Staub

11.08.2005



Hallo Forum, im Zuge der Konvektionswärmebetrachtung von Öfen überlege ich:

Wie entsteht eigentlich Staub? Was ist Staub genau? Produzieren Öfen auch Staub? Produzieren Heizkörper Staub?
Begünstigen die Wärmequellen die Staubentwicklung?

Hat hier jemand Erfahrung mit Staub?





Wie entsteht eigentlich Staub?
*seufz* draußen halt.. aufgewirbelte Mictoteilchen...

Was ist Staub genau? Produzieren Öfen auch Staub?

Nö. Wie denn?

Produzieren Heizkörper Staub?

nö. die sind ja in der Regel glatt und aus Metall.

Begünstigen die Wärmequellen die Staubentwicklung?

die Entwicklung nicht aber die "Zirkulation" in Räumen mit der Luft. Normale Heizkörper wirbeln mehr staub auf als z. B. Heizleisten.

Hat hier jemand Erfahrung mit Staub?

ja, genug. leider... :-)



@ annette



Hahahahahah, da muß ich glatt selber lachen.
Scherzkeks. ;-)))))))))))

Ich will es komplett begreifen. Dann ist ein Konvektionsofen also keine Staubschleuder, wenn man selber normal putzt. Es wird also durch Konvektion nicht mehr Staub produziert oder in Umlauf gebracht, sondern nur der eh vorhandene Staub vielleicht mehr in der Luft gehalten.
Beim Lüften wird der Staub ebenso in Bewegung gesetzt.
Weiß jemand ob der Verwirbelungsunterschied wirklich so groß ist, wie man im Allgemeinen meint?

Somit ändert sich am " Ökosystem-Staubhaushalt" überhaupt nichts.
Richtig?

Warum ist dann der Konvektionsofen Schuld, wenn die Wohnung so verstaubt? (Das lese ich immer wieder aus den Beiträgen und Werbungen heraus)

Wo ist der Fehler in den Gedankengängen?



Staub



mit Staub hat man hier in Duisburg reichlich Erfahrung. In dem Industriegebiet (Hochfeld) in dem ich mein Büro betreibe , sitzen um die Ecke:
- Kohleterminal der Hafag mit offenen Steinkohlelagern
- 2 Steinkohlekraftwerke mit ebenfalls offener Lagerung
- 1 Mahl- und Brechanlage,
- Roheisenverhüttung der DK (früher Kupferhütte)
stündlich rollen etwa 100 Diesel-LKW mit im Mittel 38 t Gesamtgewicht und nicht immer gesicherter Ladung in diese Werke.
Unweit fließt der Rhein, auf dem viele Schiffe mit Schweröl befeuert werden.
Feinstaub ? Hier fliegen die Kohlen noch waagerecht.
Soviel zur Entstehung von Staub.

Dennoch meinte man, etwas tun zu müssen: Seit Ausbruch der Feinstaub-Hysterie sieht man allerorten neue Tempo-30 Schilder, muß also kräftig zahlen, sieht auch LKW-Verbotsschilder und ab und zu einen Beregnungswagen.

Aber nun zu Ihrem Staubproblem: Natürlich verursachen Öfen Staub, ganz schön viel sogar.
Hohe Heiztemperaturen sorgen auch für die gute Verwirbelung:
dagegen helfen Gas-Brennwertgeräte und niedrige Vorlauftemperaturen.
Nebeneffekt: Man hat ein paar Jahre länger was vom Anstrich.

Gruß





Öfen? die saugen doch nur die Luft an und pusten die einmal durch...

Das Durchpusten ist es wohl!
Als ich mal ne Fußbodenheizung hatte, hatte ich jede Menge "Wollmäuse" (meine Schwester sagt "Geisterscheiße"... ;o).

Sagen wir mal so: Der Staub liegt überall. Auf dem Schrank, dem Sofa... aber wenn da noch ein Gebläse (Fön, Ofen, der richtig viel Luft ansaugt und rauspustet usw.) da ist, wird das alles mehr aufgewirbelt als normal (Beispiel Sofa). Einem kommts vermutlich nur mehr vor weil konzentriert.

Und auf Uwes Frage "Warum ist dann der Konvektionsofen Schuld, wenn die Wohnung so verstaubt? " kann ich nur sagen: nö, da muss die Putzfrau schuld sein Bo)

*hihi*...

Ich sags mal so: Wir haben ziemlich viel Staub durch den Lehm auf der Baustelle. Ganz anderer Staub als vorher in den Wohnungen. Viel feiner und "dreckiger". So wie der, der aus Hundepfötchen rausrieselt, wenn sie trocknen :-)... schon besser, wenn wir mit unserem Holzofen noch warten *hihi*

Grüße Annette

PS: Warum Gas-Brennwert? LAS-Kamine ist das Zauberwort :-)



Überlegung



Also ist die Konvektionsheizung nicht Schuld am Staub und an der Verstaubung der Wohnung.
Es ist ein Putzproblem. Richtig?

Staubverwirbelung gibt es bei jeder Bewegung in der Wohnung. Richtig? Ein Allergiker hat durch die Heizung nicht mehr Staub, als ohne diese Heizung. Richtig?

Dann frage ich mich, warum Konvektionsheizsysteme in vielen Veröffentlichungen in suggestiver Weise als dreckmachende und unhygienische Heizquellen dargestellt werden.

Oder Denkfehler?

Ich weiß, ich bin hartnäckig.



was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß



und wenn der Staub durch mangelnde Luftbewegung sich unter dem Sofa türmt oder im Teppich unten drin liegt, dann ist er trotzdem da.
In Wohnungen, die von Allergikern bewohnt werden, werden eben keine Teppichböden anzutreffen sein. Daß in diesen Wohnungen die Heizsysteme ausgetauscht werden wäre mir neu.
Aber kann ein Argument zu weit hergeholt sein um nicht der Werbung dienlich zu sein?
Dann darfste auch nicht lüften, denn da wird der Staub nicht nur aufgewirbelt, sondern es kommt auch neuer herein. Und ich darf an meinen Hölzern nicht schneiden und Schleifen und Du nicht an Deinen Steinen. Und bremsen mit dem Auto schon garnicht. Vonne Kraftwerke janz zu schweigen....
Aber das, Zitat: "Hier fliegen die Kohlen noch waagerecht", finde ich göttlich. Der Staub wird wohl zu den Dingen gehören, derer man sich nicht wirkungsvoll entziehen kann.
Ich bin immer wieder froh, nicht von solchen Allergien gepeinigt zu sein und hoffe, daß das auch meinen Kindern und eigentlich auch allen anderen Menschen erspart bleibt.
Grüße Lukas



Staubiges



Ein wahnsinnig interessantes Thema!


"Wikipedia" schreibt:
"...Hausstaub ist die Sammelbezeichnung für partikel- und faserförmige Immissionen in Gebäuden, die sich auf Oberflächen absetzen. Hausstaub ist eine Mischung unterschiedlichster anorganischer und organischer Stoffe, die auch von den jeweiligen Lebensbedingungen (z.B. das Vorhandensein eines Haustieres) abhängig ist:

Fasern (z.B. von Kleidung, Teppichen, Möbeln),
Haaren (von Menschen und Tieren)
Hautschuppen (von Menschen und Tieren)
Gesteinskörnchen (z.B. Straßenabrieb von draußen mit den Schuhen herein getragen)
Pflanzenteilchen
Bakterien, Viren, Milben, Schimmelpilze
Schadstoffe (z.B. Weichmacher aus Teppichböden).
Hausstaub findet sich in jeder Wohnung. Durchschnittlich bilden sich täglich rund 6 Milligramm Staub pro Quadratmeter. Da Hausstaub aus vielen Stoffen bestehen kann, sind auch die Quellen vielfältig.

Da Staub ein natürlicher Bestandteil der Luft ist, gelangt Staub natürlich auch durch das geöffnete Fenster in die Wohnung.

Der Mensch selber ist natürlich auch eine Staubquelle. Die oberste Hautschicht des Menschen erneuert sich ständig. Die abgestorbenen Hautzellen (ca. 1 – 2 Gramm täglich) fallen zu Boden und vermischen sich dort mit anderen Bestandteilen (natürlich auch den abgefallenen Haaren) zum Hausstaub.

Mit den Schuhen trägt man feinste Staubpartikel in die Wohnung. Diese stammen aus den unterschiedlichsten Quellen (s. Staub). Durch die diversen Tätigkeiten in einer Wohnung (gehen, arbeiten, schlafen) verursacht der Mensch auch Abrieb an Teppichen, Polstermöbeln oder anderen Wohnungseinrichtungsgegenständen, die ebenfalls zur Staubbelastung beitragen.

Überall wo organisches Material (Hautschuppen, Pflanzenteilchen, Essenskrümel, etc.) vorkommt, finden sich auch Mikroorganismen (Bakterien, Milben, Schimmelpilze, etc.), die von diesen Stoffen leben. Diese Mikroorganismen sind, wie der Staub auch, natürlicher Bestandteil der Luft. Insbesondere der Hausstaubmilbe und den Schimmelpilzen kommt eine gewisse Bedeutung zu, da die Ausscheidungen der Haustaubmilbe bzw. die Sporen der Schimmelpilze zu allergischen Reaktionen bei einigen Menschen führen....."


Die interessanteste Frage ist doch in diesem Zusammenhang, warum außerhalb des Hauses die Staubansammlunmg geringer ist.
So scheint der Staubsauger und Hauswischer der Natur doch die verschiedensten Komponenten zu sein:
+ Die schier unendliche Raumgröße
+ Der pflanzliche Stoffwechselprozesse
+ Die massiven permanenten Windbewegungen
+ der wahrscheinlich wichtigste Faktor DER REGEN als permanente Waschmaschine

Aber um meinen Kommentar auf die gestellten Fragen zu geben:
+ Natürlich: Weder Öfen, Heizkörper etc. produzieren Staub, sie sorgen im schlechtesten Fall lediglich für eine permanente Luftbewegung die wiederum den nicht gerade gesundheitsfördernden Staub in der zu atmenden Raumluft in Bewegung hält.(Nebenbemerkung: Bei dem Betreiben von Öfen mit Festbrennstoffen im Raum, wird bei richtigem Brennprozess verbrauchte (staubige) Luft angesaugt und über den Schornstein abgeblasen, wobei logischerweise unverbraucht frische Luft durch definierte oder diffuse Lüftungsöffnungen in der Außenhaut des Gebäudes nachströmt)
+ Ein wichtiger Faktor scheint mir auch, dass die Staubflusen an der z.T. versteckten und schwierig zu reinigenden Rippenstruktur so langsam vor sich "hinschmurgeln".
+ ich bin mir allerdings unsicher ob Uwe die Frage wegen dem Hausstaub oder wegen der heiklen und streitschwangeren Frage der Heiztechnik gestellt hat.
Hier wären bei richtigher Fragestellung dann allerdings noch andere Faktoren zu beachten und die Frage sollte ehrlicherweise unter dem Blickpunkt dieses Aspekts gestellt werden. Denn der Faktor der permanenten Staubverwirbelungsmaschine Heizung ist nicht zu unterschätzen. Natürlich ist unter diesem Gesichtspunkt die Behauptung Konvektoren erzeugen Staub unsinnig, hier geht der Staub quasi von der festen in scheinbar gasförmige oder flugfähige Phase über. Das gebrauchte Beispiel des Lüftens verzerrt hier ein bisschen die Argumentation, bei diesem Vorgang geht es um einen anderen gesundheitlichen Aspekt nämlich dem Luftaustausch.
Also:
Liegender Staub kann beseitigt und im täglichen Reinigungsprozess gebunden und entsorgt werden und ist daher für uns abgesehen von persönlichen Reinlichkeitsmaßstäben, von nachgeordenten Belang.
Es scheint mir auch logisch zu sein, dass "unbewegter Staub" für unsere Atmung nicht maßgeblich ist. Wir nehmen den Staub ja in verwirbelter Form in unsere Lunge auf und schlecken ihn nicht vom Bilderrahmen.

Gruß

L. Parisek



so



jetzt weiß ich noch mal was besser: allergiker sind nicht auf hausstaub allergisch, sondern auf den kot der hausstaubmilbe, diese wiederum ernährt sich von hautschüppchen, organischen staub.
schlußfolgerung: der allergiker braucht keine putz-, sondern eine waschfrau, anorganischer staub macht hingegen nichts.
und ein ofen macht dreck, staub pardon. ich habe meine studentage in ofengeheizten buden verbracht. das verbrennen von Holz und Kohle führt nunmal zu sehr sehr feiner asche (bei ersterem vor allem). und selbst wenn sie das glück eines funktionierenden abzugs haben und von wintersmog (die kalten blauen tage ohne luftbewegung, berliner verstehen mich) verschont bleiben - sie öffnen die ofenklappe, haben konvektion und viel staub - zumindest wenn der brennraum im Wohnbereich ist.
nicht ausschließen will ich aber, dass meine erfahrungen auch mit studentischem putzverhalten zu tun hatten, schließlich war man jung und hatte besseres zu tun.

@annette

ist der hund nicht aber ein auch schmutzfänger? das müsste doch mal erforscht werden, ob der hund nicht mehr schmutz (und nahrungsreste) bindet, als er hereinbringt. ich jedenfalls benutze die meinen als mop ("kuck mal, kekskrümel"), wenn ich nicht besseres zur hand habe. leider sind meine hunde nicht wirklich voll waschbar, insofern ist das schlecht für den allergiker.



nicht nur Bärliner,



hihi, hallo Bettina,
sondern auch Duisburger und andere Ruhrpoteinwohner.
Der Urbitterfelder wird´s auch grad noch so nachvollziehen können.
Mit der Allergienursache haste natürlich wunderbar recht aber hüsteln tut man auch durch den bösen Feinstaub, der garantiert in absehbarer Zeit zur Steuererhöhung herhalten wird.:-((
ähem, ähem,
Lukas



vom Bilderrahmen schlecken,



schönes Bild, Lutz,
da habe ich vor vielen Jahren mich mit Rohren auf der Rohdecke rumärgern dürfen. Es wurde mir blödem Ostler erklärt, das wäre die Zentralstaubsaugeranlage. Ich dachte: die spinnen, die Wessis.
Nun ist ja selbst so ein Knochen, wie ich, manchmal lernfähig:-)
Nervig finde ich die langen Schläuche. ABER, die normalen Staubsauger lassen nun mal genau die feinsten Partikel wieder hinten raus, der Zentralstaubsauger entsorgt das nach außen. Das ist doch sinnvoll, wenn da nicht gleich wieder ein offenes Fenster oder die Ansaugöffnung für die Belüftung ist.
Grüße Lukas





@ Bettina Ingenkamp
Schön das du es "besser" weist, weisst du es nach lesen des Textes "besser" oder hast du nur die Textpassage übersehen ?

Noch einmal eine Wiederholung des Zitats:
"....Überall wo organisches Material (Hautschuppen, Pflanzenteilchen, Essenskrümel, etc.) vorkommt, finden sich auch Mikroorganismen (Bakterien, Milben, Schimmelpilze, etc.), die von diesen Stoffen leben. Diese Mikroorganismen sind, wie der Staub auch, natürlicher Bestandteil der Luft. Insbesondere der Hausstaubmilbe und den Schimmelpilzen kommt eine gewisse Bedeutung zu, da die Ausscheidungen der Haustaubmilbe bzw. die Sporen der Schimmelpilze zu allergischen Reaktionen bei einigen Menschen führen....."
Von den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch häuslichen Feinstaub in seiner extrem lungengängigen Partikelgröße wären noch gesonderte Überlegungen anzustellen.

Natürlich hast du auch recht, dass man mit Öfen für Festbrennstoff Staub produzieren kann, dies tun die Öfen jedoch nicht per se. Dies ist in vielen Fällen eher als Bedienungsfehler zu interpretieren.


Zu deinem Vorschlag:
Die Idee Hunde als lebende, waschbare Schmutzfänger zu benutzen, lässt den Begriff "Nutztierhaltung" in einem neuen Licht erscheinen. Hier wären allerdings noch einige Modifikationen notwendig ((Viele kleine bellunfähige Hunde, mit bodennahen Fell in staubbindender Imprägnierung. Generelles Ausgehverbot für diese Staubbinder und Hundewaschmaschine im Keller für den täglichen Reinigungsvorgang.
Ich frage mich jedoch, wie kommen die Kerle auf den Schrank und muß ich die Bilderrahmen auf den Boden legen ?)

Gruß

L. Parisek



Dreckpfote



... no nenn ich meinen Hund :-)

Nö, Staub binden tut er nicht, er schüttelt sich dann und dann fliegt alles wieder dahin zurück, wo's hergekommen ist... ;o) (oder auch nicht).
Kekskrümel liegen bei uns nirgends rum. Und Staub-Dreck frisst er nicht :-).

Und Haare verliert er (wie Frauchen...)...
Ich hab mir auch schon überlegt, ob ich ihm Schmierseife auf dem Bauch gebe und ihn im Zimmer rumrobben lass...

Also ein Hund ist wohl vergleichbar mit der Konvektionsluft eines "Ofens"... Da, wo der Staub sich schön sammelt (unterm Sofa), da sucht er sein Spielzeug und verteilt den ganzen Staub wieder... Außerdem springt er mit Vorliebe und viel Anlauf gern auf seinen Ball *schlitter* *brems* (siehe Kraztspuren im Holzboden).

Also ich seh schon, ich brauch vor nem Ofen doch keine Angst zu haben... Mehr Dreck macht der auch nicht. Und ist genauso kuschlig warm (hat aber net so schöne Schlapporen ;-)



Hund : Ofen



Nochwas:
Der Ofen kann nicht auf Kommando Türen zumachen...

Welch VORTEIL doch ein Hund gegenüber einem Ofen hat *hihi*



von wegen, Hunde nicht waschbar ;-))



hallo Bettina und alle anderen Hundehalter,
da gibts die Lösung und anscheinend die Marktlücke.
http://www.krone.at/index.php?http://wcm.krone.at/krone/C00/S14/A5/object_id__29261/hxcms/
Grüße Lukas