Holzbalkendecke mit Lehmausfachung reparieren

30.05.2005



Hallo,

beim Freilegen einer Holzbalkendecke ist uns leider ein angebrochener Deckenbalken aufgefallen. Unser Zimmermann konnte uns diesen relativ problemslos austauschen (ohne das in dem darüberliegenden Raum etwas gemacht werden musste). Nun meine Fragen:
Wie fülle ich die Ausfachungen am Besten von unten wieder auf ? Ich würde es gerne möglich original halten, also mit Lehm, Stroh oder Schilfrohr und Eichenstaken.
Da es sich um ein relativ kleines Volumen handelt, lohnt es sich nicht den Lehm bei einem der großen Hersteller zu bestellen. Es gibt in der Nähe eine historische Lehmkaute, dort wurde wohl früher der Lehm für Häuser geholt. Was muss ich beachten, wenn ich den Lehm dort hole und ihn selbst mit stroh mische?
Bekomme ich ein Feuchtigkeitsproblem, da nach oben der normale Dielenboden einer beidseitigen Trocknung im Weg ist?
Wie kann ich fehlende Eichenstaken ersetzen?

Viele Grüße, Dirk Volkmar



Lehmdecke



Hallo,

wir hatten dieses Problem ebenfalls, jedoch auf etlichen laufenden Metern.
Unsere Lösung: An die Deckenbalken seitlich Dachlatten als Lager für Schilf-Lehmplatten, die festgeschraubt wurden. In den Zwischenraum Stroh-Lehmgemisch stopfen.
Die Platten anschließend mit Lehm verputzen.

Alle anderen Versuche scheiterten am fehlenden Material wie Eichenstaken etc.

Gruß
Dr. Richard Lehner



Deckenstaken sind dicker



als Wandstaken, nur mit Bretten würde ich nicht arbeiten.

Staken gibt es auch in alten Häusern oder Du sägst und schlägst Dir welche zurecht. Ist alles relativ einfach, wenn man weiß wie und das Handwerkszeug dafür hat (oder sich eben zu helfen weiß).

Den Lehm aus alten Häusern kann man nehmen, wenn er nicht Dreck, schwarzen Schimmel oder sonstige unangenehme Verunreinigungen hat. Und als Zuschlagstoff schönes Langstroh (oder was Du eben bekommst), damit umwickeslt Du die Staken. Wartest und verputzt alles von unten. Fertig



zu:Holzbalkendecke mit Lehmausfachung reparieren



Hallo, Herr Volkmar,
machbar ist natürlich alles, es kommt darauf an, wie groß Ihr Einsatz sein soll! Falls Sie es wirklich orginalgetreu haben wollen, siehe Fotoanhang. Stoh vom nächsten Bauern, Lehm aus der Grube ( oder aus dem Sack vom Fertigprodukthersteller) und viel Spaß!
Weniger Aufwand ist es natürlich, einen Blindboden (seitliche Latten annageln und mit Bretten/Rauhspund zulegen, als Füllung kommen einige Varianten zusammen. Machbar währe z.B. (hab ich auf der letzten Baustelle als wärmedämmende Kellerdeckenfüllung eingebaut)eine Blähton-Leichtlehmfüllung mit Lehmschlag als Deckschicht. Geringerer Aufwand als die Stackendeckung, aber natürlich auch weniger Spaß beim Verarbeiten (auch bei minustemperaturen, siehe Bilder!)
Weiterhin viel Spaß,
A. Fenzke