Schadstoffbelastete Kaminsteine?

23.07.2004



Gestern habe ich angefangen unseren versotteten Kamin rauszzureißen. Dieser ist gemauert mit relativ flachen roten Tiegeln (heißen die Mönchszigel???. Natürlich gibt es eine Menge Bruch, aber viele Steine lassen sich unbeschädigt abnehmen. Jetzt überlege ich ob diese noch verwendbar sind oder besser entsorgt werden sollten, da sie durch die Abgase des Kamins Schadstoffbelastet sind? Ergänzung: Ich hatte gestern Abend relativ starke Kopfschmerzen (von dem Staub? oder Zufall?) trotz Staubmaske.



Bloß nicht ...



... im Haus weiter verwenden.

Überlegen könnte man eine Zweitverwendung im Garten, wenn man sich die Entsorgungskosten sparen will - als Trockenmauer oder dergl.

Im Buch Gartengestaltung ... von Herrn Hamesse gibts haufenweise Anregungen.

Gruß aus BS



Karmin-Steine



Guten Tag Claudia und Andreas,
zu eurer Frage mit den Kamin scheinen würde ich euch vorschlagen dass ihr eine Probe in einen Labor schickt zwecks Schadstoffbelastung.
Bei Uns im Kreis muss man von einem Schornstein der abgebrochen wird eine Probe nehmen und sie in einen Labor senden dort wird festgelegt wie die Steine belastet sind und auch wie diese zu entsorgen sind (auf welche Abfalldeponie diese Steine zu entsorgen sind)

Die Antwort von Bernd Froehlich finde ich persönlich nicht so gut (Abfallentsorgung auf dem eigenen Grundstück) wenn dann noch Kinder auf dem Grundstück spielen ist das wohl keine Frage oder?

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas VOLLACK
aus Hann. Münden



Bedenken !!



@ Andreas Vollack

Die Bedenken kann ich voll verstehen.
Mir kam es im ersten Beitrag aber vorrangig darauf an, sofort von einer weiteren Verbauung im/am Haus abzuraten.

Eine weitere Verwendung sollte/ müßte dann natürlich einer Schadstoff-Analyse vorbehalten bleiben.

Aber was passiert denn mit den Steinen normalerweise???
Sie kommen als mineralischer Bauschutt in den Container - und dann NICHT in die Bauschutt-Deponie, sondern werden zu Schotter verarbeitet und wieder verkauft - und landen im Zweifel wieder auf dem eigenen Grundstück ;-) falls man irgendwann Schotter für die Sohle braucht.

Jetzt wird's politisch und das sollte dann jeder nach erfolgter Schadstoffanalyse im eigenen Kopf abmachen.

Aber jetzt zurück zum praktisch-ernsthaften, da mir ggf. auch noch ein Kamin-Abriss ins Haus steht. Mit welchen Schadstoffen ist denn überhaupt zu rechnen?


Gruß aus BS
Bernd



gesundheitsgefährdende Stoffe!!



Tach Andreas+Claudia

hatten vor einigen Tagen bei der Bauherrenschaft ein ähnliches Problem!Vor dem Abriss der Öfen(200Jahre alt, schade drum, waren aber nicht mehr zu erhalten) und des Schornsteines wurde ein Ofenbauer zu raten gezogen! Er hatte die Meinung(verständlich!),,Bei Rußpartikeln, die ausschließlich als Feinstaub vorkommen, wird vermutet, dass beim Einatmen ein Krebsrisiko besteht. Die bei der Kohleverbrennung entstehenden und am Feinstaub angelagerten Metalle wie Blei, Cadmium, Chrom, Eisen oder Nickel oder das Halbmetall Arsen reichern sich im Körper an und besitzen ebenfalls teilweise eine krebserzeugende Wirkung." Also Vorsicht beim Abriss und keine normale Feinstaubmaske verwenden! Eher 3M- Doppelfiltermaske 6200 mit Filterpatrone ABEKI1 6059(Kostenpunkt ca.18€, Eurer Gesundheit zuliebe).
Mit der Entsorgung habe ich so meine Bedenken,die Firma die bei diesem BV den Abriss ausgeführt,hat 100prozentig keinen Kippzettel bei der Bauherrenschaft abgegeben?

schöne Grüsse und achtet auf Eure Gesundheit
Zimmergesell Michael



Schadstoffbelastete Kaminsteine



Guten Tag Claudia und Andreas,
bei mir stellte sich damals das gleiche Problem wohin mit den beaufschlagten Kaminsteinen?Die Kaminsteine sahen ja noch gut aus, warum also nicht wieder im Haus einsetzen?Nachdem ich diese Idee meinem Handwerker (Maurer) mitgeteilt habe, bekam ich mehrere negative Beispiele von ihm angeführt.
1.Die Steine geben noch über Jahre den Verbrennungsgeruch ab.
2. Man kann die Steine gar nicht so gut Verputzen mit welchem Material auch immer um ein durchschlagen des Russes zu verhindern.
3.Ein Ausgasen der Schadstoffe kann auf dauer nicht verhindert werden.
Diese 3 Punkte haben mich dazu veranlasst schweren Herzens die Steine als Sondermüll entsorgen zu lassen den als normalen Bauschutt bekommt man sie nicht abgenommen.
Deshalb meine Empfehlung die Steine als Sondermüll entsorgen lassen.



Sondermüll im Haus, Krebserregend, na Klasse!



Danke für die Hinweise. Eine weitere Verwendung im Garten wäre mir dann auch nicht so recht, schließlich spielt da unsere Tochter und wachsen die Tomaten. Also werde ich eine Ensorgungsfirma damit beauftragen, und für den Rest der noch steht eine bessere Staubmaske kaufen.



ordentliche deutsche !!



ich muss hier etwas schmunzeln ... ich habe noch keinen schornsteinfeger mit gasmaske gesehn ! und der hat ja täglich stündlich mit kaminen zu tun und fegt und putzt ruß. die müssten nach euren angaben ja alle ausgetorben sein ! und früher gab es wohl weniger umweltschmutz .. vor 100 oder 200 hundert jahren gab es noch saubere wälder und sauberes Holz (zumindest unbehandelt ! ). aber wir deutschen übertreiben ja immer etwas .. smile ... am besten bei einer atommülldeponie anrufen ob die einen rußdichten kontainer haben und im salzstollen einlagern lassen ..
in diesem sinne viel spass.



Nur nicht übertreiben



Alle Arten von Feinstäuben sind gefährlich. Diese Stäube entstehen aber immer dort wo geschliffen, gebohrt und Schutt abgetragen wird.

Der Ruß bei einem normalen Kaminofen welcher Jahrzehntelang nur mit Holz bzw. Kohle befeuert wurde ist nicht mit einem industriemäßigem Abriss eines Schornsteines eines Kohlekraftwerkes oder einer Müllverbrennungsanlage zu vergleichen. Und nur zum nachdenken möchte ich anregen das der Schutt von gesprengten oder abgerissenen Industrieschornsteinen auch nicht als Sondermüll entsorgt wird, sondern auch seinen Weg zum Steinbrecher findet um schließlich als Schotter zu enden.

Eine Staubmaske tragen halte ich für wichtig, aber die nummer mit der Schadstoffprobe und dem Sondermüll halte ich für ein bisschen übertrieben.

mfg und frohen Abriss

Jens