Sanierung alter Schweinestall (Salpeter)

27.05.2008


Hallo zusammen an unserem Backsteinhaus, grenzt ein alter Stall der zum 1/3 als Speisekammer dient.
Das Problem ist, das das Mauerwerk im unteren Breich mit Salpeter durchsetzt ist.
Der Stall ist als Doppelhaus gebaut, der Nachbar nutzt das Gebäude als Wohnraum.
Die Mauern gründen einen Meter tiefer auf Gartenniveau.

Ich hätte 2 Vorschläge zur Sanierung und wollte ihre Meinung dazu hören, bzw. eine vielleicht bessere Lösung.
Also:
1. Alter Boden entfernen und mit darunter liegender PE Folie ausbetonieren, die Folie an den Seiten herausführen. Danach eine 11,5er Vormauer auf 3 cm Abstand erstellen und somit die alten Wände "verkleiden".

2. Vorschlag wäre wie 1. nur die PE Folie bis hoch über den Salpeter ziehen und diesen somit einsperren.

Statisch ist das Gebäude einwandfrei, es befinden sich keinerlei Risse oder Setzungen am Gebäude.

Auf dem Bild ist der Anbau zu sehen.



Hier das Innenleben des Stalls





Und noch eins..





salpeter sannierung



ihr solltet von innen ein Sanierputz auf ziehen,nachdem die wände trocken gelegt wurden.
viel erfolg bei der sanierung
gruß thomas



Hallo Thomas,



was meinst du mit trockenlegen? Welche Vorgehensweise?

Anzumerken sei noch, das Haus liegt in der Nähe eines Baches, Oberflächenwasser bei 1m. Durch den Bau einer Kanalisation 5m tief wurde das Feuchteproblem der Häuser in der Gegend minimiert.

Vielleicht sind die Ausblühungen schon älter und die Feuchtebelastung gar nicht mehr so akut? Bei einer Messung mit einem Feuchtemesser an der Oberfläche des Steines ergab sie eine Feuchte von 40-50% im Bereich des Salpeters. Wie kann ich dies bewerten?
Grüße
Eric



Schweinestall



Wenn keine Feuchtigkeit mehr hinzukommt, läßt auch der Salztransport nach. Sie können es mit dem Sanierputzsystem ja mal probieren. Nach meinem Daürhalten ist es aber ein "Opferputz", d.h. eine Lösung auf Zeit.
Wand davor und Ruhe ist sicherlich eine überzeugende Lösung.

Grüße vom Niederrhein



Salpeter



Hallo EricF,

erstmal ein paar Fragen um die Sache besser verstehen zu können:

- Soll das weiterhin Speisekammer bleiben oder anders genutzt werden?
- Wie sieht es im Wohnraum des Nachbarn aus, hat der auch Anzeichen
von Feuchte und Ausblühungen?
- Wie wird der ehemalige Stall zu Zeit genutzt, lagern ggf. feuchtehaltende
Stoffe darin?
- Gibt es evt. eine permanente Lüftungsöffnung im Stall / Speisekammer?
- Gibt es Bereiche mit unterschiedlicher messbarer Feuchte? Sind evt.
Mauerbereiche feuchter als der Boden?

Das mit der PE-Folie würde ich lassen, das bringt nichts außer Leben in
den Boden. Auch der Putz wird nicht von Dauer sein. Eine zweite Wand
ist durchaus denkbar, aber das würde ich erst in Angriff nehmen, wenn der
Feuchteeintrag verstanden/behoben ist.

Wo ist denn das Haus in Rheinhessen?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Hallo Herr Kornmayer,



danke für die Hilfe.
Der Anbau besteht aus 2 Räumen, der vordere ist die angrenzende Speisekammer am Haus. Der hintere, der auf den Bildern 2 und 3 zu sehen ist, der ehemalige Stall. Beide Räume sind durch eine nicht tragende Wand getrennt.
Beide Räume sollten später einer werden, d.h. Zwischenwand entfällt.
Die Raum sollte später nur als Abstellraum genutzt werden. Der Raum wird dann beheizt.
Der Stall wurde die ganze Zeit als Gartengeräteschuppen genutzt und zumindest seit 2 Jahren bei mir durchlüftet.(Tür von der Terasse auf Bild 1zu sehen)
Die Mauerfeuchte ist ab 1m bei 15% - 20%. An der Außenwand sind keine Ausblühungen zu sehen, nur vereinzelt im Sockelbereich.
Das steht in Westhofen bei Worms.
Viele Grüße
E. Fritsche



Salpeter & Fäkalsalze



Hallo Herr Fritsche,

zunächst ist es mal die ehemalige Nutzung des Gebäudes als Schweinestall, die Fäkalsalze (Nitrate aus Urin und Kot der Schweine)in die Mauer gebracht hat. Diese treten hier "blühend" an die Oberfläche. Schon bei geringem Feuchteeintrag begeben sich die gelösten Salze in Richtung Wandoberfläche.

Der Feuchteeintrag sollte in Zukunft so gering wie möglich gehalten werden.

Westhofen ist klar terra fusca - Gebiet (Kalk&Ton), was für Sie bedeutet das es hier Böden mit etwa 80% Tonanteil gibt, die Wasser unheimlich gut halten können. Im Hinblick darauf könnte man die Geschichte mit dem Bach in der Nähe mal genauer betrachten, aber =>
Der Bach wurde wohl verrohrt? und die das Gebäude umgebenden Flächen sind weitgehend versiegelt, was eine Durchfeuchtung von Niederschlagswasser ausschließt.

Zwei Jahre gut durchlüftet hat aber möglicherweise auch negative Effekte. In Witterungen wie diesen schlägt sich die in warmer Luft enthaltene hohe Luftfeuchtigkeit gerne an kühlen Wänden nieder und verstärkt den Effekt der Ausblühung.

Auf alle Fälle sollten Sie den alten Putz abnehmen und die Wände abbürsten. Je nach optischen Anspruch an den Abstellraum kann das dann so verbleiben. Eine Vorwand ist durchaus denkbar, wobei sich im Laufe der Zeit im Zwischenraum das abrieselnde Salpeter sammeln wird. Trockenheit und auch die Heizung werden das Ergebnis verbessern, man muss das Gefüge halt "ins Gleichgewicht" bekommen. Müsste man sich mal ansehen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Nochmals vielen Dank,



für ihre Hilfe Herr Kornmayer.

Der Abstellraum sollte später annährend "Wohnraumqualität" besitzen. Deshalb vielleicht doch die Vormauer aus kosmetischen Gründen?
Mein bedenken wäre, das zu wenig Heizungswärme durch die Vormauer an die alte Mauer gelangt.
Viele Grüße nach Wiesbaden.
Eric Fritsche



Feuchte im Stall



Hallo Herr Fritsche,

nur was man messen kann, kann man auch lenken. Vormauer geht schon. Vorher halt mal nach der Feuchteursache sehen.

Also, jetzt da es schön warm ist: Raum besenrein machen! Einen kleinen Plan zeichnen und auf Wandflächen und Raumecken in jeweils drei Höhen Feuchte/Temperatur-Referenzmessungen machen und diese dort eintragen. Fenster und Türen schließen, geschlossen halten und im Wochenabstand erneut messen. Da sollte sich dann schon eine Veränderung zeigen.

Generell sinkende Werte sprächen dann verm. für Kondensationsfeuchte, im unteren Bereich steigende Werte für die Feuchte der terra fusca.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer