Wie Hanfwolle einbauen ?

22.10.2007



Hallo,

aufgrund der wohl dieses Jahr wirklich auslaufenden Förderung für Naturdämmstoffe will ich noch die Zwischensparren-Dämmung für das DG bestellen. Ursprünglich wollte ich Hanf- bzw. Flachsdämmplatten einbauen, aufgrund unterschiedlicher Abstände und teilweise abgerundeter Sparren sind wir dann auf Hanf-Stopfwolle gekommen. Nun meine Frage, wie baut man die Stopfwolle in teilweise 110 cm breite Sparrenfelder ein, ohne das gleich alles wieder heraus fällt?
Bei Naturbauhof.de empfiehlt man ein fixieren mit angetackerten Schnüren und bei Hanffaser.de wird eine Schalung mit Latten empfohlen. Oder gibts es noch andere Vorschläge bzw. Erfahrungen???
Besten Dank euch schon im voraus.

Gruß
Thomas





Hallo Thomas,

Dachte die Förderung wäre schon Ende 2006 abgelaufen.
Ich habe nur zum Teil Stopfwolle aus Hanf verarbeitet und sonst zum großen Teil Platten, die ich aber fast alle zu schneiden musste, wegen unterschiedlicher Sparrenbreite. Eine heiden Arbeit, weil das Zeug verdammt beschi..eiden zu schneiden ist, besonders quer zu den Fasern.
Aber zu deinem Problem hätte ich einfach mal vorgeschlagen dir eine oder zwei Rollen Armierungsgewebe (1 Meter breit)zu besorgen, diese dann reihenweise an deine Sparren getackert und dann den Meter ausgestopft und dann die nächste Reihe. Auch zuschneidbar in halbe Meter, wenns einfacher auszustopfen geht. Kann man relativ gut spannen, aber nicht zu feste ziehen oder ausstopfen. Darüber dann aber nicht vergessen eine Dampfbremse, dann Abstandsparren zu legen, fall du das nicht schon wissen tust.

Gruß Borsti.





Hallo Borsti,

besten dank, die Idee mit dem Armierungsgewebe ist sehr gut, werde das ganz auch mal mit Jute-Gewebe probieren, als sozusagen Voll-Ökovariante.
Hat jemand Erfahrungen mit der Alternative "CanaFloc" -also Ausblasen mit Hanffasern?

Gruß
Thomas



Das handwerkliche Geschick...



... mit den leidlichen Materialien.
Wir haben einen Bauherren gehabt, der hat sich die Verarbeitungsdanleitung vom Hersteller besorgt bzw. nach dessen Vorgabe verarbeitet und heizt jetzt im Winter sein Dach mit ab.
Keine Winddichtung, Verarbeitungsrichtlinie zum Gott erbarmen!!!
Die Stopfware von Hanffaser Uckermark sollte man bestenfalls gegen eine komplette Holzschalung befüllen und diese Ebene nachher mittels Baupapier gut winddicht verkleben.
Doch da kann man auch eine Einblasdämmung aus Zellulose einsetzen, die sofort gegen das stabilisierte (Stützlatten!) Baupapier eingeblasen wird.

Zu weiteren Fragen stehen wir gern parat.

Grüße

Udo Mühle



Könnte es auch sein, dass das Material nach einigen Jahren fault oder schimmelt?



Oder, wie verhindert man dies?
Wenn Chemie verwendet wird - welche?
Ist diese auch noch Umweltverträglich?



Hanf oder nicht Hanf...



Hallo miteinander,

zunächst mal vielen Dank für eure Antworten.
Vielleicht nochmal der geplante Aufbau des Daches: Biber, die übliche Lattung, eine Ebene Holzweichfaserplatte, Aufdopplung der Sparren(11x14), dazwischen ca. 18cm Dämmung,Dampfbremse und Gipskarton bzw. Gipsfaser (alternativ vielleicht Heraklith ???) Für Zellulose als Dämmstoff kann ich mich nicht so richtig erwärmen, auch wenn es schon oft diskutiert und widerlegt wurde, so richtig überzeugen können mich zerschredderte alte Zeitung incl. Druckerschwärze nicht.
Der Vorteil von Hanf bzw. Flachs ist doch neben der besseren sommerlichen Wärmedämmung gerade die Eigenschaft, gewisse Mengen an Feuchtigkeit aufzunehmen und später wieder abzugeben. So große Mengen an Feuchtigkeit, dass die Hanfwolle schimmelt oder fault, wäre auch bei jeder anderen Art der Dämmung tödlich und sollte doch generell verhindert werden.
Oder ist das zu optimistisch gedacht?
@Udo Mühle
wäre der o.g. Aufbau so in Ordnung?

Gruße und ein schönes Wochenende

Thomas
Sedlaczek



Aufbauschichten



Die Ebene über dem Baupapier (Winddichtungsebene) sollte stets mit einer Kreuzlattung versehen werden, um bei der nachherigen Beplankung mit der Oberflächenebene nicht die Winddichtungsebene zu zerstören (Schraubenspitzen, Einbauelemente, wie Lampen, Kabel etc.).
Fermacell wäre sinnvoller, als die Gipskartonvariante.
Magnesithgebundenes Heraklith ist natürlich auch hervorragend, doch muß man hier dann noch die Endbeschichtung mittels Lehm- oder Kalkputzsystem mit einbeziehen.

Grüße Udo