Stahlträger unter Rähm

21.11.2011



Hallo!
Für den Wanddurchbruch in einem Fachwerkhaus soll das bestehende Rähm durch einen IPE 240 Unterzug auf Holzstützen verstärkt werden (ja, Holz wäre schöner gewesen, hätte aber die Pressung nicht ausgehalten). Allerdings hat der Statiker keine Verbindungen zwischen IPE und Stützen und IPE und Rähm vorgegeben. Hat jemand hierfür vielleicht eine elegante konstruktive Idee?

Gruß

Mateo





Was hat denn der Statiker vorgegeben?
Die Statik scheits ja nicht gewesen zu sein.

Grüße



Unterzug



Komische Entscheidung.
Ein IPE 240 hat ein Wy von 354 cm³, das kriege ich mit einem Kantholz 9/16 (384 cm³) oder einem 12/14 (392 cm³) locker hin. Auflagerpressungen kann man über die Auflagerform und -Ausbildung in den Griff kriegen.
Außerdem: Soviel Last kann auf diesem piepsigen Ding sowieso nicht liegen.
Zur Statik gehören eigentlich die Wahl der Profile, der Verbindungselemente, der Auflagerformen, die Sicherung gegen Ausbeulen bzw. Ausknicken sowie der Tragfähigkeitsnachweis der gewählten Materialien. Fragen Sie Ihren Statiker oder Ihren Planer danach, lassen Sie sich alles erklären. Die Angaben stehen garantiert in den Unterlagen.
Was die Materialwahl betrifft, haken Sie ruhig noch mal nach. Ich kann mir nicht vorstellen das ein 24 cm hoher Stahlträger die einzige Option ist.

Viele Grüße



zu "Unterzug" von Georg Böttcher



Hatte ich da nicht gelesen: „Immer vorher Gehirn einschalten“?
Da war wohl kein Strom drauf, oder?
Sigma ist M durch W. Das ist ja wohl die anerkannte Formel, um die Spannung auszurechnen. Ist das erforderliche W zu berechnen, muß man die Formel umstellen:
erf. W ist vorh. M durch zulässige Spannung Sigma.

M wurde ja wohl vom Statiker ermittelt. Das Moment ergibt sich aus der Spannweite und der abzutragenden Last.

Die zulässige Spannung ergibt sich aus der Wahl des Materials: Stahl hält mehr aus als Holz, grob gesagt das Zwanzigfache.

Also muß man einen ungeliebten Stahlträger mit 240 mm Höhe, 120 mm Breite und über 30 kg Gewicht (pro Meter), mit Wy 324 cm³ (nicht 354!!!) vergleichen mit einem Balken mit etwa 6480 cm³, das ist ein Balken von etwa 24 cm Breite und 40 cm Höhe (W = B × H² / 6 = 6400 cm³) und etwa 80 kg Gewicht je Meter.
Also bitte nicht Bahnschienen durch Streichhölzer ersetzen!!

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen:
Für Lastabtragung sind keine Anschlüsse erforderlich, aber zur dauernden Lagesicherung. Zum Beispiel werden in den Oberflansch mindestens vier Löcher 11 mm gebohrt, durch die der Stahlträger mittels (vorgebohrten!) Schlüsselschrauben ø 12 mm × 80 mm am Rähm befestigt werden. Genau so kann man über jedem Pfostenkopf je 2 Löcher bohren und Schrauben einziehen, die die Pfosten am Ausweichen (durch ständige Erschütterungen zu erwarten!) hindern. Dann gehört das Rähm mit flachen Keilen (von beiden Seiten gegeneinander!) so unterkeillt, daß der Stahlträger schon von Anfang an Last übernimmt und nicht erst, wenn das obere Gebälk durchhängt!

Gruß Markwart Lindenthal, Dipl.-Ing. Architekt, Mitglied IGB seit 1975.



Berichtigung zum Bohrdurchmesser



Bitte um Entschuldigung.
Im Stahl ist für 12-mm-Schglüsselschrauebn natürlich nicht 11, sondern 13 mm ø vorzubohren.
In Eichenholz muß man für Schlüsselschrauben fast die volle Länge vorbohren mit dem Durchmesser des Gewindekernes. Das Gewinde selbst quetscht sich ins Holz. Knapp die Schaftlänge muß freigebohrt werden mit etwa 1 mm geringerem Ø. Schaftansatz und Schraubenspitze lassen sich ins Eichenholz eindrehen. Wenn man nicht sorgfältig vorbohrt, besteht die Gefahr, daß das Gewinde am Schaftansatz abdreht!



Wunderbar



Hallo Herr Lindentahl,

danke für die ausführlichen Tipps! Genau das wollte ich wissen und genau so werde ich es auch machen.
Nebenbei zeigt Ihr Beitrag, dass in Foren durchaus auch ein sachlicher Informationsaustausch stattfinden kann.

In der Tat wurden bei der Bemessung natürlich vorher verschiedene Varianten in Holz durchgespielt aber aufgrund der ausufernden Dimensionen wieder verworfen.

Gruß

Mateo



Stahlträger



Tja da habe ich echt was versemmelt.
Das kommt davon wenn man zwei Dinge zugleich macht.
Wenigstens hat es einer bemerkt.

Viele Grüße





Frauen sollen ja zwei Dinge gleichzeitig machen können ;-)
sagt man.