Solnhofener Kalksteinplatten

03.01.2005



Hallo,

hat jemand Erfahrung mit Solnhofener Natursteinplatten als Wandbelag in einer Dusche?

Grüße aus dem Münsterland
Klaus



Werbegemeinschaft



Hallo,
habe keine Erfahrung im Bad aber unter der Telefonnummer 0931960088 bekommt man die "Werbegemeinschaft Solnhofener".Die sollten sowas wissen.
Ich nehme an das die imprägniert werden müssen, da Wasserdurchlässig.
Letztes Jahr habe ich Gneis Polygonalplatte an die Wohnzimmerwand gebracht und mit "Lithofin" versiegelt. Hält jetzt zumindest Wassertropfen stand.

P.S.Sieht bestimmt stark aus im Bad. Werde ich vielleicht
auch mal machen.

Gruß Torsten



Kein Problem



Solnhofer Polygonplatten sind für Feuchträume geeignet. Haben bereits mehrere tausend Quadratmeter in Bädern verlegt.Eine Imprägnierung ist empfehlenswert. Mit Farbtonvertiefung HMK S42, ohne Farbtonvertiefung HMK S34, Versiegelung mit seidenmattem Glanz HMK S37. (www.moeller-chemie.de). Ach ja. Die allgemein vorgeschriebenen Abdichtungen im Untergrund müssen natürlich erhalten bleiben.



..hatte ich vergessen..



Ich habe Solnhofer Polygonplatten geschrieben, weil ich stillschweigend von dieser schönen Variante ausgegeangen bin. Gleiches gilt natürlich auch für die anderen Solnhofer Formate/Platten.



Wo



bleibt das Naturmaterial, wenn man die Steine mit Silikonimprägnierungen schützen muß. Wo möglich noch mit fungiziden Beimischungen (weiß ich aber nicht, da es im Internet keine Volldeklaration gibt).
Im Außenbereich rate ich von solchen Versiegelungen immer ab, da sie in Abständen nachgearbeitet werden müssen und da sie an schadhaften Stellen die Probleme noch verstärken können. (Es wäre in diesem Falle noch zu überprüfen, wie diffusionsoffen der Stein nach der Behandlung wirklich noch ist, aber das spielt glaube ich im Innenbereich eine nicht so große Rolle)



...nicht unberechtigt...



Wir führen in unserem Unternehmen ein sehr umfangreiches und professionelles Pflegemittellager. Ich berate unsere Kunden trotzdem dahingehend, daß der Einsatz von imprägnierender oder versiegelnder Chemie, möglichst unterbleibt. Besonders im Aussenbereich; hier ist Ärger vorprogrammiert. Die vollmundigen Versprecheungen der Hersteller sind sehr überdenkenswert.
Da wir trotz der guten Sortierung nicht von dem Wirtschaftsbereich "Pflegemittel Naturstein" abhängig sind, können wir uns solch eine Beratung noch erlauben.
Nun aber zu diesem Fall: Bruchrauer Solnhofer Kalkstein nimmt Feuchtigkeit und Schmutz sehr gut an. Wenn die Bequemlichkeit der Pflege gesteigert werden soll, so ist am ehesten noch die farbneutrale, atmungsaktive, lebensmittelechte, Hydrophobierung auf Silikonbasis zu empfehlen. (Achtung Versiegelungen, Imprägnierungen und Konservierungen sind verschiedene Sachverhalte)
Im Zusammenhang mit den großen Fugen bei Polygonverlegung, Abdichtung des Feuchtbereich und der Erkenntnis, daß es keine dichten Bodenbeläge aus Stgeinähnlichen Produkten gibt habe ich in diesem Fall zur Imprägnierung geraten.
Hier bleibt der Naturstein am ehesten Naturstein.

Es ist richtig, wenn Menschen überlegen sollten, ob Sie die Vorzüge des Natursteins nicht besser pur geniessen sollten.

Gruß aus dem Siegerland



Überlegung:



Wenn ich Naturstein an einer Stelle einsetze, wo ich dann den Stein durch eine Silikonbehandlung schützen muss, dann muss ich auch darüber nachdenken, ob das Material an dieser Stelle wirklich geeignet ist, so schön es vielleicht auch aussieht.



in diesem Fall..



geht es nicht um den Schutz des Steines. Ich hatte mich nicht ganz klar ausgedrückt. Hier ging es um leichtere Reinigung und Dichtigkeit der Naßzelle als Nebeneffekt. Gruß UWe



Naturstein in Naßzelle?



Hallo Fred,

welche Materialien stehen denn zum Einsatz in Naßzellen zur Verfügung?
Steingut oder keramische Beläge sind zumindest im Fugenbereich auch nicht wasserdicht; und wie bekomme ich dann das eingedrungene Wasser wieder aus dem Bauteil heraus?
Glas wäre noch eine Alternative, ist im Wandbereich allerdings auch nicht ganz problemlos einzusetzen.
Organische Baustoffe funktionieren auch nicht wirklich; eventuell Tropenholz mit der arteigenen Imrägnierung und den immensen Problemen mit dem typischen Schwind- und Quellverhalten?
Blieben metallische oder synthetische Baustoffe (Acryl); die passen zumindest nicht zu einem Fachwerkhaus.
Natursteine mit geringem Wasseraufnahmevermögen, wie z.B. Granit brauchen wohl nicht gedichtet werden, man muss sie allerdings auch mögen und die Kosten hierfür in der Bewertung hinten anstellen.

Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass man Wasser besser umgleitet als dagegen zu dichten. Der Einsatz diffusionsoffener Baustoffe mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Wasseraufnahme-und Wasserabgabe sind sicherlich das Ziel in der Bauausführung.

Die Hinweise im Forum, wonach Sedimentgesteine in der Zaßzelle optimal mit Massen auf Silikonbasis zu imrägnieren sind erscheint mir schlüssig.

Vielen Dank ans Forum für die Entscheidungshilfe!

Grüße aus dem Münsterland
Klaus