Lehnbausteine

09.11.2008



Hallo,
ich versuche nun die Bilder zu laden.
Ich habe in den Außengefachen einen kleine Versprung gelassen wie hoffentlich zu sehen. Kann ich hier nun weiter machen?
Die Steine für Außen sind von Claytec ohne Löcher.
Die Balkone sind hoffentlich zu erkennen. In diesen habe ich Steine aus Restbeständen (Hersteller Claytec, sind dicker und mit einem deutlichen Strohanteil versehen) verwendet. Kann ich die auch außen verwenden.
Das Fachwerk Außen möchte ich Sicht lassen. Wie muss ich dann die Gefache ausmauern?
Muß der Lehmmörtel (von Claytec) ganz trocken sein, oder kann ich da jetzt schon aufputzen?
Die Balken, müssen die Vorher eingelassen werden und mit was kann ich die streichen?
Ich weiß, viele Fragen, aber ich bin nun mittendrinn und es geht einfach so zu!!
Günter aus Helmstadt





Hallo Günter,

deiner Beschreibung nach handelt es sich wohl um Leichtlehmsteine (hoher Strohanteil). Ich habe meine Gefache auch mit Leichtlehmsteinen von Claytec (leicht zu verarbeiten, lediglich an der Qualität hapert es ein wenig) ausgefacht und anschließend mit einem Kalkputz versehen. Die "ältesten" Ausmauerungen sind nun fast 5 Jahre alt und zeigen keinerlei Probleme.

Wichtig dabei ist, dass Dreiecksleiten zur Stabilisierung der Ausfachungen verwendet werden. Die Steine erhalten eine entsprechende Kerbe, die in die Dreiecksleite "greift". Dadurch wird ein späteres Wackeln der Ausfachung vermieden.
Desweiteren müssen die Steine mit einem Versatz nach innen von 2 bis 3 cm eingemauert werden. Der spätere Kalkputz soll ja im Idealfall balkenbündig erfolgen. Bei zweilagigem Putz von jeweils 1 cm Stärke müssen die Steine also 2 cm Versatz nach innen haben.

Wichtig ist auch, dass die Ausmauerungen eine möglichst rauhe Oberfläche haben (Stroh ist da durchaus hilfreich) und seitlich umlaufend ein Kellenschnitt ausgeführt wird. Der Kalk geht mit dem Lehm keine chemische Verbindung ein, sondern nur eine mechanische. Die erste Lage Putz kann als Kellenbewurf (mit der Kelle dranschmeißen) erfolgen. Anschließend (nach der Trocknung) ein Putzträgergewebe (Glasfieber) aufbringen und den deckputz auftragen.

Die Verputzarbeiten würde ich persönlich erst nach dem Trocknen des Lehmmörtels ausführen. Während der Trocknung schwindet der Lehm.
Weiß nicht was mit dem Deckputz passiert, wenn der Lehm darunter schwindet.

Ein vorheriges Einlassen der Balken ist (bei Eiche) meines Erachtens nicht notwendig, es schadet aber auch nicht. Als Behandlung (bei Eiche) würde ich Leinöl und eventuell nachfolgend eine Öllasur empfehlen. Der Anstrich sollte auf jedenfall so diffusionsoffen wie möglich sein. Bei Eichenfachwerk bräuchte man eigentlich gar nichts streichen. Dann vergraut es aber und da sind wir bei der "Geschmacksache".

Hoffe ich konnte ein wenig "hilfreich" zu Seite stehen.

Grüße in den Sonntag
Martin



@ Martin



Wichtig dabei ist, dass Dreiecksleiten zur Stabilisierung der Ausfachungen verwendet werden. Die Steine erhalten eine entsprechende Kerbe, die in die Dreiecksleite "greift".

Besser ist, umlaufend eine Lehmmörtelfuge zu schaffen, die beim Rücktrocknen der Fuge wesentlich besser gegen die umlaufende Dreikantleiste noch verpresst werden kann.
In Außenfassaden sollten aber stets Steine zum Einsatz kommen, die eine höhere Masse haben (950 kg/m³ aufwärts).
Die 700er von Claytec sind nur für innenliegende bereiche geeignet und einsetzbar.

In Deinem Fall Günter scheint es sich also um den 1200er von Claytec zu handeln.
Gute Wahl und auch gut begonnen. Also zuerst die oberen Gefache und dann die unteren.

Handwerklicher Sonntagsgruß,

Udo



@Udo



Meinst du ergänzend zu den Dreiecksleisten? Also die Kerbe in den Lehmsteinen nicht so auszuführen, dass die Steine bis an das Fachwerk reichen und der verbleibende Raum entsprechend mit Lehmmörtel "verpresst" werden kann??

fragende Grüße
Martin



Fast richtig



Du brauchst überhaupt keine Kerben in die Steine hacken.
Der Mörtel erfüllt vollends diese Sache. Lehm und Lehm verklebt und nur gegen die umlaufende Leiste beidseitig (oder nur einseitig eben, wenn man anders nicht herankommt!) mittels Fugenkelle verpressen.

Grüße
Udo



Hab ich nie ausprobiert...



...würde die Sache aber deutlich vereinfachen und mit Sicherheit eine nicht unerhebliche Anzahl von Sägeblättern sparen ;-))

Gruß
Martin

PS.: Sind das auf deinem Bild Lehmsteine?? Sieht fast aus wie Hohlblockziegel:



Lehmsteine 3DF



Es handelt sich hierbei um Lehmsteine Format 3DF.
Bei breiteren Fachwerkausfachungen setze ich dann sogar doppelte Leisten, um ein Verkippen der Ausfachung im Trocknungsprozess zu verhindern.

Grüße
Udo