Sockelaufbau

26.08.2021 Christiane

Sockelaufbau

Guten Morgen,

wir stehen gerade kurz vor der Instandsetzung des Sockelbereichs. Der Sockel (Sandstein) war viele Jahre unter einem Armierungsmörtel versteckt und liegt nun frei. Die Fassade wird derzeit vom Zementputz befreit.
Die Steine zwischen Sockel und Schwellbalken sind porös und sollen ebenfalls getauscht werden. Der Schwellbalken (Maß 16 x 16) ist an vielen Stellen morsch, manchmal kommt nach 2 cm festes Holz, manchmal ist die Hälfte bereits weggefault.
Nun ist die Frage, bleiben die Steine zwischen Sockel und Balken noch stehen, bis der Balken getauscht wird und wird im Zuge dessen erneuert? Ich habe da etwas Bedenken, ich würde gern die Steine entfernen, die Schwelle abstützen und die Steine vorab erneuern, damit diese Steinreihe beim Balkentausch als stabile Grundlage vorhanden ist, wenn der Balken abgelegt wird. Ich sehe bei zeitgleichem Tausch die Gefahr, dass der Stein noch nicht fest im Mörtel sitzt und durch die Last des Balkens wieder etwas absackt.
Welches Vorgehen würden Sie empfehlen? Und welchen Stein? Einen Vollziegel, in der Beschaffenheit wie Klinker, um das Wasser nicht wieder an den Schwellbalken weiterzugeben?
Und kann mir bitte jemand sagen, ob der kleine Balken über dem Fenster wirklich eine Stütze wäre, wenn die Schwelle getauscht wird? Die Gefache müssen ja dann leer sein, allerdings habe ich Sorgen, dass die darüberliegenden Querbalken als Stütze ungeeignet sind, sicher sind sie im Stützbalken mit Riegel verbunden...Ich wäre für Hinweise sehr dankbar.



was man sieht....



Moin,

also ich sehe ein Fachwerk, was mal komplett verputzt war, ein Kunststofffenster, den Sockel und die Ziegelreihe.

Wenn ich das nun revitalisieren sollte, würde ich das Fenster wechseln gegen ein gutes Holzfenster, die Ziegelreihe unter dem Schwellbalken mit eingeschlagenen Nirosta Blechen entkoppeln. Den Schwellbalken nur partiell mit gleicher Holzart durchreparieren. Den Sockel reinigen und nachverfugen, das Fachwerk reinigen und anstreichen, die Fachungen Verputzen und anstreichen und den Ziegelsockel ebenfalls verputzen (nach Auskratzen der Fugen) und im Farbton der Fachungen anstreichen.

Das sollte die nächsten 15-20 Jahre halten.

Ach ja, der kleine Balken über dem Fenster kann natürlich den Ständer nicht abfangen oder die Schwelle ersetzen. Dieser ist offenbar nur eingesetzt worden, um die Fenstergröße zu begrenzen.

mfg

Karl



Ständer abfangen



Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich sicher missverständlich ausgedrückt. Die Gefache sind dann leer, die oberen Querbalken (hier dann 3 mit Fenster) sollen als Stütze dienen, es werden immer max 1,5 -2 Meter am Stück getauscht. Der nächste größere Querbalken ist zu hoch, den können wir nicht abstützen. Und die Steine wirklich nur verfugen? Die sind so durchfeuchtet, dass sie schon zerbröseln....



Revitalisieren



Das Stichwort bei solchen alten Häusern ist revitalisieren. Ein Herausreissen aus dem Gefüge ist zwar manchmal notwendig - aber in deutlich weniger Fällen, als mache meinen.

Unser Haus war 10 Jahre unbewohnt und die Regenwasserführung vermutlich 30 Jahre defekt.

Mittlerweile (nach drei Jahren, reparierter Wasserführung und Einsatz von Trockengeräten) sind die Wände wieder ok und die Steine haben wieder Festigkeit. Auch kann man diese Steinreihe partiell tauschen und nicht die ganze Reihe.

Die Last des Hauses ruht auf der Schwelle. Sie wird u.a. durch die senkrechten Stützen links und rechts neben dem Fenster auf die Schwelle übertragen. Diese senkrechten Lasten können nicht durch horizontale Tragwerkselemente abgefangen werden!
Wollte man diese Ständer entlasten (um die Schwelle heraus zu nehmen), müssten links und rechts von den vorhandenen Ständern entsprechende Stützen eingebracht werden, die dann die Last direkt in den Boden ableiten.