Lehm im Holzständerbau

10.06.2005



Hallo,

wie muss der Wandaufbau aussehen, wenn ich in einer "modernen" Holzständerwand (ca. 14 cm Ständerdicke) die Gefache mit Lehmziegeln ausmauern will ?
Welche bauphysikalischen (Dampfbremse/-sperre) und statischen Maßnahmen (Beplankungen innen/außen) sind mindestens notwendig ?

Vielen Dank im Voraus für alle Tips und Infos

Tobias Feld



Neubau?



Dann gibt es sicherlich eine Statik und einen Nachweis nach EnEV. Hier ist angegeben wie gearbeitet werden muss!
Sind sie mit den Angaben nicht zufrieden, können auf dieser Grundlage durch einen Statiker Änderungen vorgenommen werden. Hierzu benötigt man allerdings die vorliegenden Berechnungen.



Was ist unter …



einer "modernen" Holzständerwand (ca. 14 cm Ständerdicke)
zu verstehen
schon bei so etwas gehen die "Meinungen" auseinander!!

Je präziser die Frage formuliert ist - desto leichter fällt die Beantwortung!
… meistens fällt es einem dann selber ein!

"Früher" waren die Gefache nie statisch belastet - es wurde nur "ausgefacht"!

je weniger Materialien und Schichten - desto einfacher und schadensunanfälliger die Konstruktion
je massiver und homogener der Aufbau desto besser!

FK



Massiv und homogen



ist schön, muss aber zur EnEV passen. Zusätzlich würde mich noch interessieren, ob der Holzständer sichtbar ist und wenn, von innen oder außen.





Also, um es zu präzisieren:
Es geht um ein Musterobjekt für den Raum Südeuropa/Mittelmeer/Naher Osten...(keine Statik vorhanden),
um die Kombination von Holzständerwerk (Holzrahmenbau) mit den lokalen Lehmbautraditionen.
Ständerwerk KVH 14 cm, nach außen: OSB (oder andere aussteifende Platte), Lattung, Fassade (Verschalung, Putzträger oder anderes), nach innen: möglichst einfache Beplankung
Kann man da Lehm/Lehmziegel in die Gefache einbauen ohne Folien ?



wenn die Statik mit



kreuzweise diagonalen Verbretterungen hinhaut
und sie aussen einen gescheiten Kalkputz als Schutz dranbekommen
dann müsste das mit den Lehmsteinen schon klappen!

FK



Keine Ahnung



wie die Bauphysik in den genannten Ländern funktioniert, das Klima kann ich gar nicht beurteilen. Bei uns gehört die aussteifende Beplankung (OSB) nach innen, das sie für die äußere Beplankung zu dicht ist aber innen gleich die Luftdichte herstellen kann.
Florian schlägt statt OSB-Platten diagonale Verbretterungen vor. Diese gehören aber auch nach innen. Der Vorteil ist, dass man die Problematik mit den Ausdünstungen (Isocyanate) der OSB-Platten keine Probleme bekommt.
Eine Statik wird für die Ermittlung der Aussteifung schon erstellt werden müssen. Was nutzt ein Muster, wenn es nicht funktioniert.



Aufbau



Klärenderweise wird es zu Ihrem Vorhaben doch einen Baubetreuer, sprich Architekt/Planer etc. geben und aus dieser Sicht sollte bereits eine Konstruktionsvorgabe der aussteifenden Ebene (Innenseitig oder auch außenseitig!) ausführungstechnisch vorhanden sein.
Die Ständerkonstruktion selbst kann mit Lehmsteinen (keine Grünlinge!!) ausgemauert werden oder gleich in einer stärkeren und auch winddichten Ausführung in Form von Stampflehmmaterialien ausgebildet werden.
Selbstbauerfindende Maßnahmen in aller Ehren, doch bei derartigen Unterfangen ist eine Statiker- bzw. Planerunterstützung erforderlich.
Lösungen gibt es also derer viele, doch welche, hängt auch von persönlichen Ansprüchen und handwerklichen Möglichkeiten ab.
Fachbetreuung wäre sinnvoll und auch ratsam, damit sich keine bösen Überraschungen später einstellen.

Sollte es fachliche Fragen dazu geben, dann können Sie sich auch an uns wenden, handwerkliche betreuung wird von uns stetig mit durchgeführt.

Kühle Temperaturen in der Lausitz, trotzdem gute Grüße aus dieser von Udo und Jens.



Hallo,



aufgrund bauphysikalischer Zusammenhänge passt die aussteifende Schale besser nach innen und lässt sich wie beschrieben einfach mit einer Diagonalschalung ausführen. Lehmsteinausfachung unbedingt ohne Dampfbremese ausführen. Die Winddichtigkeit spielt eine wichtige Roille und kann entweder durch eine verklebte Pappe ereicht werden oder durch eine Putzschale. In sehr heißen Zonen macht auf die Hinterlüftung der Ausssenwadn Sinn um die Hitze abzuführen. Viele Grüße Gerd Meurer





Ein Haus sollte man nicht in eine Plastetüte einpacken, wir schwizten und so´n Haus auch. Lehm, Lehmsteine oder Lehmstroh ist gut.
Schau Dich um, wie man es macht und baue mit dem gesunden Baustoff das Ständerwerk zu. Gefache sind ein nichttragendes Element, oder sagen Deine Statiker (und Nachbarn) Dir etwas anderes?

Ansonsten stimme ich mit Herrn Kurz überein.

Viel Glück
Beatrice