Winzerhaus - Sandsteinfassade / Bruchsteinmauerwerk?

25.08.2010



Hallo!

Wir haben im Familienbesitz ein altes Winzerhaus in der Pfalz. Wahrscheinlich wurde es im 18. Jahrhundert gebaut. Das Kelterhaus stammt zumindest aus dieser Zeit. Mein Urgroßvater hat das Haus wohl so Anfang des 20. Jahrhunderts gekauft.

Die Fassade bräuchte mal etwas Zuwendung. Das Haus war wohl immer verputzt - zumindest seit das Haus unserer Familie gehört und seitdem Fotos gemacht wurden. Meine Mutter meint, dass unter dem Putz Sandsteine sein müssten und würde diese gerne freilegen. Mein Onkel ist dagegen, da Sandstein anfällig sei und auch weil er das Efeu nicht entfernen möchte (Unterschlupf für Tiere...).

Meine Fragen:

1. Auf dem Foto ("Detail Wand 1", weitere Fotos in meinem Profil) sieht man den abbröckelnden Putz und darunter liegende Schichten. Kann mir eventuell jemand sagen, ob das Rötliche schon Stein ist oder eine weitere Schicht?

2. Ist freigelegter Sandstein anfällig? Saugt er Regen auf? Entstehen dann Ausblühungen und sind diese gefährlich für die Substanz?

3. Ist es vom Unterhalt her sinnvoller Sandstein zu kalken? (So, dass die Steinstruktur sichtbar bleibt.)

4. Gibt es einen Anhaltspunkt, wie teuer es kommt Putzreste per Strahlverfahren entfernen zu lassen?

6. Gibt es eine Jahreszeit zu welcher man sich nicht an das Entfernen von Putz machen sollte? Kann es zu kalt oder zu warm dafür sein?

5. Schadet Efeu einem Haus so sehr, dass es ratsam wäre es zu entfernen?


Es wäre schön, wenn ein paar Fragen Antworten finden würden. :-)

Viele Grüße
Anne



Alter Sandstein



Hallo

macht ihn wieder sichtbar.

Da gibt es ein JOS-Verfahren
Tel.Herr Schneider 0175/2149900

Und wenn der Efeu drüber ist nur die Bereiche strahlen, die gut zugänglich sind.

Ich finde Efeu keinen Schaden eher schön und nützlich.
Kann aber manchmal in Fugen "greifen".

Sandstein "kalken" würd ich auch nicht machen.

Falls ein paar Fugen lose werden, rauskratzen udn mit Luftkalkmörtel wieder zumachen.

FK





Ich stimm Herrn Kurz zu!
Sandstein wirkt wunderschön lebendig, warum verstecken?





Erstmal danke für die Antworten. Vielleicht habe ich mich etwas undeutlich ausgedrückt. Es geht mir nicht um die Frage, ob Sandstein es wert ist freigelegt zu werden. Ich finde freigelegtes altes Mauerwerk auch schön (allerdings hat auch freigelegt und weiß getüncht seinen Reiz, wie z.B. beim Gelben Haus von Olgiati in Flims).

Mir geht es hier jetzt vor allem um die Empfindlichkeit von Sandstein. Ist er feuchteanfälliger und kann ein freigelegter Stein Probleme und Folgekosten nach sich ziehen? Würde man den Sockel auch frei lassen, wenn man es freilegen sollte?

Auch würde mich sehr interessieren, ob das Rötliche auf dem Foto (Bild lässt sich vergrößern) Sandstein sein kann. Ich habe es dafür gehalten, als ich davor stand. Mein Onkel meinte aber das sei nicht der Sandstein, sondern eine weitere Schicht. Ich glaube er hat von Zement gesprochen. Für mich sieht es immer noch nach Stein aus. Auch reißt der Putz entlang der Fugen. Ich finde dieses "Fugenbild" sieht aus wie sorgfältig zusammengesetzte Steine. Der Bildausschnitt befindet sich ca. in 90 cm Höhe.



Ausschauen und Sein



sind halt immer verschiedene Sachen.

Ich denke dass es Sandstein ist, kann aber auch sein, dass es Sandsteinersatzmörtel ist.

Wenn die zweifelhaften Schutzschichten weg sind sieht man mehr.

Den Sandstein dann bitte mit nichts mehr "schützen" auch nicht "hydrophobieren" oder ähnliches - er wirds Ihnen danken.

FK





Hallo Anne,

das rötliche könnte tatsächlich Sandstein sein. Was mich aber stutzig macht sind die scheinbar präzisen, sorgfältigen Fügungen. Es könnte sich ebenso um Risse in einer weiteren Putzschicht handeln, hinter der sich die Natursteinfassade verbirgt. Ein paar beherzte Hammerschläge ....

Der Sandstein sollte nach dem Freilegen nicht hydrophobiert oder sonst irgendwie mit Mittelchen und Tinkturen behandelt werden. Das geht auf Dauer schief.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Fugenbild



Ich habe mir die Fotos nochmal genau angeschaut und weiter gegoogelt. Ich denke die Wand im Hof besteht aus einem regelmäßigen, verfugtem Zyklopenmauerwerk (die präzisen Fügungen). Das wahrscheinliche Fugenbild habe ich der Rissbildung nach mal eingezeichnet. Ich kann mir vorstellen, dass der Stein kein Sandstein, sondern gestockter Granit ist. In einem Nachbarort gab es auch einen Granitsteinbruch. Oder Es sind Feldsteine, die ja wohl auch meistens aus Granit sind.
Vielleicht fahre ich am Wochenende mal hin und schaue es mir nochmal genauer an.

Der Sockel der Hoffassade wurde wohl mit Zement zugeschmiert, als in den 50ern der Hof betoniert wurde (das schöne Pflaster... :-( ). Nach dem, was ich gelesen habe, sollte man zuzementierte Sockel vom Zement befreien und sie austrocknen lassen, sofern sie unter dem Zement feucht sind und man sie wieder (atmungsaktiv) Verputzen will.
Wie schwer ist es Zement zu entfernen und wie leicht verletzt man dabei das Darunterliegende?
Kann ein zuzementierter Sockel zu Feuchte in einer Zimmerwand führen?



Fugen und Zement



Hallo

Legen sie doch einfach mal einen nicht so exponierten Teil frei und urteilen Sie selbst.


Wie schwer ist es Zement zu entfernen und wie leicht verletzt man dabei das Darunterliegende?
Das kommt auf den Zementgehalt des "Giftes" an und auf die Beschaffenheit des Untergrundes.

Kann ein zuzementierter Sockel zu Feuchte in einer Zimmerwand führen?
Ja!

FK



Sandsteinsockel



Wenn ich mal raten darf:
Für mich sieht das auf dem letzten Foto nach Rissen in einem Zementputz aus. 3 Ursachen fallen mir dazu ein:
1. Schrumpf- bzw. Schwindrisse im Putz, verursacht durch falsche Materialwahl und -verarbeitung.
2. Sprengdruck von Salzen
3. Verformung (Ausbeulung) der darunterliegenden Wand.

Die erste Möglichkeit ist wenig wahrscheinlich, da die Risse in späteren Beschichtungen fortlaufen.
Also freilegen, wie Florian vorgeschlagen hat. Dann braucht keiner mehr herumzuorakeln.

Viele Grüße



Zementputz?



Ja natürlich, wenn ich hinfahre werde ich den Putz etwas mehr entfernen und dann vielleicht schlauer sein.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein gerissener Zementputz ist. Dazu fasst es sich zu sehr nach "echtem Stein" an. Außerdem scheinen die einzelnen Teile/Steine, zoomt man an das Detail ran, verfugt zu sein und runden sich zu den Rändern teilweise ab. So sähe doch keine Rissbildung aus?

Aber ich werde fotografieren, wie es in größerer Fläche aussieht.

Viele Grüße



Sandsteinsockel



Das sind eindeutig Risse, keine Fugen.



Sandstein/Bruchstein



Hallo Anne,

hier schicke ich ein paar Fotos von einem Bruchsteinhaus, da wurde über jahrzehnte versucht den Sochelbereich abzudichten.

Wir haben den alten Zementverputz z. Teil sehr hart abgeklopft, die Fugen ca. 4 cm wo es ging ausgekratzt und mit grobkörnigem Kalkmörtel gestopft. Der untere Bereich haben wir sichtbar gelassen und oberhalb des Sochel den Original Kalkputz mit eigener Rezeptur wieder dem Urzustand angepasst. Anschliessend gekalkt.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen.

Veronika Klepac





Wer weis womit die Risse mal zugeschmiert wurden.

Auf jeden Fall sind die Fenstergewände sehr schöner Sandstein.

Grüße aus Schönebeck



Noch ein Bild



Wollte eigentlich 3 Bilder auf einmal reinstellen geht nicht.

Veronika



und hier noch das 3. Bild



Liebe Grüsse

Veronika



und hier noch das 3. Bild



Liebe Grüße

Veronika



Ich frag mich ja...



ob das nicht ein Putz ist, in den als Steinimitat "Fugen" eingedrückt wurden als er noch feucht war. Irgendwann gefiel der imitierte Sandsteinsockel (die Farbe ist absolut typisch für den Stein den man in der Pfalz an jeder Ecke sieht).

Die darübergeklatschte dünne Schicht scheint ohnehin nicht wirklich zu halten und sollte sich leicht entfernen lassen.