Wandaufbau für einen Wintergarten

31.08.2010



Hallo,
an unserem Haus ist ein "Wintergarten": er besteht aus einzelnen Holzständern, zwischen die der Voreigentümer einzelne Terrassentüren gesetzt hat. Das Dach ist ein Flachdach aus Holz mit Dachpappe.

Da wir diesen Raum als Esszimmer nutzen, haben wir eine Heizung eingebaut und die Decke gedämmt. Nun möchten wir an einer Wand alle Glastüren heraus nehmen und die Wand dämmen und zu machen. Da bereits an mehreren Stellen so verwendet, möchten wir auch hier die Fassade als senkrechte Boden-Deckel-Schalung gestalten.

Das ganze soll möglichst günstig in Eigenleistung erfolgen, trotzdem möchte ich Bauschäden vermeiden. Ich hab mal mein "gutes Halbwissen" raus gekramt und plane - in Anlehnung an die Ausführung einer Dachdämmung - folgenden Wandaufbau:

- die Holzständer bleiben stehen
- unten aufs Fundament kommt zwischen die Ständer jeweils eine Sperrbahn und darauf ein Schwellenholz
- zwischen die Holzständer kommt dann die Dämmung
- nach außen hin kommt dann zunächst eine Unterspannbahn (wie beim Dach), darauf eine senkrechte Lattung, dann eine Querlattung, darauf die Boden-Deckel-Schalung. So erreiche ich quasi eine hinterlüftete Fassade. Unten soll das ganze noch mit einem Blech versehen werden.
- nach innen kommen über die Dämmung OSB-Platten, darauf Gipskartonplatten

Der ganze Aufbau ist als Prinzip in der beigefügten Skizze dargestellt.

Nun meine Frage: Ich weiß, dass man das alles viel, viel besser machen kann (bessere Dämmstoffe, andere Verkleidungen usw., usf...). Aber das ganze soll bezahlbar und in Eigenleistung erbracht werden. Also: ist das ganze aus Bauexpertensicht ok, oder hat mein Plan Denkfehler, die ggf. sogar gefährlich für die Bausubstanz werden könnten?

Wie immer freue ich mich über reges Interesse und zielführende Antworten.

Bis dahin freundliche Grüße aus dem verregneten Norden...

Jens



Grundsätzlich ist der Wandaufbau richtig,



ein paar Bemerkungen möchte ich trotzdem machen:
- an Stelle der Unterspannbahn empfehle ich eine Holzweichfaserplatte, z.B. Pavatex Isolair l. dadurch wird ein Ausbeulen dieser Schicht und damit eine Reduzierung des Lüftungsquerschnittes verhindert. Gleichzeitig verbessert diese Schicht den Schallschutz, den sommerlichen Wärmeschutz und den Dämmwert der Wand.
- Auf der Bodenplatte ist eine Abdichtung erforderlich, die mit der Dichtungsschicht unter der Holzkonstruktion verbunden sein muss.
- In welcher Höhe steht das Erdreich an? Im Sockelbereich, 30-40 cm über dem Erdreich ist unter dem Blech eine Abdichtung einzubauen. Hier müssen dann noch spezielle Details ausgearbeitet werden.
- Für den erforderlichen Dämmwert gibt es Grenzwerte aus der EnEv die eingehalten werden müssen.
.
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass gerade die guten Materialien bezahlbar sind.



Schon mal danke...



... für die Tipps!

Anbei nun eine Skizze, in der die Hinweise - so wie ich sie verstanden habe - umgesetzt sind. Das Dichtungsband unterm Blech werde ich so hoch wie möglich anbringen, allerdings guckt der vorhandene Sockel nicht allzu weit aus dem Erdreich.

Wie bereits geschildert, bleiben die senkrechten Ständer stehen, lediglich die vorhandenen Fensterelemente dazwischen kommen raus. Ob und welche Abdichtung unter den Ständern ist, weiß ich leider nicht. In jedem fall wird es sicher schwierig, die unter den neuen Schwellenhölzern geplante Dichtungsbahn bis unter die vorhandenen Ständer zu führen.

Den Tip mit der Holzweichfaserplatte finde ich gut, aber da kommt eben auch wieder der Geldbeutel ins Spiel. Insgesamt reden wir von einer zu verkleidenden Fläche von ca. 12 qm - wie hoch wären da die Kosten für ein derartiges Produkt?

Gruß und danke...
Jens



Isolair l



22 mm atark, ca. 8,50 + Material zum abkleben. Bei den Platten reden wir also über 100 €.
unter der Schwelle des Wintergartens sollte eine Bitumenpappe vorhanden sein. Diese muss über den ganzen Betonboden durchgezogen werden.
Am Fundament außen eine Abdichtung bis 30 cm über Erdreich. Das Blech ist je nach dem, wie man den Sockel ausführt vielleicht nicht erforderlich. Aber diese Detailplanung ist nicht über das Forum abzufragen.



Nochmal danke...



:-)

Also, am Sockel und an den senkrechten Ständern kann ich nicht mehr viel machen, der Wintergarten steht ja schon. Hinsichtlich des Sockels/Fundament weiß ich noch nicht, ob es sich um eine Betonplatte, ein Streifenfundament, eine Kombination aus Punktfundamenten (unter den Ständern) und Betonplatte, oder sonst was handelt. Wie also sollte ich den Sockel nachträglich abdichten?

Das Blech hatte ich geplant, weil es aus meiner Sicht eine gute Kombination darstellt aus a) einem vernünftigen Abschluss an der unteren Kante, und b) einer Möglichkeit, ggf. in der Hinterlüftungsebene entstehendes Wasser anständig abzuleiten.

Der Preis für die Platten klingt ja gar nicht soo schlecht - 100 Euro mehr sind sicher drin, insbesondere wenn man die positiven Effekte daraus (Wärmeschutz, Schallschutz etc) berücksichtigt!

Danke und Gruß
Jens