Dachdämmung von Spitzboden, Dachschrägen und Drempel?

30.12.2012



Leider konnte ich nach tagelange Recherchen keine Diskussionen für eine eigenlichte ganz gewöhnliche Dachrenovierung (=dämmen) gefunden. Das Problem besteht darin, ein Gesamtkonzept für drei verschiedenen Abschnitten zu finden:
1)kalter Spitzboden 1m hoch
nur Ziegeldeckung
2)Dachschräge von ausgebauten Dachgeschoss
verputzte Schilfrohr auf Lattung, Ziegeldeckung
3)Drempel/Kriechgang mit Türchen, gerade noch groß genug zum lagern
verputzte Drempelwand (innen) und
verputzte Heraklitplatten an den Sparrenunterseite,

Die Kehlbalken hätten 18cm Gesamthöhe. Die Sparren bieten nur 14cm Höhe, für EnEv reicht es nicht. D.h. Sparren Aufdoppeln oder noch eine Lage z.B. 100mm HWF Platten auf den Sparen. Dieses Dach hat mindestens 60 Jahre gut funktioniert, von Wärmeverlust abgesehen. Deswegen neige ich dazu, den kalten 'offenen' Spitzboden so zu behalten, obwohl es sehr dreckig ist. Vor allem weil von unten(DG) keine Dampfbremse vorhanden ist, und auch nicht kommen sollen (weil jegliche Baustelle im Innenbereich meiner Ehe jetzt gefährden würde).

Meine Fragen:
1) a) offenen Spitzboden mit Zwischendeckendämmung oder b) Sparren durchgehend dämmen und Lüftdicht machen (was mir unmöglich erscheint)? Und was macht der Dampf dann auf dem Spitzboden)? Lüftungröhre durch Dachdringungen oder über den First entweichen?
Oder gibt es Zwischenlöungen, z.B. Winddichte diffusionsoffene Unterspannbahn auf komplettes Dach?

2) Dachschräge vom Dachgeschoss
Hier könnte man theoretisch zwischen den Balken eine Dampfbremse oder OSB-Schicht (bei Einblasdämmung) einbauen, nicht direkt auf den innenliegenden Lattung/Putz liegt, sondern mit 2cm Abstand, damit zwischen Innenlattung/Putz und Dampfbremse/OSB-Schicht Luft vom Drempel hoch in den Spitzboden zirkulieren kann.
Lohnt sich diesen Aufwand, macht es Sinn? Zieht es zu viel warme Luft durch die Drempeltür/Kabeldurchführungen? Kommt zu viel kalte Luft von den Spitzboden runter.

3)Drempelbereich.
Innenverkleidung (verputzte Heraklith) von den Sparren entfernen und Dampfbremse/OSB-Schicht zwischen den Sparren, um eine die Lüftung von 2) (siehe oben) zu gewährleisten? Oder unter den Sparren eine Bremse anbringen, aber was passiert mit dem Dampf im Drempel (z.B. angrenzendes Bad)?

Ich wäre für Euer Meinungen sehr Dankbar!



Moin Ian,



deine Frage/Situation ist zu komplex, um was zu sagen ohne es live gesehen zu haben.

Du kannst selbst auf www.u-wert.net mal die theoretischen(!) Werte durchrechnen.

Zum Thema Innendämmung steht auch hier im Forum genug.

Wann ist denn dein Dach ca. fällig?

Viel Erfolg, Boris



Danke,



für den tollen Link! Da kann ich selber einige parameter durchspielen.
Es geht gar nicht um Innendämmung (außer vielleicht die DG-Decke).
Die Situation/Fragen sind vielleicht komplex, aber eigentlich hier in BW sind solche Häuser häufig zu finden. Es ist mir inzwischen klar geworden, manche glauben an Folien und Klebeband, andere nicht. Andere setzen auf Kapillarfähige Dämmung oder Hinterlüftung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es geht, von oben/aussen die Kehlbalken/Sparren Verbindungen lufdicht abzukleben. (bez 4 Dachfenster und 4 Durchdringungen) Nur im Kriechgang könnte ich mir eine Folie vorstellen, da man oben an die Drempelmauer Kleben kann, und unten richtung Traufe sieht es auch unkompliziert aus.

Das Dach eilt nicht, es sind momentan 'nur' die Heizkosten.

Grüße, Ian



Moin Ian,



klar gibt's hier viele solcher Häuser....aber eben auch nix was es nicht gibt, an Material, Konstruktionen und Baufehlern.

Mit einer Aussendämmung schläfst du besser, ansonsten beschreibst du ja genau die "Futzelecken": Wo da dann dein neuer Taupunkt liegt, wissen die Götter.....oder du, wenn du in 20 Jahren den durchgefaulten Dachbalken wechseln musst.

Ich bin auch kein Folienfan und habe innen mit 15mm OSB (verleimt) gearbeitet.

Apropos: Innendämmung bedeutet Dämmstoff einbringen, ohne das Dach zu öffnen....is' denke ich schon genau das, was du vorhast.

Gruss nach "nebenan",

Boris