mmmh, mal wieder bitteres Lehrgeld gezahlt ?!

30.08.2006



Hallo zusammen,

also ich habe folgendes durchgeführt (verbrochen?):
Fußschwelle am Fachwerk ausgetauscht.
Darüber ein Feld (von insg. drei) neu ausgemauert.
Ich habe nur ein Feld ausgemauert um zu sehen wie es wird,
dabei habe ich folgendes Vorgehen gewählt:
1) Balken Innenseite gesäubert
2) Dreiecksleisten angenagelt
3) mit Lehmsteine 2 DF, 1,4 kg, 24x11,5x11,3, Lochanteil 42 % ausgemauert. Gemauert habe ich mit einem Lehmmix.
Lehmmix: alter Lehm (ca. 40%) + neuer Lehmmörtel (ca. 20%) + Sand (ca. 30%) + Leinspreisel, so ein gehäckseltes Zeug ( ca. 10%).

nun, nach etwa 2 Monaten, habe ich festgestellt, dass zwar das gemauerte Feld eine Art "Platte" gebildet hat, also ist richtig fest, aber die "Platte" wackelt im Feld. Ich vermute, dass sie nur durch die Dreiecksleisten gehalten wird.
Soll das so sein ????
Wie verputze ich jetzt außen?

Danke
Gruß
Stephan



Wie schmeckt "bitteres" Lehrgeld?



Soll man doch nicht in den Mund nehmen, man weis ja nie wer damit vorher zu tun hatte!
So! Zum Rest der Frage. Lochsteine (auch die aus Lehm) sind eigendlich nicht geignet in einer Fachwerkaussenwand wegen zu viel Loch und zuwenig Material. Wenn Feuchte hinter den Putz kommt kann das langfristig zu Problemen kommen. Auch ist ein NF Format besser. Wegen des höheren Fugenanteiles-die man auskratzt- ergiebt sich eine bessere Haftung des Aussenputzes!
Das die Fächer klappern liegt bestimmt am Schwund des Mörtels. War evtl. zu Fett. entweder fertige Mischungen nehmen, die entsprechend eingestellt sind, oder beim nächsten Mal etwas mehr Sand nehmen.
Das Problem am bestehenden Gefach behebt man durch das Auskratzen der Anschlussfugen zum Holz (oben und evtl. an den Seiten) und stopft diese dann fest mit Lehmmörtel aus.
Beim nächsten Gefach einfach die oberste Fuge fehlen lassen und nach dem Austrocknen erst ausfugen.
Viel Spaß, C.Wanderer



@ Christof



vielen Dank für die Tipps!
Werde beim nächsten Feld dem Lehm mehr Sand zumischen.

Leider habe ich irgendwie schlecht geschlafen.
"Lochsteine (auch die aus Lehm) sind eigendlich nicht geignet in einer Fachwerkaussenwand wegen zu viel Loch und zuwenig Material. Wenn Feuchte hinter den Putz kommt kann das langfristig zu Problemen kommen."
Wie meinst Du das, dass es zu Problemen kommen kann?
Unter Umständen könnte sich dann noch ein weiteres Problem auftuen.
(Besteht aus ca. 1000 Einzelstücken und wiegt 4t ;-)
Die halbe Scheune sitzt voll!)

Gruß

Stephan



hat mit Regenbelastung zu tun



Der Lochstein hat idR. nur eine Wandstärke von ca 1cm. Wenn Wasser hinter die Putzplatte kommt, wird die Feuchte nicht so schnell u. gleichmäßig absorbiert wie bei einem Vollstein. Der Stein löst sich schneller auf, der Putz kann runterfallen(hab ich noch nicht erlebt)
Auch muß mann an die Langfristige Nutzung denken. Wenn in 50Jahren das Haus schlecht gepflegt wird, der Putz runterbröselt und die Lehmsteine direkt dem Wetter ausgesetzt sind lösen sich gelochte recht schnell auf.
Vollsteine waschen zwar auch aus, da der Stein aber keine Rippenstruktur hat kann der das über Jahre aushalten, bis sich jemand erbarmt und das Häuschen wieder renoviert.
Ich habe Gefache gesehen an Scheunen, die als Lehmausfachunh ca 100Jahre unverputzt waren und nur ca 1,5-2cm ausgewaschen waren trotz Bewitterung! Das schaft kein gelochter!