Sperrholzplatten, aufbringen, innen

27.03.2015 Klaus


Hallo,
wir möchten unser Bungalow-Haus Bj. 1979 umbauen. Ein Problem haben wir mit der Decke. Die ist aus (häßlichen) Sperrholzplatten. Darüber ist ein Brettbinderdach als Kaltdach. Dort liegt zwischen den Sparren eine Lage Styropor und darüber alte Glaswolle. Alles ist schwer zugänglich und sehr schlecht gedämmt. Ich möchte die ganze Dämmung rausholen und eine Einblasdämmung aufbringen lassen.
Wir wollen die Decke innen im Trockenbau mit Rigipsplatten abdecken und weiß streichen. Sollte ich vorher auf die Sperrholzplatten (innen, warme Seite) eine Dampfbremse aufbringen?



Dampfbremse Bungalow



Ich würde eine Dampfbremse verlegen, auch wenn die Sperrholzplatten schon eine Dampfbremsende Wirkung haben.

Wenn alle Fugen zugänglich sind könnt ihr auch alternativ zur Folie nur die Fugen abkleben.

Ist die Dachkonstruktion nach oben diffusionsoffen oder gibt's unter der Deckung noch Folien etc?

Die Verlegung einer Dampfbremse hat auch den Vortel gleichzeitig gegen Konvektion abzudichten- also Elektrokabel, Lüftungsöffnungen, Bodentreppe, Dunstabzugshaube etc.
Konvektion führt deutlich schneller zu Feuchteschäden durch Kondensatausfall.

Zellulose habe ich ebenfalls verarbeitet- auch an eigenen Gebäuden.
Falls du schon Angebote hast: was soll das kosten je kg oder m3?

Andreas Teich



Einblasdämmung



Um Ihre Frage beantworten zu können, muß zuerst der Dachaufbau im Detail bekannt sein. Wenn es eine funktionierende und ausreichend bemessene Hinterlüftungsebene gibt, können Sie prinzipiell ohne Dampfbremse auskommen, wenn Sie von innen nach außen diffusionsoffener konstruieren können.

Entscheidend wird aber sein, ob die vorhandene Dachkonstruktion das zusätzliche Gewicht aus der Einblasdämmung überhaupt tragen kann. Die Beschreibung liest sich wie die eines Fertighauses, die i.d.R. sehr sparsam und manchmal auch unorthodox konstruiert worden sind.

In einer ähnlichen Situation (Fertighaus BJ 1972) habe ich die ursprüngliche Idee der Einblasdämmung erst dann realisieren können, nachdem mit einem ziemlichen Aufwand die Anzahl der Nagelbindersparren verdoppelt worden war. Die ursprüngliche Binderlage hatte einen zu hohen Achsabstand und hätte die neue Last aus Dämmung und aufwändigerer Unterkonstruktion nicht tragen können.

Wie immer sollten Sie vor einer solchen Enstcheidung den konstruktiven Aufbau bis in´s Detail klären und dazu auf jeden Fall einen Statiker befragen. Vielleicht existiert zu Ihrem Haus noch eineTypenstatik (Fertighaus) bzw. die Bauantragsstatik. Ihr können Sie die Belastbarkeit der Dachstuhlkonstruktion entnehmen. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Gefühl und auch nicht auf die schnellen Auskünfte eines Handwerksbetriebes.



Bungalow-Dämmung



Bei zB 50 cm Dämmstärke würde die Zellulose etwa 20 kg/qm wiegen.

Das Problem könnte u.U. bei dünnen Sperrholzplatten eher eine höhere Durchbiegung sein.

Je nachdem welche Platten du darunter verwenden willst können diese auch noch ca 10 kg/qm oder mehr wiegen.

Falls dann evt noch Welleternit auf dem Dach liegt und irgendwann ersetzt werden sollte kann es schwierig werden.

Die Binder lassen sich durch seitlich angeschraubte Bretter verstärken-

falls der Hersteller noch existiert besser dort nachfragen oder in einem Bauforum mit Eigentümern solcher Häuser, die solche probleme schon hatten.

Andreas Teich



Dampfbremse Bungalow mit Holzdecke



Hallo,
vielen Dank für Eure Hinweise.

Direkt über den Sperrhozlplatten liegt die Dämmung (zuerst Styropr, dann Glaswolle, keine Folie).
Auf die Sparren sind von oben Hozbretter genagelt. Darauf dann Dachschweißbahn mit Unterlage. Die Sparren sind von innen frei, das Kaltdach ist ganzjähig gut belüftet.

Ja ich hab schon ein Angebot zum Einblasen von gebrauchsfertiger Zellulosedämmung, fugenlos, setzungssicher, B2, WLG 040, Dicke 25 cm für 12,50 €/m² von einem Fachbetrieb, der in unserer Region seit 19 Jahren tätig ist.

Es handelt sich hier nicht um ein Fertighaus. Ich war mit meinem Statiker im Kaltdach, er hat aber mehr auf die Binderkonstruktion geachtet. Ich werd das Thema des Gewichts der Einblasdämmung prüfen lassen. Ein technisches Datenblatt zum Dämmstoff hab ich mit dem Angebot zur Einblasdämmung bekommen (Rohdichte 25-50 kg/m³ freiliegend, 30-65 kg/m³ CSO Verfahren).

Zu dem Gewicht der Einblasdämmung kommt dann für die Deckenbalken noch der Trockenbau (Deckenverkleidung nach Rigips-System 4.05.23, einfache Lage Rigips-Platten). Auch hier werd ich meinen Statiker noch mal gezielt fragen.

Ich möchte bei der Baumaßnahme alles richtig machen und nicht wegen ein paar gesparter Euro nachher (viel teurere) Probleme kriegen. Dann werd ich wohl die kpl. Holz-Decken mit einer Dampfbremse versehen. Wenn ich Euch richtig verstanden habe, ist das auf keinen Fall ein Fehler.

Klaus



Bungalowdach dämmen



Hallo Klaus
Stimmt-Dampfbremse und damit auch Luftdichtung gegen Konvektion ist am sichersten.
An den Rändern und allen Öffnungen gut abdichten.

Ich würde aber eine höhere Dämmstoffstärke wählen, 50 cm hoch wäre besser und kostet auch nicht so viel mehr, wenn die Maschine ohnehin vor Ort ist.
Falls es Wandhohlräume gibt würde ich die auch gleich dämmen.

Welches Fabrikat an Zellulose nimmt dein Betrieb?
Du wirst beim lose aufblasen kaum über 40 kg/m3 kommen.

Wenn es sehr durchlüftet ist wäre es besser, die Oberfläche anschließend mit Wasser zu bestäuben, damit sich die Zelluloseoberflächeverdichtet und nicht wegfliegen kann

Andreas Teich