Schornsteinprobleme

22.02.2006



Guten Tag zusammen,

ich habe ein Problem mit Durchfeuchtung des Schornsteins, vielleicht weiß einer Rat ?
Ich habe einen Altbau von 1908 der vor ca. 12 Jahren Edelstahleinzüge in 2 Schornsteinzüge bekommen hat, die direkt nebeneinander liegen. Die Beheizung erfolgt mit Gaszentralanlagen, seit rd. 3 Jahren mit einer Niedertemperaturanlage. Seit nun 2 Jahren treten teilweise sehr starke Versottungsstellen im ungenutzten und nicht isolierten Kriechspitzboden und im selbstgenutzten Dachgeschoß auf (braune und schwarze Flecken mit dem typischen Duft). Die Versottungsstellen liegen ca. ab 15 m über Abgaseintritt im Keller. Die Edelstahleinzüge sind im Bereich Kriechspitzboden innen total naß, also liegt der Taupunkt dort und Kondensfeuchtigkeit fällt aus.

Gleichzeitig sind in beiden Edelstahlzügen im Bereich Kriechspitzboden Korrosionspunkte zu erkennen. Analyse des Schorni der mit einem Handwerker im Schlepptau kam - allerdings nicht in die Rohre geschaut hat:

1. Beide Rohre raus und neue rein
2. Korrosion der Rohre durch Waschmaschine und Trockner in der Nähe der Zentralheizung im Keller (FCKW)

Meine Fragen:
Ist das wirklich so oder kann es sein das die reduzierte Abgastemperatur der Niedertemperaturanlage durch den langen Zug zu Kondenswasserbildung führt und zuviel Feuchtigkeit verursacht?
Kann FCKW die Edelstahlrohre zerfressen?
Erscheint es nicht sinnvoller den Abgasstrom zu beschleunigen und wenn wie mache ich das am besten ?
Sind die Edelstahleinzüge wasserdicht oder gibt es Nahtstellen wo Kondeswasser austreten kann ?
Was würden Sie tun ?

Vielen Dank für jede Anregung und noch einen schönen Tag!

Gruß Martin



Schornsteinproblem



hallo martin,
habe bei durchsottendem Schornstein die Erfahrung gemacht das mit wasser angerührte Kuhfladen ein sehr gutes mittel ist. Dafür entfernt man den Putz -sofern vorhanden- und steicht dan die angerührte masse gleichmäßig auf. Masse sollte pastöse konsistenz haben. dann gut trocknen lassen anschließend neu Verputzen und du hast nie wieder ärger mit durchsottungen. Das die edelstahlrohre korrodieren kann ich mir nicht vorstellen, und die abgasluft zu beschleunigen haut wohl auch nicht hin. Das sich Tauwasser bildet liegt doch nur an der niedertemperatur.
Nach aussage meines schornsteinfegers könnte es hilfreich sein den schornstein im Spitzboden zu dämmen.
MfG Michael



Rezeptur



Kuhdung oder Pferdeurin aber stets mit Sumpfkalk verrührt aufbringen!
Mehrfache Erfahrung schon gesammelt, von Bodensee bis Lausitz.
Korrossionsthema, Durchfeuchtungen etc. wäre wirklich eine Sache für einen guten Heizungsfachmann mit Langzeiterfahrung.
Derartige Probleme sind mir so noch nicht bekannt geworden.

Grüße Udo



Zur Korrosion



Edelstahl rostfrei der werkstoff-N° 1 4301 ist sehr anfällig gegen Schweflige Säure.
Wenn nun Kondensat vorliegt, und in ihm sich bei der Verbrennung entstehendes Schwefeldioxid löst, haben wir ideale Bedingungen für Lochfraß.
Daher würde ich eher hier die Ursache der Korrsion suchen als bei FCKW´s.
Viele Grüße, Matthias Weber





Guten Tag zusammen.

Vielen Dank für die freundlichen Antworten.

Herr Weber: Das wäre plausibel. Zwei Fragen noch an Sie: Entsteht soviel Schwefel bei der Erdgasverbrennung und haben Sie eine Idee die Feuchte aus dem Kamin zu kriegen ? Helfen vielleicht diese mechanischen Abgasventilatoren auf dem Schornsteinkopf ?



Leider, Herr Busse,



kann ich Ihre Fragen nicht beantworten, da ich beruflich mit Heizung und auch bauen allgemein nichts zu tun habe.
Meine Kenntnisse über rostfreie Edelstähle stammen aus einem Studium der Getränketechnologie........
Als Kellermeister muß ich keine Schornsteine trocknen.
Wenn die Korrosion bereits von außen erkennbar ist, werden Sie Ihren Kamin erneuern müssen.

Viele Grüße, Matthias Weber