DielenLagerhölzer in Split legen, geht das?

08.10.2007



liebe Fachwerker,
Ich möchte bei uns im Erdgeschoss einen neuen Dielenboden verlegen. Die alten Lagerhölzer waren in Sand verlegt und noch recht gut in Schuss, lediglich an den Aussenwanden am Ende zum Teil ein bisschen morsch. Die Decke zum darunterliegenden Keller ist eine Betondecke mit Stahlträgern.
Ich möchte nun gerne eine Sämmung mit einbringen, damit der Fussboden sich wärmer anfühlt und habe mir folgenden Aufbau überlegt:
Die Lagerhölzer auf eben abgezogenen Split legen als ausgleichende und kapillarbrechende Schicht gegen evtl. anfallende Feuchtigkeit aus dem reletiv trockenen Sandsteinkeller, zwischen den Lagerhölzern Zellulosedämmung und dann die Dielen.
Ist gegen diesen Aufbau irgendetwas einzuwenden?
In der Hoffnung auf hilfreiche Antworten,
liebe Grüsse
Marcus



Fußbodenaufbau



Hallo

Alles so machen - bloss keine Dämmung reinmachen - lieber dickere Dielen nehmen. Den Luftraum zwischen Split / Sand und Dielen als Luftraum lassen - bauphysikalisch besser.

FK



Das hatten wir gerade vollinhaltlich,



vielleicht mal hier reinlesen:



---Forenreferenz-----------
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Liebe Expreten,


wir stehen vor einem Problem und kommen allein zu keiner Lösung.


Wir bewohnen seit einem Jahr ein Altbau aus Mite der 30er Jahre. Das kleine Haus wurde damals auf recht einfache und billige Weise gebaut und über die Jahre erweitert/modernisiert. Das Problem trifft in dem ursprünglichen Teil auf.


Nachden sich in einem nicht unterkellerten Zimmer im Erdgeschoss ein übler Geruch entwickelt hat, haben wir den Dielenfussboden entfernt. Die Dielen hatten wir kurz vorher von der Ausgleichsmasse befreit, abgeschliffen und mit OSSMO Hartwachsöl behandelt. Zuvor lag in dem Zimmer ein Teppichboden.


Die Bretter waren nicht verschimmelt oder vermodert, auch die Lagerhölzer waren intakt. Allerdings war die Feuchtigkeit unter dem Dielenboden erheblich höher als daüber (mit Hygrometer gemessen). In den Wänden ist eine Dachpappe o.ä. als Horizontalsperre eingebaut (ca. 15 cm über dem Boden); diese Schicht lag ehemals knapp unter dem Niveau der Dielen. Det Boden (Beton) ist mit einem schwarzen Anstrich versehen, der an den Wänden nicht ganz an die Horizontalsperre hochgezogen ist. Dieser Anstrich ist nicht mehr intakt. Die Aussenwand besteht aus Beton, die Innenwand ist gemauert. Die Wände sind unter der Horizontalsperre feucht (Feuchtemessung) und die Bodenplatte unter der Beschichtung ebenfalls feucht. Oberhalb der Horizontalsperre sind die Wände trocken. Die Luftfeuchtigkeit im Zimmer ist eher zu klein (im Schnitt 45%).


Wir denken, dass das Problem dadurch entstanden ist, dass die Feuchtigkeit sich unter den Dielen gestaut hat. Laut Nachbarn gab es früher in der Aussenwand Lüftungsschlitze, die zugemauert wurden (in der Siedlung sind einige Dutzend baugleiche Häuser). Ausserdem gab es wohl früher eine Entlüftung durch die Sockelleiste. Wir haben vor unserem Einzug die Wände spachteln lassen (>1 cm) und auf die Weise wurden die Spalten zwischen Wand und Dilelen verdeckt. Ausserdem haben wir neue Scheuerleisten an die Wand genagelt => keine Zirkulation weder mit der Aussen- noch mit der Innenluft.


Was tun?


Wir hatten schon 2 Firmen kontaktiert und verschiedene Angebote erhalten. Im wesentlichen wollen die Handwerker eine Art Wanne erstellen und darüber Diesen mit Unterkonstruktion und Dämmschüttung oder aber Dämmung, Estrich und Parkett drauf kleben. Wäre es nicht besser, den Bodenaufbau diffusionsoffen zu machen? Werden die Wände nicht beschädigt, wenn die Feuchtigkeit durch die Beschichtung nicht abtransportiert werden kann?


Kann uns jemand mit einem fachlichen Rat weiterhelfen?


und/oder


Kennt jemand von Ihnen eine vertrauentwürdige Firma im Raum Berlin/Brandenburg?


Vielen Dank im voraus
Anna mehr ...
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Den Kurz'schen Ausführungen stimme ich da nicht zu.

Grüße

Thomas



zuerst mal vielen Dank ...



...für die Antworten und den Verweis auf den ausführlichen Thread zum Thema.
Wie ich's nun mache, bin ich mir allerdings immernoch nicht ganz sicher.

@ FK: die Lösung mit Split und Lagerhölzern gefällt mir gut, weil sie einfach ist, ohne Folie, ohne Spezialsystem mit Nut und FederLeiste. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob der Split nicht doch wandert, wenn die Zwischenräume zwischen den Lagerhölzern nicht mit etwas Festem ausgefüllt sind wie Sand. Sie ganz leer zu lassen, kommt mir komisch vor, klingt wahrscheinlich auch hohl beim drüberlaufen, oder?

@Thomas und Florian Kurz:
Ich tendiere im Moment am ehesten zu folgender Lösung wenn das mit dem Split nicht funktioniert:
Ausgleichen mit Leichtbeton, Lagerhölzer auf Korkstreifen wegen Trittschall, evtl. drunter eine PE- Folie, zwischen die Lagerhölzer Zellulose.


Vorteil gegenüber Weichfaserplatten:
- billiger
- wenn der Beton etwas uneben ist, ist das mit Lagerhölzern leichter auszugleichen

Wär das eine praktikable Lösung?
Wenn PE- Folie, soll die dann am Rand hochgezogen werden oder nur auf der Fläche liegen?

schöne Grüsse
Marcus



Trittschall



sollte im EG vernachlässigbar sein.

Der vorgeschlagene Aufbau funktioniert grundsätzlich, allerdings ist ein Folie Pfusch. Die Abdichtung sollte als Bitumenschweißbahn ausgeführt werden und an der Wand hochgezogen werden, optimaler Weise bis über die (hoffentlich vorhandene) Horizontalabdichtung in der Wand.

Die vorgeschlagene Weichfaservariante hat den Vorteil geringer Aufbauhöhe. Die Lagerhölzer müssen nicht hoch sein, weil die Dielung flächig auf der belastbaren Dämmung aufliegt.

Welche Aufbauhöhe steht denn zur Verfügung?

Lagerhölzer auf Split? Zu meiner Sicht auf die bauphysikalischen Probleme dazu habe ich mich schon ausgelassen; eine Nivellieren der Lagerhölzer ist überdies nicht wirklich einfach, wird schon beim Verlegen vermutlich wacklig, weil die Hölzer unter Belastung halt unterschiedlich einsinken. Durch Schwingungen des Bodens wird der Split über die Jahre tatsächlich wandern.

@ Florian Kurz

"Den Luftraum zwischen Split / Sand und Dielen als Luftraum lassen - bauphysikalisch besser."

Wieso? Neben der ständig aufsteigenden Bodenfeuchte kommt noch die Gefahr der Kondensatablagerung im deutlich kälteren Raum unter der Dielung dazu.

Ergebnisse dieser Bauweise auf Dauer in vielen Fällen (neben einem penetrant kalten Boden): Schimmel. Das wäre natürlich vermeidbar, wenn der Hohlraum statt vom Wohnraum von draußen belüftet wird. Ergebnis: noch kälterer Boden.

Grüße

Thomas







Der Vorschlag mit der PE-Folie



kam aber von Dir, Thomas, als ich im Feb. schonmal eine Frage zur Fussbodendämmung gestellt habe. Oder wäre bei Weichfaser die PE-Folie gut, weil flächig belastet und bei Lagerhölzern dann nicht mehr?
Horizontalsperre habe ich leider keine, allerdings schaut der Keller schon 1,50m aus dem Erdreich, da kommt nicht mehr viel Feuchtigkeit an im Erdgeschoss (hoffe ich zumindest).
Ich werde also die Feuchtigkeitssperre an der Seite hochziehen, ausser an einer Innenwand aus Fachwerk, weil ich denke dass die Schwelle. die noch sehr gut aussieht, auch weiterhin evtl, anfallende Feuchtigkeit gut nach allen Seiten loswerden soll. Siehst Du auch so, oder?

Aufbauhöhe ist am tiefsten Punkt 12cm, auf dem grössten Teil der Fläche mindestens 10cm und läuft zur Haustüre hin auf 6cm aus. Auch aus diesem Grund dachte ich an Lagerhölzer, weil die leichter auszuklinken sind als Platten. Alternative wäre natürlich, vom Beton etwas wegzustemmen, müsste ich nochmal kucken, ob das geht.
Ein Parkettleger hat mir Bitumierte Schüttung unter der Weichfaserplatte empfohlen, allerdings bräuchte man dann noch eine Platte unter der Weichfaser/ Nut und FederPlatte. Was hältst Du davon, kommt mir aufwändiger vor als Estrich al Ausgleichsschicht.

herzliche Grüsse und vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst,
Marcus