Statik für Flachdach aus Nagelbindern

28.07.2010



Hallo,
ich habe eine Halle aus Holzkonstruktion mit Flachdach aus Nagelbindern ca. 12x20 m. Im letzten Winter wurde darauf eine Photovoltaikanlage gestellt.
Nachfragen wegen Statik wurden von der ausführenden Fa. immer belächelt. Selber habe ich mir auch keine großen Gedanken gemacht, da ich dachte der Kies den die Fa. zum Aufstellen der Blechwannen zur Seite schippte würde wieder in diese hineingefüllt und das gibt ja dann kein großes Mehrgewicht. Jetzt habe ich aber bei einer begehung des Daches festgestellt, daß die Fa. Betonsteine in die Wannen legte u. den vorhandenen Kies sauber auf der Restfläche verteilte. Auf Nachfrage sagte der Chef, das ist vorgeschrieben, weil berechnet wegen Sturmstbilität. Er kann da nicht einfach Kies reinfüllen und bis jetzt hält ja alles super. Statikpläne liegen natürlich keine vor und ich habe jetzt etwas Angst daß die Bude zusammenbricht.
Frage: Wenn so ein Nagelbinder einmal hält, hält dann das für immer, vorausgesetzt es gibt keine Fäulnis o.ä. , oder gibt es da auch Materialermüdungungen?
2.Frage: Wer ist denn im Falle eines Falles eigentlich verantworlich? Muß ich Statikpläne vorlegen, oder muß die Fa. selber die Statik berechnen wenn sie sowas ausführt?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,

vielen Dank und Grüße

Uwe



Statik Hallendach



Ich empfehle Ihnen dringend, sich mit einem Statiker in Verbindung zu setzen.
Die Photovoltaikanlage belastet das Dach zusätzlich mit Eigengewicht, Windlast und wahrscheinlich auch Schneelast infolge Verwehungen. Dafür ist das Hallendach nicht ausgelegt.
Schieben Sie das nicht auf die lange Bank!

Viele Grüße



üblicherweise...



sollte im angebot die statik angesprochen werden, - entweder als inkl. oder aber vom kunden zu liefern.

wer das nicht macht, und bei flachdachanlagen wie in ihrem fall die locker 40-50kg/m2 (oder auch mehr) zusatzlast verschweigt handelt meine ich fahrlässig. die wenigsten hallen wurden so gerechnet, dass sie das, zzgl. der Wind und schneelasten aushalten. ich würde das ebenfalls dringend prüfen lassen!

zwar kein flachdach, aber da hat das wohl ebenfalls jemand nicht bedacht...:

http://www.ov-greven.thw.de/einsatz_det.php?oesid=OGVN&lfd=100



Moin Uwe,



frag doch auch nochmal im Photovoltaikforum nach, gerade deine 2.Frage sollten die dort anwesenden Solarteure beantworten können.

Gruss, Boris



Statik Hallendach



Noch mal zum 2. Teil der Frage:
Sie als Bauherr und Grundstückseigentümer sind erst einmal verantwortlich. Das Sie sich im Schadensfall an einen ausführenden Gehilfen bzw. AN halten können, ist erst einmal sekundär.
Ob Sie das können, ist eine Frage der Vertragsgestaltung zwischen Ihnen als AG und dem Ausführenden als AN.
Da empfehle ich Ihnen, den Vertrag und da das Kleingedruckte sorgfältig zu lesen, das Sie mit unterschrieben haben.

Viele Grüße