Ausfachungen

16.02.2004



Hallo,
da der Zimmermann nun mit dem Austausch von zwei Schwellen fertig ist, stellt sich nun die Frage der Schließung der Gefache. Ein Maurer schlägt Bimssteine mit Dreikantleisten vor. Was haltet Ihr davon? Vielen Dank !



Bimssteine ...



... und dann wahrscheinlich noch mit Zementmörtel vermauern.
Arbeitet der Maurer zum ersten Mal an einem Fachwerkhaus – oder hat er schon andere in Richtung Abrissbirne saniert.

Die Ausfachungen wurden hier im Forum bereits reichlich behandelt – einfach einmal mit der Suchfunktion arbeiten.

Wenn keine traditionelle Lehmausfachung möglich ist – auch nicht mit balkenbündigem Kalkputz – sollte es ein möglichst diffusionsoffener Ziegel sein, mit Kalkmörtel vermauert – alte weichgebrannte Ziegel gibt es über die Mitgliedsbetriebe des UHB.
Bloß keine modernen Klinker, sonst brauchen Sie in ein paar Jahren wieder eine neue Schwelle.
Gruß



warum nicht?



Hallo Herr Fröhlich, was spricht gegen Bimssteine? - Gut, ok, die Lehmsteine sind natürlich besser, aber wir haben bei uns in einigen Gefachen, die schon 100 Jahre alt sind, auch Bimssteine und die sind bis heute noch drin und das Holz ist nicht kaputt. Schlimm wäre Ytong, weil der Wasser speichert wie ein Schwamm. Wir haben zum Teil Gefache wieder mit Bims ausgemauert, das mit Kalk-Trass-Mörtel. Allerdings "klebe" ich lieber Lehmsteine (zur Info, siehe auch www.claytec.de) mit Lehm, da bin ich 3 mal schneller fertig als mit diesem blöden Trass-Mörtel. Der klebt nicht, läuft nur runter und das macht irgendwie keinen Spass. Lehm bappt halt so richtig schön. Überall. Auch im Gesicht :-). Grüße Annette



Bims



Leichtbetonvollblocksteine mit Zuschlag Bims NB hat die gleiche Rohdichte wie Porenhochlochziegel (600kg/m²), einen besseren lambda-Wert, fast die gleiche Wärmespeicherzahl, der gleiche Dampfdiffusionswiderstandszahl Mü (5-10l), jedoch ein geringeres Wasseraufnahmecoefficient, selbst geringer als bei Porenbeton (Ytong). Die Feuchtigkeit, die dann im Fachwerk eindringt (durch Regen oder Dampfdiffusion) bleibt im Holz und nicht, wie optimal bei Lehm z.B. von der Ausfachung aufgenommen werden. Das Holz bleibt länger feucht. Bei Bims sind ausserdem Schadstoffe bei der Herstellung und nach Einbau, durch Zuschläge von Verhüttungsprozesse, in geringem Maße zu befürchten. Aber die Ausfachung ist Aussen, daher m.E. ungefährlich.
Das wäre in Kompaktform was ich aus meiner Literatur und aus mein Gehirn kurz erwähnen kann.



Bims



Leichtbetonvollblocksteine mit Zuschlag Bims NB hat die gleiche Rohdichte wie Porenhochlochziegel (600kg/m²), einen besseren lambda-Wert, fast die gleiche Wärmespeicherzahl, der gleiche Dampfdiffusionswiderstandszahl Mü (5-10l), jedoch ein geringeres Wasseraufnahmecoefficient, selbst geringer als bei Porenbeton (Ytong)! Die Feuchtigkeit, die dann im Fachwerk eindringt (durch Regen oder Dampfdiffusion) bleibt im Holz und nicht, wie optimal bei Lehm z.B. von der Ausfachung aufgenommen wird. Das Holz bleibt länger feucht. Bei Bims sind ausserdem Schadstoffe bei der Herstellung und nach Einbau, durch Zuschläge von Verhüttungsprozesse, jedoch in geringe Maße zu befürchten. Aber die Ausfachung ist Aussen, daher m.E. ungefährlich.
Das wäre in Kompaktform was ich aus meiner Literatur und aus mein Gehirn heraus kurz erwähnen kann.



Bims



Leichtbetonvollblocksteine mit Zuschlag Bims NB hat die gleiche Rohdichte wie Porenhochlochziegel (600kg/m²), einen besseren lambda-Wert, fast die gleiche Wärmespeicherzahl, der gleiche Dampfdiffusionswiderstandszahl Mü (5-10l), jedoch ein geringeres Wasseraufnahmecoefficient, selbst geringer als bei Porenbeton (Ytong)! Die Feuchtigkeit, die dann im Fachwerk eindringt (durch Regen oder Dampfdiffusion) bleibt im Holz und nicht, wie optimal bei Lehm z.B. von der Ausfachung aufgenommen werden. Das Holz bleibt länger feucht. Bei Bims sind ausserdem Schadstoffe bei der Herstellung und nach Einbau, durch Zuschläge von Verhüttungsprozesse, in geringem Maße zu befürchten. Aber die Ausfachung ist Aussen, daher m.E. ungefährlich.
Das wäre in Kompaktform was ich aus meiner Literatur und aus mein Gehirn kurz erwähnen kann.



es hat mich gestern morgen schon verlockt, folgende frage zu stellen :)



nun kann ich mich nicht mehr zurueckhalten:

was versteht ihr maurer unter bims?
ein natuerliches vulkanisches tuff/bimsgestein oder siehe die anderen antworten?
mit holz auf Tuff haben auch schon die roemer in germanien experimentiert, mir bekannt aus der eifel, nur ein nachweislich noch stehendes gebaeude dieser Konstruktion ist mir leider nicht bekannt :)

meine vor"redner" haben die nachteile/vorteile sicher genuegend erklaert, aber ich habe mit dem Baustoff auch eine persoenliche Erfahrung (kein fachwerk) und wuerde abraten (vollwandsystem mit "bimseinlage" und vws-fassade nach waermeschutzverordnung 95, kunststoff-isoglasfenster), ich kam mir in dem haus immer vor, wie in einer plastiktuete gefangen.

liebe gruesse von einer mal wieder gruebelnden
heide



Der Unterschied zwischen Bims



Ich kann mir nicht vorstellen, daß es in unseren Breiten Bimssteine als Natursteine gibt.
M.E. handelt es sich heute hier dann wohl um gebundene Steine => Bimsbetonsteine (Zement mit porösen Zuschlägen wie Naturbims, Schaumlava und Hüttenbims). Bimsbetonsteine sind zwar wärmedämmend und wärmespeichernd, jedoch nicht dampfdurchlässig.
Wenn die dann noch mit Zementmörtel vermauert werden, sind wir wieder in der Nähe unserer „geliebten“ Gasbetonsteine (Ytong) oder Poroton. Wir haben dann eine starre Scheibe im Gefach und Feuchteschäden am Holz sind vorprogrammiert.
Außerdem haben Bimssteine eine erhöhte radioaktive Strahlung. Nach Messungen des Katalyse-Instituts lagen ca. 30 % der Proben über dem Grenzwert. Da sollte schon jeder selbst wissen, was er sich ans oder ins Haus holt.
Ich würde es nicht tun!
Gruß



Aber....



ja, bei uns handelt es sich um Tuffstein. Unser Haus ist 250 Jahre alt. Vor 100 Jahren hat es einen Anbau bekommen, der mit Tuffstein ausgemauert ist. Obwohl der Putz vom Gefach bröckelt, weil halt 30 Jahre lang überhaupt nix gemacht wurde, sind alle Balken hier in Ordnung. Der Zimmermann hat jeden einzelnen abgeklopft. Klar, Lehm ist besser, KEINE Frage, aber wie erkläre ich mir dann, dass da 100 Jahre lang alles "gehalten" hat und das Holz NICHT kaputt ist??? - da kanns doch so schlecht nicht sein, oder? Was die Radioaktivität angeht, kann ich nix zu sagen (und der Vorbesitzer ist 90 geworden), es gibt ja aber auch in der Sparte "Heilsteine" Steine, die einen gewissen Teil an Radioktivität ausstrahlen und deshalb "gesund" sind oder Heilkraft haben... Grüße Annette *grübel*



@ Annette



Tuff dürfte m.W. nicht zement-gebunden sein und wenn er mit Kalkputz vermauert ist, dürfte es ok sein.
Gruß



Lehmsteine oder Regionales!



Die Lehmbauer werden natürlich vorrangig den Lehmstein favorisieren. Doch wenn Bims über die Jahrhunderte funktionierte, warum dann nicht?
Doch stellt sich die tiefgründigere Frage nun erst: Gibt es noch solche Steine nach alter Tradition?
Und wie sieht es unter heutigen Aspekten der Neunutzung der Gebäude mit diesem Material aus (Heizung, Klima, Dämmung usw.)?
Es sollte da schon gründlicher Recherchiert werden!

Fachgrüße von den Lehmbauern Udo & Thomas