Steinwand Keller sanieren

01.04.2020 TM


Steinwand Keller sanieren

Hallo,

im Zuge der Sanierung unseres Hauses aus dem Jahr 1930 würden wir gerne unseren Keller auf Vordermann bringen. Nach grobem abklopfen das Putzes auf Hohlstellen habe ich mal eine besonders hohl klingende Stelle entfernt und bin dahinter auf diese Steinwand/Fundament gestoßen. Im Bereich das Sockels ist bereits der ganze Putz entfernt worden (Vorbesitzer). Die Steine dürften nicht wirklich vermörtelt sein sondern scheinen nur in der Erde zu liegen. Das Gebäude ist teilunterkellter und im EG wurde bereits eine neue Betonbodenplatte eingezogen.

Wir würden nun gerne den Sockelbereich mit Sanierputz ausbessern um einen kleinen Hochzug für eine flüssig Abdichtungam Boden zu bekommen und danach Fliesen verlegen. Anschließend hätten wir versucht die "Fugen" auszukratzen und mit Mauermörtel zu verfugen/ auszuwerfen. Weiter verputzt hätten wir die Wand nicht damit die Erdfeuchte möglichst gut entweichen kann.

Der Keller soll nur als Technikraum dienen, Fenster gibt es keine, nur einen Entlüftungsstrang über das Dach. Die Optik ist eher nebensächlich wir wollen nur vermeiden das da unten alles vor sich hin modert/schimmelt.

Sind wir damit auf dem richtigen Weg?
Danke für eure Hilfe!



re



Hallo,

die Bruchsteine sind mit großer Sicherheit nicht einfach in die Erde gelegt. Vermutlich ist es eine magere Mischung, die Dir sehr sandig vorkommt.
Die Fugen teilweise auszukratzen und mit einem harten Mörtel neu zu verfüllen halte ich, sofern die Bruchsteine nicht von alleine drohen herauszufallen, für unnötig.
Wozu möchtest Du eine Bodenabdichtung vornehmen, wenn Du den Boden mit Fliesen belegen möchtest?
Das "Belüftungssystem" sollte auf jeden Fall intakt bleiben.
Liebe Grüße



Danke für die schnelle Antwort!



Die Abdichtung am Boden hätte ich nur gemacht um den Fliesenboden vor Feuchtigkeit von unten zu schützen. Die Fläche ist sehr klein, daher ist es kein großer Aufwand und ich dachte es hilft vl. etwas.

Die neue Betonplatte über dem Keller wird vollflächig mit Bitumen geflämmt, dh. die Feuchtigkeit aus der Bruchsteinwand kann auch nicht weiter nach oben. Das verfugen hätte ich nur gemacht damit nicht dauernd Sand/Erde aus der Wand bröselt, zudem dürften ein paar kleiner Steine auch etwas locker sitzen die hätte ich damit wieder verfestigt.

Der Keller hatte mal zwei Fenster die allerdings schon vom Vorbesitzer zugemauert wurden. Die einzige Belüftung ist nun ein 100er Rohr das wir durch die Decke übers Dach hinausführen. Ich hoffe das reicht um die Feuchtigkeit hinaus zu transportieren. Wie brauchen keinen Wohnraum, wir möchten nur vermeiden da unten Schimmelprobleme o.ä. zu bekommen.



Schimmelvermeidung



zur Schimmelvermeidung ist eine Absenkung der Luftfeuchte nötig. ob das mit einem 100-er Rohr allein funktioniert bezweifle ich, vor allem , wenn es keine Zuluft gibt. Lassen sich die Fenster wieder reaktivieren? Welcher Boden ist jetzt vorhanden ?



Aufsteigende Nässe



Bitte was liegt hinter der Wand
Außenbereich?
Angefüllt (erwähnt teilunterkellert)

Das Problem bleibt die aufsteigende Nässe.
Mit einem versiegeln mit Fliesen wird dies in meinen Augen verschlimmert.

Weiter helfen kann man nur mit mehr Infos
Muß es Denkmal ökologisch korrekt sein
Oder einfach nur nicht gammeln

Sachlich fehlt in diesen alten Gebäuden die Horizontalsperre diese könnte Mann nachträglich einbringen.

MFG Lars



Keller sanieren



Wenn die Steine verfugt werden sollen zuerst gründlich reinigen- evt vorsichtig mit Hochdruckreiniger und wenig Wasser abspritzen,
dann die Fugen mit Kalkzementmörtel oder hydraulischem Kalkmörtel auswerfen und zum Schluß den unteren Bereich so glätten,
dass du eine geeignete Anlagefläche für die Feuchtigkeitsabdichtung hast.

Sanierputz ist vollkommen sinnlos und für diesen Anwendungsfall nicht vorgesehen.

Sanierputz saniert gar nichts sondern soll nur einen größeren Porenraum für Salze bereitstellen- Salze liegen aber bei dir nicht vor.

Du könntest, sofern du Erde/Lehm als Untergrund hast, diesen nivellieren, eine EPDM-Folie auslegen und am Rand etwas hochziehen, darauf ca 5 cm scharfen Putz- und Mauersand eben über Rohre/Latten abziehen und dann Beton-/Granitplatten o.ä. ab 2 cm Dicke einlegen.

Horizontalsperren sind bei solchem Mauerwerk sinnlos-
wenn überhaupt gibt es von außen seitlich eindringende Feuchtigkeit, die davon nicht reduziert würde.

Wenn der Boden abgedichtet ist mit Hygrometer die Luftfeuchtigkeit überprüfen und danach entscheiden,
ob das vorhandene Entlüftungsrohr (und die Zuluft!) genügt oder du besser die ursprünglichen Fensteröffnungen wieder herstellst.

Eine Bitumenbahn auf einer neuen Betiondecke sollte nicht notwendig sein-
Betondecken stellen per se eine Dampfbremse dar,
außerdem trocknet der Beton viel schneller ohne Abdichtung.

Allenfalls Folien wie Katja Sprint, Erika von Bauder etc auslegen-
die helfen auch gegen Radon, sofern ihr in einem Risikobereich liegt.

Bei einer Betonfläche auf Erdboden ist eine Abdichtung hingegen sinnvoll.



Geht auch



Einen billigen Zementmörtel kaufen und ein Planum herstellen alles trocken
Hat spitze bei mir funktioniert der Zeit und Termin Plan ist dafür entscheidend
Dem vorherigen Betrag stimme ich zu
Sanierputz ist bei Salpeter hilfreich.

Dieser Zementmörtel, Betonestrich entzieht dem Raum viel Wasser und danach ist ein Neuanfang
Möglich und ein beobachten der Wand (Zeitraffer)
Leider nur schlecht vertretbar
Wenn sie keine Zeit haben
Bei mir habe ich eine Folie auf diesen Zementboden gelegt und betoniert ca 7 cm glücklicher Weise ist keine Feuchtigkeit aufgestiegen und kann weitermachen.

Viel Glück



Keller sanieren



Statt Betonplatten kann auch ein 5-7 cm dicker Zementestrich hergestellt werden,
allerdings dienen die daruntergelegten PE-Folien nicht der Abdichtung sondern sollen verhindern dass das Anmachwasser nach unten entweicht.
Bis zum Erreichen der Ausgleichsfeuchtigkeit des Estrichs wird erst einmal Feuchtigkeit abgegeben.
Da Zementestrich kapillar ist verhindert der keine aus dem Untergrund aufsteigende Feuchtigkeit-
er reduziert sie etwas wegen seiner Wirkung als Dampfbremse
Zur Abdichtung müßte zumindest eine dickere PE Folie oben aufgelegt werden, falls der Raum nicht benutzt wird.



Schimmelvermeidung



Kannst Du rekonstruieren, weshalb die Fenster zugemauert wurden?
Der Vorbesitzer wird vermutlich kein Fotolabor im Keller betrieben haben.

Du musst Dir grundsätzlich die Frage stellen, was Du in Zukunft mit dem Keller vor hast und wie viel Geld und Zeit Du dafür investieren kannst. Zum lagern von Äpfeln ist ein kühler, dunkler, feuchter Kellerraum super.
Das unterstellen von Möbeln wird dagegen nicht möglich sein.
Ein aufwendiger und trockener Fußbodenaufbau wird Dir nichts bringen, wenn Feuchtigkeit von außen auf die Wände drückt und die Möbel auf "trockenem" Boden aber in feuchter Raumluft lagern.

Das Belüftungssystem über Rohre funktioniert nur, wenn es auch eine Zuluft gibt. Durch eine Steuerung, kann man die Trocknung verbessern.
Ich kenne solche Belüftungssysteme von alten Gruften (diese haben in den meisten Fällen auch keine Fenster:)
Je nach Raumvolumen, gibt es dort im Sockelbereich 1-2 Lufteingänge und über Züge nach oben dann noch entsprechende Ausgänge.

Hast Du denn mal die Feuchtigkeit gemessen oder irgendwo Schimmelbildung feststellen können?

LG