Erfahrungsbericht Schornsteinabriss

20.12.2004



Erfahrungsbericht Schornstein.
Wir haben den alten Schornstein, der im Zentrum unseres zukünftigen Wohnzimmers stand abgerissen. Die Meinungen darüber sind sehr auseinander gegangen. (ob er bleiben soll oder gehen muss) Der Schonsteinfeger sagte uns, dass er noch intakt ist und weiterverwendet werden kann. Folgende Arbeiten hätten ausgeführt werden müssen:
• Vollständig neu Verputzen da er durchgeschlagen war.
• Verstärken des Fundamentes aufgrund der geplanten Niveauabsenkung im Innenbereich.
• Sanierung des Schornsteinkopfes.
Nachteile die wir bei dem alten Schonstein gesehen haben:
• Ungünstiger Standort
• Hoher Sanierungsaufbau
• Bedenken über die Standfestigkeit auf dem Fundament
• Zieht seht schlecht, da er über keinerlei Isolierung verfügt.
• Stark Versottet (außen tritt schon einer klebrige schwarze Masse aus die einen seht unangenehmen Geruch verbreitet).
• Er hat einen nassen Fuß (bis ca. auf eine Höhe von 1,2m)
Unser Endschluss stand fest: Er soll fallen!
Ich habe mich nun ans Werk gemacht und mir die Deckendurchbrüche genauer angesehen. Er hatte keine Verbindung zu einer Decke. Die Zwischenräume waren lediglich mit etwas alter Glaswolle ausgestopft worden. Am Dach war eine Befestigung mit einer Dachlatte. Auf dem Dache eine freistehende Höhe von 2,9m. Von der Befestigung am Dach konnte ich nun bis auf sein Fundamen in 11m Tiefe blicken. Das war der Moment an dem ich das erste Mal schlucken musste. Gesamthöhe 13,9m und keine Einspannung gegen Knickung und nur eine kleine Dachlatte (an die er sich einseitig ankuschelte) gegen Umfallen.
Als erfahrener Schornsteinabreißer hat mein Schwiegervater gesagt so etwas ist ganz einfach. Aufs Dach steigen (die Dachpfannen immer etwas hochschieben damit man einen Tritt hat) und den Schornstein Stein für Stein abtragen und im Schlot herunterfallen lassen. Eine zweite Person nimmt diese Steine dann unten aus der unteren Schornsteinklappe heraus. Ich als völlig verängstigter Fachwerkinstandsetzer habe mir dann eine 21m Arbeitsbühne geliehen in der ich dann mit den Arbeitskorb gemütlich bis zum Schonstein hochgefahren bin. (Mein Greifreflex war schon seht ausgeprägt da oben, denn so eine Arbeitsbühne wackelt doch sehr)
Sogleich mit der Arbeit begonnen und den Hammer geschwungen. Dabei festgestellt das der Schonstein doch sehr wacklig ist (zuerst wusste ich nicht wackelt die Bühne oder der Schornstein. Dieses haben wir dann aber recht schnell festgestellt da wir mit einem Laserpunkt von einem Stativ auf den Schornstein geleuchtet hatten => er wackelte tatsächlich um 8cm beim Abreißen. Also gaaanz vorsichtig weitergemacht und beim Steine losschlagen immer gegen gehalten. Dann die Steine im Schornstein nach unten fallen lassen. Das ging aber nur bei drei Steinen. Es wurde mit dann berichtet, dass in etwa 1,2m Höhe ein Stein seitlich aus dem Schornsteinfuß heraus gefallen ist. Die restlichen Steine habe ich dann in unseren Garten geworfen (hat zu einem nicht zu unterschätzenden Muskelkater geführt). Die Steine konnten auch ganz leicht abgenommen werden, da sie nur noch mit einer kleinen Fuge miteinander verbunden waren (Er ist einmal nachträglich verfügt worden). Zwischen den Steinen lag nur noch Sand. Mir ist auch aufgefallen, dass die Steine auf der Innenseite sehr zerfallen waren. Bis zu 4cm Schmaler. Ob es sich um aggressive Gase, Feuchtigkeit oder Frostschäden handelt kann ich nicht sagen.
Drei Dinge habe ich gelernt:
1. Früher wurde mit viel Sand gebaut
2. Manche Dinge stehen nur noch aus schlechter Gewohnheit (die wird man ja am schwierigsten los)
3. Es gibt Fachfirmen die auch gegen Umkippen versichert sind

Gruß und frohe Weihnachten

Frank



Ist es wirklich beabsichtigt,



diesen tollen Text nur für Mitglieder sichtbar zu machen?



Da hast du eigentlich recht, ich versuche es zu ändern





Schön,



habe ich schon gemacht. Gehört zum Service ;-).



danke