Fachwerkhaus "Step by Step" restaurieren? Etwas Hilflos.

20.06.2003



Wir (m/w 39/33) sind kurz davor uns ein Bauernhof Fachwerkhaus (Bj.1900) zu kaufen. Zustand so lala (in unseren Augen), war aber bis vor kurzem noch bewohnt. Erfahrung damit haben wir null, sind aber Handwerlich nicht ganz unbegabt (glauben wir), die Finanzierung für den Kauf steht (fast), eine Laienhafte Schätzung eines Bekannten "der sowas auch schon mal gemacht hat" besagt, jetzt 40.000 Euro reinstecken (Heizung, Bäder, Strom), Einziehen und den Rest auf die Jahre verteilen. Ich neigte dazu dem zu folgen. Ab ins kalte Wasser und schwimmen! Bis ich diese Forum entdeckte.
So viele Fragen (klar, auch Antworten) die wir bisher noch nicht im geringsten bedacht hatten. Doch lieber alles gleich auf einmal machen als Jahre in einer Baustelle wohnen? Nein, dazu fehlt uns das Geld. Also ganz die Finger davon lassen? Aus der Traum? In meiner Naivität ging es mir irgendwie besser. Ich bräuchte jetzt bitte mal etwas Mutzusprache oder einen der mir auf die Finger haut und rät es sein zu lassen. Gibt es jemanden im Rhein-Maingebiet , der uns mal auf einen Kaffee in sein fertig restauriertes Haus einlädt (Kuchen bringen wir mit, klar) und uns seine vielleicht ähnliche Geschichte und Erfahrungen erzählt? Ansonsten tolle Seite hier! Danke liebe Community. Gruss, Andreas und Claudi.



step by step...



hallo ihr beiden,
tja, auch wir stehen vor einem solchen problem. da geht kein weg vorbei, wenn ihr euch nicht unglücklich machen wollt: da muß ein Architekt her. wir haben uns auch gewunden (wieder kosten...), aber letztendlich hat der architekt uns gesagt das es funktioniert und was das ganze über den daumen kosten wird. wenn ihr schon (was wahrscheinlich ist) viel geld von der bank kriegt, ist es ärgerlich anschließend für jahre in einer großbaustelle zu sitzen, weil die Kohle gerade für den Kredit reicht und nicht mehr für große reparaturen. ein architekt kann euch da schon besser raten. es ist das geld wert. viel erfolg (wir sind auch noch am rechnen)wünsche ich euch !!!



Step by Step



Hallo, wir haben 2001 auch den Sprung ins kalte Wasser gewagt und das alles ohne irgendwelche Firmen (nur die Gasleitung wurde von einer Fachfirma verlegt). Bei der 1. Besichtigung hatten wir zwar mal einen Architekten dabei, aber haben uns dann doch entschieden (Hauptgrund Geldmangel) alles ohne ihn zu machen. laut Architekt ist unser haus Baujahr ca. 1700. das haus war ca. 10 Jahre nicht mehr bewohnt und sah halt auch dem entsprechend aus.
Wir haben uns dann erst mal für die Hauruck Methode entschieden. da wir innerhalb 3 Monate einziehen mussten und wenigstens ein paar Zimmer bewohnbar sein sollten. also fingen wir an erst mal rauszureisen ...da hatten wir dann schon die ersten Überraschungen ...laut Architekt alle Balken in Ordnung...na ja war wohl nicht so... also diverse Balken halt erneuert. Je mehr Verkleidungen wir abmachten um so mehr Überraschungen kamen.
Aber da mussten wir jetzt halt durch. Also haben wir erst mal alles neu gemacht ( Heizung, Strom, Wasser, Fenster usw.) und dann die Wände mit Rigips abgestellt (an alle Fachwerkfanatiker ich weiß das es nicht das Wahre ist ....aber wir hatten ja keine Zeit und Firmen konnten wir uns nicht leisten). Nach dem wir jetzt hier wohnen soll halt alles nach und nach richtig gemacht werden. Ich weis nicht ob ich mir noch mal ein Fachwerkhaus kaufen würde aber uns gefällt es hier und sind eigentlich doch glücklich mit dem Kauf.
Wir finden übrigens immer noch Überraschungen hinter irgendwelchen Sauerkrautplatten und sonstigen Verkleidungen....
Gruß Thomas





hallo,

wir haben im März 2001 unser ca 200 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft. Die eine Haushälfte war ca 1 1/2 Jahre unbewohnt. Wir haben einen Zimmermann zur Besichtigung mitgenommen. Der konnte uns viel zu der Substanz des Hauses sagen. Und er hatte Recht behalten. Wir haben bis auf ein paar wirklich Kleine...keine Überraschungen erlebt. Gas und Wasserleitungen haben wir von einer Firma Verlegen lassen. Da wir da auch die Sichherheit haben wollten. Wir haben uns aber vorher von verschiedenen Firmen angebote eingeholt. (die Kosten frei waren). Da gab es erhebliche Preisunterschiede. Elektro haben wir selber verlegt. Uns ansonsten auch alle Arbeiten selber gemacht. Schleifen, ölen. Wände neu verputzen, Rigips setzen. Aber es hat sich gelohnt. In ca. 3 Wochen werden wir einziehen. Aber auch wir werden nicht fertig sein.Die wirklich groben und schmutzintensiven Arbeiten sind dann abgeschlossen. Aber es gibt noch genug Arbeiten die wir erst ausführen wenn wir im Haus wohnen. Aber ich denke das muß jeder für sich selber entscheiden. Den Einen stört es nicht wenn er auch nach dem Einzug noch Arbeit hat...der andere möchte in eine fertige Wohnung einziehen. Ich denke man muß selber entscheiden was Vorrang hat. Wir haben uns entschieden Arbeiten wie zum Beispiel Fenster und türen Abschleifen und neu Streichen auf nach dem einzug zu verlegen. Die Türen und Fenster kann man aushängen...also wird diese Arbeit hinterher draussen oder in der Garage gemacht. Die Fensterrahmen habe ich bis auf das Lackieren fertig. Lackieren kann ich die auch im nach hinein. Wir wohnen in NRW leider etwas weiter weg...aber Ihr seid herzlich eingladen vorbei zu kommen.
Wie gesagt der eine erlebt viele unangenehmen Überraschungen, der andere nicht. Man weiß nie was sich hinter der "Fassade" verbirgt.
Liebe Grüße Pat und Rainer





Hallo Andreas und Claudi,

wir haben im August letzen Jahres unser Haus gekauft und sind seitdem an Wochenenden, freien Tagen und im Urlaub fast immer auf unserer Baustelle. Man kann seeeeeeehr viel selbermachen, man muss sich nur trauen :-). In einer Woche ziehen wir ein. Bad haben wir noch keins, das kommt in den Anbau und der ist grade in Arbeit. Dafür werden aber Küche und 2 Zimmer fertig sein. Wenn ich ehrlich bin - nach fast einem Jahr Fahrerei zu unserem Haus, wo ein Anfahrtsweg 45 Minuten dauert, bin ich heilfroh, wenn ich auf unsere Baustelle ziehen kann, da kann man mal Abends Kleingkeiten oder vorbereitende Arbeiten machen und darf auch mal am Wochenende sich den Luxus gönnen, mal was anderes zu machen... :-), außerdem hat man nicht mehr den Druck im Nacken, dies und das muss jetzt unbedingt fertig werden, auf Teufel komm raus. Zum Thema Geld: Es reicht eh nie, was man von der Bank bekommt, wir haben unseren Puffer schon ausgereizt und das Dach wird immer noch nicht gedeckt sein. Aber eins nach dem anderen. Man sollte sich aber vorher vor bösen Überraschungen wenigstens versuchen zu schützen, indem man mal mit dem Zimmermann durchs Haus geht, der die Balken abklopft... (die Fenster waren auch ein großer Batzen an Geld, da müsst Ihr auch drauf achten, ob Ihr die erneuern müsst; wenn Euer Haus unter Denkmalschutz steht, besteht die Möglichkeit, alles von der Steuer abzusetzen ...). Wenn Ihr mögt, Ihr könnt uns sehr gerne mal besuchen (Nidda, 70 km nordöstlich von Frankfurt), könnt mal schauen, was wir so gemacht haben, wir können Euch zeigen, auf was man beim Kauf so achten muss, was wir für Materialien verwendet haben und warum ... und wir können Euch auch sagen, was wir jetzt nach unserer Erfahrung anders machen würden und auf was man getrost verzichten kann. Wir könnten Euch auch (gut, kommt drauf an, wo Ihr wohnt) Handwerker empfehlen, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben (es gab auch andere bei uns...)... Ich wäre damals auch froh gewesen, wenn mich "jemand an die Hand genommen hätte", so mussten wir uns auch durchkämpfen, aber unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter :-). Viele Grüße Annette





hallo, wenn ihr mal ein haus sehen wollt, das an der halbzeit steht: mehr arbeit gemacht als noch zu machen, juche!, dann macht am tag des offenen denkmals eine fahrt ins fränkische. zwischen schweinfurt und hassfurt am main liegt das dörflein wagenhausen, und da steht unsere ehemalige ruine (im april 2002 gekauft), die jetzt langsam zum haus wird und im april 2004, nach nur zwei jahren bauzeit, bezugsfertig sein soll. wir haben uns auch aus familiären gründen (ein kind und jetzt noch ein kind) und wegen des geldes (miete für die wohnung!) für die kombi-methode aus hau-ruck und step by step entschieden: was notwendig ist, um das hau´s nicht nur bewohnbar, sondern wirklich wohnfertig zu machen, ziehen wir mit viel Eigenleistung aber auch firmenunterstützung möglichst schnell durch, so lange die bank mitspielt; der rest: weiterer dachausbau, hof, scheunen, nebengebäude, muss warten, bis wir eingezogen sind. bis jetzt geht's so ganz gut, wenngleich und manchmal die arbeit über die ohren wächst, besonders dann, wenn vorarbeiten für handwerker zu erledigen sind. jetzt steht im groben der rohbau des hauses mit saniertem dach. bis zum tag des offenen denkmals am 14. september, an dem wir uns begteiligen, sollen heizung, elektro, wasser und Abwasser verlegt sein, die löcher im haus durch fenster ersetzt und der Putz innen und außen aufgebracht sein. herbst und Winter wollen wir dann für den Innenausbau weitgehend in eigenregie nutzen, das frühjahr dann für Garten und eingangsbereich. kaum zu glauben: dann haben wir unser traumhaus! kommt vorbei und schaut euch an, was alles möglich ist (und wo die grenzen sind!)
Gruß günter flegel, wagenhäuschen



Hilfestellung...



für eine vernünftige und bezahlbare Sanierung möchte ich Euch anbieten. Und eben nicht mit dem Rigips (Barackenklima und radioaktiver Belastung!!) und Folien weil's schnell gehen muß und Bauschaum und Styropor und und und. Wenn Ihr ein Interesse habt, so meldet Euch und ich denke, daß ich Euch interessante Ideen vermitteln kann. Nächtliche Grüße aus der Umgebindeheimat Oberlausitz im Dreiländereck.



Fachwerkhaus



Wir hatten auch genau diese Entscheidung zu treffen. Im ersten Schritt solltet Ihr die Hausbesichtigung zusammen mit einem Architekten oder Zimmermann vornehmen. Damit Euch ein Fachmann sagt, ob sich das Objekt lohnt, oder was Ihr investieren müßt. Ihr könnt Euch auch ein Fachwerkbuch kaufen, um einen guten Einblick über die Arbeit die noch auf Euch zu kommt zu bekommen.
Gerne könnt Ihr uns auch einfach anrufen.



Fachwerkhaus



Wir hatten auch genau diese Entscheidung zu treffen. Im ersten Schritt solltet Ihr die Hausbesichtigung zusammen mit einem Architekten oder Zimmermann vornehmen. Damit Euch ein Fachmann sagt, ob sich das Objekt lohnt, oder was Ihr investieren müßt. Ihr könnt Euch auch ein Fachwerkbuch kaufen, um einen guten Einblick über die Arbeit die noch auf Euch zu kommt zu bekommen.
Gerne könnt Ihr uns auch einfach anrufen.



Vor der Nase weggeschnappt



Vielen Dank an alle für die Hilfe. Leider haben wir wohl etwas zu lange gewartet, jetzt hat jemand anderes das Haus gekauft. Naja wer weiss für was es gut ist, dann suchen wir weiter und besorgen uns noch mehr Infos.
Weil jetzt haben wir Blut geleckt, es muss schon ein Fachwerhaus werden!





Hallo Andreas + Claudi,
manchmal sieht man von außen nicht, dass es ein Fachwerk ist. So war es bei uns. Erst beim entfernen von Tapete und Wand (haben wir schon bei der Besichtigung gemacht, da wir nicht die Katze im Sack kaufen wollten) hat der Fachmann gesagt, es könnte ein Fachwerkhaus sein. Auch wenn es von außen sehr marode aussieht, lasst Euch nicht abschrecken. Alles geht zu reparieren!!
Wichtig ist auch bei einer schneller Entscheidung die Finanzierung. Kann ich Euch auch was empfehlen.
Tschüsssi Gabi



Fachwerkhaus



Ich habe vor 16 Jahre ein tolles Fachwerkhaus gekauft und nach und nach restauriert. Toll !!! Jetzt möchte ich es in 2 Jahren, oder auch früher wieder verkaufen da ich nicht mehr so jung bin und ich nicht mehr soviel Energie Habe es in Ordnung zu halten