Backsteine "offenporig" - verdichten

04.07.2013



Hallo zusammen,
beim Renovieren des Schweinestalls mussten wir eine Backsteinmauer entfernen. Die Backsteine sind prima in Schuss, sodass ich sie gerne als Bodenbelag im Keller unter der Scheune Verlegen möchte.
Allerdings soll dort auch unserer Likörherstellung und -abfüllerei ihren Platz finden. Im Blick darauf besteht die Vorschrift, dass der Boden nicht "saugen" darf um zu verhindern, dass austretende Flüssigkeiten in den Boden einziehen und das dadurch freigewordene organische Material Schimmel o.ä. entstehen lässt.
Dummerweise sind die Backsteine wohl von einer schlechteren Qualität. Zum einen saugen sie enorm. Zum anderen habe ich einige längere Zeit im Regen liegen lassen, worauf sie anfangen abzufärben; sie wirken dann auch "mürbe".
Nun ist die Frage, ob man die vielen Steine nachträglich "behandeln" kann, um ihnen zumindest die Saugfähigkeit zu nehmen. Dass sie bei lang anhaltender Nässe mürbe werden, ist im Keller kein problem, da der Lehmboden zwar eine gewisse Feuchtigkeit aufweist, die man aber sicherlich vernachlässigen kann.
Es wäre einfach schön, wenn ich das alte Baumaterial verwenden könnte. Auch sieht das ganz gut aus. Ein Betonboden als Alternative finde ich unschön/unpassend, und zudem verhindert der die Diffusion der Bodenfeuchte im Lehmboden und drückt sie stattdessen in die Wände. Natürlich wäre das bei "verdichteten" Backsteinen ähnlich; aber diese würde ich nur im bereich der Betriebsflächen "behandeln" und ansonsten so belassen wie wir sie demontiert haben.
Vielen Dank für eure Gedanken zum Thema.



Fußboden



Sie wollen in dem Raum mit dem Fußboden Lebensmittel herstellen.
Vergessen Sie die Idee.
Greifen Sie besser zu Keramikfliesen aus unglasiertem Feinsteinzeug.

viele Grüße



Fußbodenbelag



Auch im Hinblick auf eine vernünftige Möglichkeit der Reinigung des Fußbodens sollte man nicht über diese Steine nachdenken...zumal die aus einer Stallwand stammen.

Egal wie schön sie die Steine legen könnten, ich glaube nicht, dass das Amt mit einem solchen Fußboden mitspielt.



Kellerboden



Vielen Dank schon mal für die Rückmeldungen! Toll, dass es dieses Forum gibt.
Präzisieren muss ich noch, dass die Steine nicht aus dem Stallbereich stammen. Im EG, wo sich der Stall befand, waren Bruchsteine. Im OG, das auf drei Seiten offen war (zwecks Trocknung von Geerntetem) war die Backsteinwand aufgesetzt. Die Steine sind also unbelastet.



Fußbodenbelag



Trotzdem sollten Sie Ihr Vorhaben mit dem zuständigen Amt vorab besprechen - die werden Ihnen dann sagen, welchen Fußboden sie fordern...eventuell dann auch gleich den Wandbelag etc.

In dem Falle hilft es Ihnen nicht, wenn hier jemand sagt, mach das so und so...sie stecken Zeit und Geld rein und dann kommt das Amt und sagt "schön" aber nicht zulässig.



Schade eigentlich, ...



... denn in vielen historischen Destillerien befindet sich noch der alte Bestandsboden aus Backsteinen.

http://media.images-tiscover.com/at/images/RGN/137/RGN304137at/guessing-stegersbach07-burgenland.jpg

http://www.heiligenkreuz-lafnitztal.at/cms/images/stories/heiligenkreuz/tourismus/schnappsmuseum-kukmirn.jpg

http://www.retzer-land.at/magazin/00/betriebe/5989/Wetter.jpg

http://www.lagler.cc/images/header-img-museum.jpg

In meiner Nähe, im Freilichtmuseum Dorenburg, befindet sich in der Destillerie sogar nur einfacher Stampflehmboden.



Bei einem Urlaub...



auf Rügen habe ich im Schloß Spyker einen Ziegelboden gesehen, der kontinuierlich mit Wachs überpflegt wurde, mit vermutlich hohem Aufwand. Ob sowas aber dem Amt genügen mag, wage ich zu bezweifeln. Und wenn die Steine krümeln, sind sie nur gering gebrannt und für einen Fußboden völlig ungeeignet.

Es gibt hochgebrannte Spaltplatten in Ziegeloptik, und das Ganze ist noch nicht einmal sonderlich teuer.

Grüße

Thomas