Steildachdämmung ohne Dampfbremse

26.10.2014 Peter



Guten Abend,

kann mir einer der Fachleute evtl. erklären, wieso ich z.B. bei der Modellberechnung auf u-wert.net bei einer simplen Zwischen (Steinwolle/Klemmrock) - plus Untersparrendämmung (Holzfaser) ohne jede Dampfbremse auf das Ergebnis 'kein Tauwasser' komme, während ich bei Hinzufügen einer Dampfbremse jedes Mal Tauwasser erzeuge, das dann je nach Aufbau kurz oder länger abtrocknen muss?

Als Laie stelle ich mir doch dann die Frage, wieso in fast allen Quellen eine Dampfbremse zwingend empfohlen wird.

Die Diffusion ist ohne Dampfbremse ja auch gewährleistet.

Auch das nachträgliche Hinzufügen einer Unterspannbahn zwischen den Sparren verschlechtert die Situation eher, so dass ich mir das als Laie die nur als Windschutz oder Flugschnee-Schutz erklären kann.

Wo liegt mein Denkfehler?



Kondensatausfall



Immer diese Spielereien.
Wenn Sie die Grundlagen der Bauphysik sowie die Grenzen des Glaserverfahrens nicht verstehen und sich nur auf solche Spielchen verlassen kommt das dabei raus.
Übrigens: Ich habe den Aufbau mit 150 mm Mineralwolle und 50 mm Holzfaserdämmplatten gerechnet, egal welche Dampfbremse der Aufbau war immer kondenswasserfrei. Warum? Ich habe die Dampfbremse wie üblich auf der warmen Seite platziert.



Das habe ich auch...



wieso Spielerein? ich denke, das Forum soll auch Laien weiterhelfen. Und wenn es so ist-ohne Bremse ebenfalls kein Tauwasser, beim gleichen Aufbau. Warum den Aufwand?



Dachdämmung



Weil vor der Mineralwolle noch etwas kommt- eine Unterspannbahn. Und vor der Holzfaserdämmplatte kommt auch noch was- die Innenbekleidung.
Wenn Sie die Dämmung nach dem Prinzip "Kaltdach" aufbauen funktioniert es (theoretisch) auch ohne Dampfbremse. Das funktioniert auch ohne ausreichende Belüftung wenn das Wetter mitspielt, die Dachhaut dicht ist, der Feuchteanfall innen nicht zu groß ist, Heizung und Lüftung innen richtig gehandhabt werden, der Wind sich in Grenzen hält- es gibt noch einige weitere Punkte.
Das was in einer gedämmten Dachschräge so abgeht kann man mit dem Glaserverfahren nicht darstellen. Dafür ist die Betrachtungsweise zu stationär. Dazu kommen noch die subjektiven Fehler und Abweichungen durch den Einbau, der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
Das ist wie mit Seiltanzen. Wenn Sie aus dem Internet erfahren das man beim Laufen auf einem Seil nur den Körperschwerpunkt über dem Mittelpunkt des Seiles halten braucht wissen Sie (theoretisch)schon alles.
Eigentlich.
Dann wundern Sie sich wozu manche Leute noch eine Balanchierstange mitnehmen.
Übertragen heißt das allgemein anerkannte Regeln der Technik (aaRdT). Das kann man nicht hier in einem Forum lernen.



Danke Herr Böttcher



Das war sehr hilfreich. Ganz unkritisch bin ich ja nicht an die Sache ran. Sonst hätte ich ja keine Frage gepostet.

Im konkreten Fall ist es tatsächlich Kaltdach. Innen kommt auf die Holzfaserplatte (die verputzbar ist, Homatherm) nur noch ein dünner Putz (Kalkzement oder Lehm). Ob es erforderlich ist, nachträglich zwischen die Sparren noch Unterspannbahn reinbringen soll, um den Spannrock zu schützen, weiß ich nicht. Mir ist nicht klar, ob der Spannrock bei der normalen Durchlüftung verwehen kann. Die 50 Jahre alten Hohlziegel (Ton) sind noch gut verputzt, wo Putz bröckelt, kann ich ausbessern. Dann dürfte Regen und Schnee auch bei Sturm nicht das Problem sein. Das Dach hat im oberen Drittel die üblichen Entlüftungsziegel und ich möchte die alten verputzten Firstziegel gegen neue (ohne Putz) mit Entlüftung tauschen.

Die Außenarbeiten macht natürlich der Dachdecker, ich bastle nix rum, um Handwerker zu sparen. Für Neudeckung ist aber leider kein Geld da.





Wie willst den bröckelnden Putz zukünftig ausbessern wenn die Dämmung verbaut ist? Oder geht es nur um ein kurzfristige Lösung bis das Dach dann eh neu gedeckt wird?
Sind die Ziegel+Anschluss wirklich winddicht? Pulverschnee kommt im Winter an jedem kleinem Loch rein.



Pulverschnee



Dann würde ich also die losen Ziegel neu verputzen, damit bis auf die Belüftungsöffnung an der Pfette alles dicht ist. Bei gedämmten Dächern kommt man eh nicht mehr von innen ran, wenn ein Ziegen mal reißt oder der Putz raus geht. Das wird ja von außen gemacht.

Kann eigentlich an den Belüftungsöffnungen Schnee rein?





Die Unterspannbahn wird deswegen ja verbaut, damit eindringende Nässe nicht in die Dämmung läuft. Der Schnee kommt durch jeden Ritz, dein Mörtel wird nicht ewig halten. Aber auch Regen kann bei starkem Wind "bergauf" fließen und durch Ziegel eindringen.



Dachdämmung



Neue Ziegeleindeckungen werden normalerweise mörtellos verlegt.