Materialdichten anpassen, und wie ermittle ich überhaupt die physikalische Dichte eines Fensters? Orientiere ich mich da am Holz, am Glas, oder bilde ich einen Mittelwert???

@ Elif

Beim Baujahr der Fenster und Ihrer Beschreibung gehe ich nicht davon aus, daß die Teile erhaltenswert sind. Neue Fenster bedeuten geringeren Luftwechsel, den Sie mit dem sowieso erforderlichen Lüften ausgleichen. Eine Schimmelbildung wird nicht von neuen Fenstern provoziert - es kann sich aber erforderlich machen, über die Dämmung der Wände nachzudenken, da Kondensation ggf. verstärkt an den Wänden stattfinden wird.

Das ist eine komplexe Baumaßnahme, die professionell geplant werden sollte.

Grüße

Thomas



Fenstertausch Fachwerkhaus



Danke für die Hinweise und Tipps, ich möchte noch erwähnen, dass das Haus ein Fachwerkhaus in Lehmbauweise ist und die Zimmer recht hoch und groß sind, sodaß mit der erwähnten Lüftung vielleicht die Raumfeuchte zu zügeln ist?! Danke und Grüße an die Handwerker



Wenn



Dir momentan nur die Feuchtetröpfchen Sorgen machen, so kannst Du berugigt schlafen. Das ist ein normaler Vorgang und würde sich nur verhindern lassen, wenn Du die Fenster nach innen Abdichten würdest und die Flügel nach außen nicht dicht wären.
Zum Lüften solltest Du ruhig am Tag 2 der 3x querlüften - wenn es draußen vor allem schön kalt und trocken ist. Um aber erst einem ein Grundlage zur Kontolle deiner Luftfeuchte zu legen, Kauf Dir ein Feuchtemesser für Raumluft.



Bitte ...



...kauf mindestens 2 Feuchtemesser. Oder einen höherwertigen als hier im Bild :-)



warum Kondenswasser?



was für eine Heizung hast du in deinem Haus verbaut?

Womit sind deine Wände verputzt/verkleidet?



Fenstertausch Fachwerkhaus



Wie bereits beschrieben habe ich ein lehmverputztes Fachwerkhaus. Die Heizung ist eine Zentralheizung mit Heizkörpern in fast allen Räumen, nicht jedoch in den Fluren, desto mehr Kondenswasser entsteht je höher der Temperaturunterschied zw. Außen- und Innentemperatur ist (glaube ich bemerkt zu haben). Ich habe einen Fachmenschen (Restaurator) bestellt, der mal nach den Fenstern schaut....ob´s nutzt? ....



Das Kondenswasser...



an Einfach - oder in Doppelfenstern hat nichts mit der Art der Heizung oder des Wandputzes zu tun.

Grüße

Thomas



hat es nicht?



Stichwort Taupunktverschiebung?

grad oben nochmal gelesen, er hat auch Kastenfenster

Also wo soll die Feuchtigkeit hin, bei Zentralheizung bleiben die Aussenflächen immer kühl.

Bei Strahlungsheizung erwärme ich die Obefflächen anstatt der Raumluft, ergo kein Feuchtigkeitsniederschlag.

Ich versteh nicht warum (nicht nur historische)Gebäude immer duch Konvektionsheizung verschlimmbessert werden müssen.

Da gehört einfach n anständiger Kachelofen rein, oder alternativ Hypokausten- / Sockelheizung, wenn er eh schon nen Brenner und Rohre drin hat.



Lüften...



...heißt das Zauberwort. Und vielleicht will der Fenstertauscher ja nicht auch noch gleichzeitig Fußboden- oder Wandheizung einbauen? Fenster sind eh schon die teuersten Bauteile des Hauses.



Fenstertausch Fachwerkhaus



An alle "Antworter" danke und nun übe ich mich erst mal in Geduld und habe den Fenstertausch auf irgendwann verschoben und werde erst einmal auf den Rat des "Fachmannes Restaurator" eines der alten Fenster aufarbeiten, versuchen die Schwachpunkte zu verbessern und später dann entscheiden. Lg, Tü



Das ist...



...auf jeden Fall eine Herangehensweise. Falls es nichts bringt, war der Aufwand nicht groß.



naja...



wenn hier Stoßlüften noch als nicht erforderlich angesehen würde, wären eh alle Kommentare für die Katz



bauliche Lösung



Das Lüften funktioniert leider nur begrenzt. In Innenräumen herscht quasi immer ein höhere absolute Luftfeuchte als aussen. Daher muss auch bei Temperaturverschiebungen Feuchtigkeit ausfallen. (in der Regel immer an der kältesten Stelle z.B. Einfachglas).
Die beste aber leider auch Kostenintensive Lösung, wäre der Austausch der INNENFENSTER. Das verhindert auch die Feuchtigkeitsbildung im Fensterkasten.


Ps.: Ich bin Fensterbauer ;-)

bombeck-sprossenfenster.de



Da aber gerade dann,



wenn's an den Fenstern kondensiert, die absolute Luftfeuchte außen deutlich geringer als im beheizten Innenraum ist, kann mit dem Lüften ein passables Raumklima erreicht und gehalten werden.

Zu den beschriebenen Fenstern freilich gehört ein wenig Kondenswasser halt dazu.

Grüße

Thomas



das



"In Innenräumen herscht quasi immer ein höhere absolute Luftfeuchte als aussen" nichts mit Kondensatbildung und trocknen zu tun hat, ist für einen Laien nicht so ganz einleutend. Nicht die absolute, sondern die relative Luftfeuchte, welche nur in % angegeben wird, sagt aus, wieviel Luftfeuchte noch aufgenommen werden kann. Warme Luft kann mehr aufnehmen und sinkt die Temperatur (z.B. in Fensternähe, Scheiben, Laibungen), denn kommt der Punkt, wo die Luft nicht mehr aufnehmen kann und sogar abgeben muß = Kondensat. Holz wurde in der DDR nach TGL mit einer rel. Luftfeucht von über 90% getrocknet, klingt erst einmal nicht ganz losgisch .... aber die 10% sind entscheident.