OSB Wandanschluss und Stöße

23.09.2013



Hallo zusammen,

ich saniere gerade eine DG-Wohnung und habe mich für einen diffusionsoffenen Aufbau mit Hanf und OSB als Dampfbremse entschieden. Die OSB Platten sollen anschließend direkt mit GK-Platten beplankt werden. (ja, direkt ohne UK - bitte keine Kommentare hierzu) Die OSB Platten sind nun angebracht und ich habe noch meine Zweifel was das Abkleben der Stöße und die Wandanschlüsse angeht.

Zunächst mal zum Abkleben der Stöße:
Die Frage wurde schon hunderte Male gestellt und es gibt unzählige Beiträge, aber ich habe nach tagelangem lesen nicht eine einzige fundierte Antwort gefunden. Ist das Abkleben der Stöße grundsätzlich erforderlich, kann man sich das Abkleben der Stöße ersparen wenn direkt mit GK beplankt wird oder ist es grundsätzlich Unfug und Geldmacherei. Selbst bei den Hertstellern von OSB gibt es unterschiedliche Informationen und es ist im Netz nicht eine einzige Quelle auffindbar in der konkrete Angaben darüber gemacht werden wieviel Feuchtigkeit durch die Stöße
dringt und inwieweit sich damit das Gesamtsystem verschlechtert. Schließlich machen die Stöße nur einen winzigen Bruchteil der Gesamtfläche aus.

Und wie schon gesagt, bitte fundierte Antworten. Kommentare nach dem Motto "Oh Gott, wie kann man nur ?, du musst unbedingt Abkleben sonst passiert Schreckliches" gibt es reichlich und sind keinen Pfifferling wert. Glaube gehört in die Kirche und nicht auf den Bau.

Meine zweite Frage wäre die Ausführung der Wandanschlüsse. Da ich mit den OSB Platten am Rand gerade Schnittkanten habe, erschien mir das Einbringen von Kompriband zwischen Platte und verputzter Wand zunächst die einfachste und schnellste Variante. Jedoch ist Kompriband diffusionsoffen und nicht bremsend und auch das Verhältnis von Fugenbreite (10-20 mm) und Fugentiefe (Plattenstärke OSB 18mm) scheint ein wenig problematisch, zumindest konnte ich kein passendes finden.


saludos





ich weiß nicht, ob dieser Kommentar erlaubt oder gar keinen Pfifferling wert ist, aber OSB ist eben im wesentlichen nicht diffusionsoffen.

Wenn man also im System bleibt, würde ich die Fugen und Wandanschlüsse mit ähnlichen Eigenschaften einbauen, d.h. sorgfältig abkleben.

Anderenfalls würde ich an den "Fehlstellen" in Richtung Kälte mit vermehrtem Kondensatanfall rechnen, eben weil diese durchlässigen Stellen nur einen Bruchteil der vergleichweise dampfdichten Fläche ausmachen.

Die Sache mit dem Kompriband erscheint mir auch als eine gezielte Undichtigkeit.

Gruß

GE



OSB abkleben



Wenn Du Nut- und Federverbindung hast (ordentlich verbaut!), dann würde ich nicht mehr abkleben. Zur Wand hin würde ich je nach Beschaffenheit der Wand mit dauerelastischen Fugenkleber oder mit Klebeband arbeiten.

Ich würde keine GK-Platten sondern Gipsfaser-Platten verwenden und dort wo die Stöße der Platten sind vorher ein glattes Paketklebeband auf die OSB bringen. Die Gipsfaserplatten werden angeschraubt - nicht geklebt. Die Stöße werden verspachtelt. Durch das Paketklebeband kann der Spachtel sich nicht mit der OSB verbinden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



seufz,



nimms mir nicht übel GE, aber deine Antwort bestätigt nur meinen Eindruck. Das die Stöße wie du sagst mehr durchlassen und mehr Kondensat anfällt ist logisch und steht ja auch gar nicht in Frage. Das sagt aber doch rein gar nichts darüber aus ob es Sinn macht die Stöße abzukleben. Wenn ich jetzt statt ner 18mm eine 15mm OSB genommen hätte, hätte ich auch mehr Kondensat. Darf ich jezt keine 15ner benutzen ? Das ist doch relativ. Das einzig Entscheidene ist doch die Menge, und darüber gibts irgendwie keine Info. Die große Mehrheit ist fest überzeugt Abkleben wäre nötig, aber keiner weiss wirklich warum ?!? Ich hab so das Gefühl hier ist die Propaganda Erfinder des Gedankens.

Frank, würd jetzt auch Gipsfaser nehmen, aber die GK waren schon da. Ansonsten war die Ausführung genau so geplant wie du es beschrieben hast. Einzige Frage war halt das Abkleben und die Wandanschlüsse.
In kleineren Fugen unter 10 mm ist das mit dem Kompriband wirklich Klasse, aber die Dehnungsfugen an den Wänden sind halt zu groß. Dem Klebeband allein trau ich nicht wirklich, und da die Wände verputzt sind möcht ich mir das mit Kompriband und Anpresslatte nicht antun.

Habe keinerlei Erfahrung mit Fugenkleber, hast du das Zeugs schon mal verarbeitet, oder kanns du ein Produkt empfehlen ?

saludos





dass eine 15er Platte in diesem Zusammenhang besser ist als eine 18er kann ich nicht recht glauben.

Das Problem ist doch folgendes:

wenn 99% eine Gebäudehülle dicht ist, dann werden die Luftbewegungen über die -wenn auch kleinen- Leckagen erfolgen.
Dort könnten dann vergleichsweise große Kondensatmengen punktuell in der Dämmung auftreten und schließlich irgendwo hinlaufen, wo sie nicht mehr abtrocknen.
Wenn man einen tatsächlich diffusionsoffenen Aufbau gewählt hat, dann kann die Feuchtigkeit über die großen Flächen viel besser rücktrocknen.


damit diese punktuellen Undichtigkeiten gefunden werden, haben die "Dämmer" den Blower-Door-Test erfunden. Hiermit soll nachgewiesen werden, dass eben keine Leckagen da sind. Ich finde das einleuchtend, Du offenbar auch:

"Das die Stöße ... mehr durchlassen und mehr Kondensat anfällt ist logisch und steht ja auch gar nicht in Frage."

"Die große Mehrheit ist fest überzeugt Abkleben wäre nötig, aber keiner weiss wirklich warum ?!?"

Doch, eben aus diesem Grunde. Auch wenn man nun die Plattenstöße mit GK überdeckt, bleiben doch die Ecken.
Das alles gilt aber natürlich nur an Warm/Kalt übergängen.

aber es soll natürlich jeder nach seiner fasson glücklich werden.

Gruß GE



Konkret



Im konkreten Fall ist das akademisch, da der Aufbau unkritisch ist, zumindest in Bezug auf die Fläche bzw. die Plattenstöße.
Allgemein gilt: Das lässt sich nicht quantifizieren ohne die Randbedingungen definiert zu haben. Eine punkt- oder linienförmige Schwächung einer Dampfbremse oder -sperre führt zu punkt- oder linienförmig erhöhtem Feuchteeintrag in die Konstruktion, was zu Schäden führen KANN.

Anders sieht es beim (Außen-)Wandanschluss aus. Hier kann bei diffusionsoffener Ausführung und ungünstigen Voraussetzungen die eindringende Luftfeuchtigkeit direkt kondensieren und das Bauteil durchfeuchten.

MfG,
Sebastian Hausleithner



Kleber für Wandanschluss



Als Kleber für den Wandanschluss kann der z.B. der ORCON-F von proClima verwendet werden.

Sind die OSB-Platten nun mit Nut- und Feder verarbeitet worden oder nicht?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural Naturfarben





sorry GE, aber

"Das Problem ist doch folgendes:..."

genau das is es nicht ! Du redest über Zirkulation und Konvektion. Die Luftdichtheit ist gegeben und es geht um die reine Diffusion. Auch beim Blower-Door gehts um die Luftdichtheit, mit Diffusiondichtheit hat das nichts zu tun.

Sebastian, du sagst "Das lässt sich nicht quantifizieren ohne die Randbedingungen definiert zu haben."

Aber es müsste doch zumindest einschätzbar sein, mit welchen Dimensionen hier zu rechnen ist 1 ml, 10 ml, 100 ml, 1000 ml / m2 ?!?

Frank,
mit Nut und Feder. Hast du das mit dem Kleber mal gemacht ? Frag mich wie man das Zeugs vernünftig in die Fuge bekommt,
da diese ja nach hinten mehr oder weniger offen ist.


saludos



meine



Ausführung sah so aus:





ich lerne ja gerne dazu, aber das Problem mit dem Abkleben der Stöße und Randanschlüsse hat doch nichts mit Diffusion zu tun, sondern mit "Zirkulation und Konvektion".

Wenn die Luftdichtigkeit ohnehin gegeben wäre, braucht man auch nichts abzukleben.

dann verstehe ich die Frage nicht.





Es ist alles gesagt! Hast Du einen natürlichen Dämmstoff, ist dieser eher in der Lage, evtl. entstehende Feuchtigkeit nach außen zu transportieren.

Ich habe bei Altbausanierungen oft in Gefache, welche nach innen mit verputzten Heraklithplatten verschlossen und nach außen diffusionsoffen abgeschirmt waren, Iso-Floc eingeblasen und habe bis heute (10 Jahre) keinen Schadensfall.

Die andere Frage ist die Luftdichtheit. Bei N+F kann man das Abkleben vernachlässigen. Wandanschlüsse müssen dicht und flexibel ausgebildet werden.