Seit 100 Jahren unverlehmtes Fachwerkgebälg

02.10.2005



Ein grosses Hallo an alle Fachwerkliebhaber! Wie die Überschrift schon sagt.In unserer ehemaligen Scheune ist das Fachwerkgerüst bis heute noch ohne Inhalt. Von aussen sind grosse Bleche vorgearbeitet, die einfach nur schäbig anzusehen sind.Und von Isolierung keine Rede. Jetzt würden wir gerne mit Gasbetonsteinen füllen.Ist das ratsam, müssen wir das Holz vorbehandeln, und wenn ja, womit? Dazu sollte ich wohl noch erwähnen, daß das Fachwerkgerüst in einem Topzustand ist.Wir schätzen uns jeden Tag glücklich,dieses Haus und die damit verbundene Arbeit zu haben,aber wir möchten so wenig Fehler wie möglich machen. Vielen Dank im Voraus für Informationen, die uns weiterhelfen, denn bei uns geht es nur in Eigenleistung.



Lieber nicht mit Porenbeton.



Hallo Petra, die Ausfachung mit Porenbetonsteinen ist nur sinnvoll, wenn ihr eure 100 Jahre alte Scheune in 20 - 25 Jahren abreißen wollt. Einige baupfysikalische Eigenschaften von Porenbeton. Nimmt große Mengen an Feuchtigkeit auf und gibt sie nie wieder ab. Was zur Folge hat, das Feuchtigkeit, genau wie beim Einsatz von Zement, immer am Holz ansteht und so zur Zerstörung beihilft. Schätzen sie sich glücklich das ihre Scheune noch nicht ausgefacht ist. Mein Rat. Suchen sie einen Fachmann ihres Vertrauens und investieren sie in ein durchgängiges Baukonzept, abgestimmt nach ihren Bedürfnissen und Anforderungen. Fachwerkausfachung mit Lehm in Eigenleistung. Sieht das wirklich nach schwerer Arbeit aus. Mit lehmigen Grüssen Martin Elzenbeck



So siehts aus.....



schließe mich meinem Voredner ohne Wenn und Aber an,
Porenbeton oder landläufig auch Gasbeton gennannt hat absolut nix in einer Fachwerksausfachung zu suchen. Wenn euch eine klassische Stakung zu kompliziert erscheint machts mit Lehmsteinen sog. Grünlingen aber bleibt im Lehmsystem aussenseitig könnt ihr immer noch Kalken.
Besser ist das!



Fachwerk nur mit Lehmsteinen



Hallo Petra,

auch wir warnen vor dem Einsatz von Porenbetonsteinen! Für die Ausfachnung empfehlen wir keine Grünlinge (eignen sich mehr als Füllung zwischen Balken im Fußboden), sondern einen Leichtlehmstein NF (240x115x71mm) mit einem Rohgewicht von 1200 kg/m³. Im Innenbereich kann man mit einer Innendämmung (z.B. Holzleichtlehm mit verlorener Schalung aus Rohrgewebe St70) weiterarbeiten, von Außen einen guten Kalkputz (z.B. gräfix) benutzen. Wichtig ist: Immer erst Innen fertigstellen, dann den Außenbereich verputzen!

Grüße aus dem Spessart

Roger Kaufmann



Mauerwerk im Fachwerk



Hallo Petra, für mich als Lehmbauer ist ein Mauerwerk im aussenbereich eines Fachwerkes immer nur eine Notlösung gegenüber einer traditionellen Stakung. Diese sieht weit komplizierter aus als sie ist. Ich habe es schon einer Mutter und ihrem 15 jährigen Sohn innerhalb von wenigen Stunden beibringen könne. Auch ist der Materialkostenvergleich wesentlich günstiger wenn ich einfachen Baulehm vor Ort und Stroh vom Bauern nehme. An vorgefertigten Steinen, auch Lehmsteinen verdient in erster Linie nur der Handel. Auch ist ein Mauerwerk, ganz gleich mit welchen Steinen wesentlich starrer als ein Strohgeflecht. Für mich als modernen Lehmbauer gibt es noch keine Alternative in der Fachwerkausfachung (im Aussenbereich) zur traditionellen Technik. Auch die Speichermasse von masiven Lehm hat seine vorteile. Die stärke der Innendämmung richtet sich nach Nutzung der Räume und kann berechnet werden. Hier ist der Aufbau mit Leichtlehm evtl. Schilfdämmplatte und Lehmputz nicht zu schlagen. Mit Lehmigen Grüßen Martin





Hallo Petra,
ich habe auch gute Erfahrungen mit weichgebrannten Ziegeln vermauert mit Kalkmörtel gemacht. Entweder als Sichtmauerwerk oder wer nicht so gut mauern kann verputzt( natürlich auch mit kalk). Der Kalk sollte ein Sumpfkalk sein. Es wird aber auch Trasskalk verwendet. Dieser ist starrer und durch seinen Hydraulefaktorenanteil nicht optimal für die Holzkonstruktion. Er ist aber witterrungnsbeständiger.
Weichgebrannte Ziegel bekommt man auch gebraucht bei entprechenden Händlern oder einfach bei Abbruchhäusern.
Kalk kann man ebenfalls selber löschen. Denn wenn ich an eure Porenbetonsteine denke spielt bestimmt der Preis eine Rolle bei eurem Bauprojekt.Lehm ist natürlich eine wunderbare Lösung muß allerdings auch im gekalkten Zustand oft ausgebessert werden.
Aber wenn sich z.B. jede/er ihr/sein Haus so warten würde wie ihr/sein Auto so würde ich als Baudenkmalpfleger auf jeden fall weniger Arbeit haben.

Gruß Michael



Ausfachung



Hallo

Ich würde Lehmstaken auch den Vorrang geben. Diese arbeiten mit dem Fachwerk mit, sind durch entsprechende Auskerbungen mit dem Fachwerk verbunden und sind auch bei schiefem Fachwerk besser zu händeln. Der Nachteil sollteman allerdings auch nicht verschweigen: Lehmziegel sind beim Vermauern relativ trocken, Lehmstaken brachen länger zum durchtrocknen und sind arbeitsintensiver...