Was sind das für Steine?

28.04.2013



Hallo,

ich hab da mal ne Frage und zwas was für Steine sind das? Sie waren im 1.OG in den Ausfachungen, sind weiss ca 10x10x25cm gross, äusserst leicht und aus kleinen Kügelchen die man zerbröseln kann. Ich vermute das es Kalk ist, leider hat meine Foren- und Googlesuche leider nichts ergeben, darum hoffe ich auf euch.

Vielen dank für eure Antworten.



Nennen wir es...



... Leichtbetonformsteine, oder auch Bimsbeton...

MfG,
sh



Bimsbeton



ach das ist Bimsstein. Wusst ich nich. Vielen dank für ihre rasche Antwort.

da hab ich gleich noch ne Anschlussfrage, kann man damit seine Aussensichtfachwerk ausmauern? Werde natürlich dazu noch die Forensuche bemühen.

Vielen dank für die Antworten



Was ist das für ein Stein?



Sieht nach Bims aus.
Würde ich nicht als Sichtmauerwerk im Außenbereich einsetzen.



Bimsbeton und Bimsstein...



... sind nun wiederum zwei Paar Schuhe...
... nichtsdestrotz ist das Material nur bedingt zur Ausfachung geeignet, allerdings noch bedingter als Sichtmauerwerk...

MfG,
sh



Mich würde interessieren ...



... wann das Fachwerkhaus erbaut bzw. das Fachwerk mit den Steinen ausgefacht worden ist.

Die weiße Farbe lässt zwar vermuten, dass es sich um mit Luftkalk gebundene Bimssteine, sogenannte "Schwemmsteine" handelt, die vor 1900 produziert worden sind, aber dies ist halt nur Spekulation.
In diesem Zusammenhang wären auch die genauen Abmessungen von Bedeutung. - Hierzu ein paar Informationen:


In der Produktionsperiode von 1845 - 1870 wurden diese Steine im Format 25 (L) x 12 (B) x 10 (H) cm hergestellt.

In den Jahren 1870 - 1900 fanden die Schwemmsteine überregional weite Verbreitung durch Transporte mit den Eisenbahnen.
1871 wurde das Format 25 x 12 x 6,5 cm (2 1/2-Zoll) eingeführt. Daneben wurden zusätzlich noch die Formate 25 x 12 x 10,5 cm und 25 x 12 x 7,5 cm (3-Zoll) produziert.
Ab 1890 erfolgte eine Umstellung des Schwemmstein-Formates 25 x 12 x 10 cm auf 25 x 12 x 9,5 cm (4-Zoll)

Ab 1900 wurde dann Zementkalk und schließlich Zement als Bindemittel eingesetzt.

Quelle: Die KLB-Bims-Chronik - 25 Jahre KLB Klimaleichtblock



Schwemmsteine wurden häufig zur Ausfachung von Fachwerkwänden genutzt, da sie relativ leicht und wärmedämmend sind. Auch als Putzuntergrund eignen sie sich durchaus recht gut - kalkgebundene zumindest für Lehm- und Luftkalkputze.

Von daher würde ich an sich keinen Grund sehen, aus ihnen hergestellte Ausfachungen zu erneuern, sofern nicht andere Gründe dies erfordern.

Weitere Hinweise zur Bestimmung der Steine könnte noch deren Gewicht liefern.
Bei den mit Kalkzement gebundenen Steinen kann im Mittel eine Rohdiche von etwa 1 kg/dm³ angenommen werden. Kalkgebundene Steine sind leichter, zementgebundene schwerer.

Die "Bandbreite" der Rohdichten kann allerdings fertigungsbedingt recht stark schwanken, etwa zwischen 600 und 1.400 kg/m³.
Die Wärmeleitfähigkeit differiert entsprechend zwischen 0,31 und 0,66 W/m²K - bei einer Rohdichte von 1.000 kg/m³ kann sie mit 0,49 W/m²K angenommen werden (Quelle: Leitfaden für die Vor-Ort-Beratung bei Sanierungsvorhaben, Abschlussbericht Juni 2001, Universität Gesamthochschule Kassel).
Als mittlerer µ-Wert kann 8 angenommen werden, bei µ-Werten zwischen 5 und 10.
Der Wasseraufnahmekoeffizient w beträgt etwa 1,5 - 2,5 kg/m²h0,5 (0,5 hoch gestellt!). Damit kann Mauerwerk aus Schwemmsteinen als wasserhemmend gelten, wenn folgende Parameter eingehalten werden: Wasseraufnahmekoeffizient w <= 2 kg/m²h0,5 (0,5 hoch gestellt!) / diffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd <= 2m.

i. V. Dirk Meisinger



Vielen Dank,



für die ausführliche Antwort.

Herr Hausleithner sie haben da wohl etwas falsch verstanden, oder ich mich falsch ausgedrückt. Ich habe nicht vor die Ausfachungen aus diesen Stein als Sichtmauerwerk zuerstellen, sondern das Fachwerk soll sichtbar bleiben, die Steine würden zeitnah mit einem Kalkputz verputzt werden.

Herr Meisinger, die Steine befanden sich nicht in einer Aussenwand sondern in einer Innenwand die weichen müsste.
das alter kann ich leider nicht so genau bestimmen, es handelt sich bei dem Haus um ein Lehmhaus aus Grünlingen, auf das zw 1930-45 ein Fachwerk aufgesetzt wurde. Die Ausfachungen der Aussenwand sind aus mit Kalkputz versehenen Backsteinen. Die Innenwände im 1.EG bestanden/bestehen aus diesen Steinen.

Der Grund warum mir die Idee kamm ist das wir diese Steine übrighaben und die nach Westen zeigende und aus Fachwerk bestehende Giebelseite durch einen Baufehler aus dem Jahre 1980 zerstört ist. Kurz noch zur Beschreibung des Schadens, verfaulte Schwelle und einige Stiele (gesichert), durch eindringendes Regenwasser in die mit Asbest vorgehängte Fassade. Da die Vorhangfassade nicht Hinterlüftet war konnte es nie richtig abtrocknen. Leider hab ich gerade keine Fotos zur Hand, kann die aber gern mal nachreichen bei bedarf.

Das durch den Schaden zerstörte Fachwerk soll nun diesen Sommer repariert werden, da aber ausgerechnet diese Seite als einzige von innen mit Zement verputzt wurde und eine Reinigung der vorhanden Backsteine dementsprechend schwierig und Zeit aufwendig ist kam mir die Idee diese Steine zu nutzen.

gruss



Laut der veröffentlichten...



... Chronologie dürfte es die Steine also gar nicht geben... Mmmhhhh, wen bringt das weiter? und wohin?...

Ich würde tendenziell empfehlen, die auszubessernde Wände mit dem vorherrschenden Material auszumauern, seien es jetzt Lehmgrünlinge oder Backstein, statt mit dem innen ausgebauten Bims, selbstverständlich verputzt...

MfG,
sh