Dampfsperre bei Neuverputz im Gefach?

17.03.2009



Hallo liebes Forum, nun meine 2 Frage zur Sanierung meines mit Steinen ausgemauerten Fachwerkhauses:
Es stehen an 2 Stellen Reparaturen an den Gefachen in Sockel -/ Schwellennähe weiterhin an.
Da die Gefache mit Zement / Kalk-Zementputz versehen wurden, will / muss ich hier das Gefach komplett entfernen und will es wieder mit Ziegelsteinen und Luftkalk verputzen.
Nun meinte ein alter Maurer zu mir, dass ich zwischen Gefachausmauerung und Holzbalken eine Dampfbremse einbringen soll, damit das Holz nicht von dem hoch hydraulischen Putz und den Steinen und damit verbundener Wasser Annahme und Abgabe geschädigt wird. „Es wäre besser für die Balken“.
Was meint Ihr dazu? Hatte davon vorher noch nichts gehört und bin jetzt etwas unsicher geworden…
Schadet es?

Gruß Thomas



Logisch...



...schon im Mittelalter wurden an den Stellen Dampfbremsen eingebaut :-).
Also im Ernst, du scheinst ja dich für althergebrachte Materialien zu entscheiden. Ich bin der letzte, der nicht auch mal Materialien unserer Zeit verbaut, aber an dieser Stelle ist es Blödsinn.

Gruß Patrick.



Wenn ich es richtig verstehe...



...schlägt dein Maurer vor, auf der gefachzugewandten Seite der Fachwerkkonstruktion, also zwischen Balken und Ausmauerung eine "Dampfsperre" aufzubringen??

Wenn mich nicht alles täuscht, ist das im Hinblick auf Feuchtigkeit (auch Schlagregen) die kritischste Stelle an einer Fachwerkaußenwand. Der Übergang zwischen Balken und Ausmauerung ist eigentlich nie richtig dicht zu kriegen, da Holz eben mehr arbeitet als Stein (welcher auch immer).
(Arbeitet ein Tischler eigentlich auch mehr wie ein Maurer?? kleiner Scherz)

Nun stell dir mal folgendes Szenario vor:
in diese Übergangsstelle dringt Wasser ein (kann immer mal passieren).
Bei "herkömmlichem" Aufbau, also ohne Sperre, könnte die Feuchtigkeit vom Mörtel aufgenommen werden (also vom Holz weggeleitet werden) und wenn es gut läuft über die Ausfachung (mit einem entsprechend diffusionsoffenen Anstrich) wieder an die Umgebung abgegeben werden. Bei Lehmausfachungen funktioniert das so und ich könnte mir auch vorstellen, dass es bei Backstein mit einem entsprechenden Mörtel und Putz, erst recht mit hochhydraulischem, funktioniert.
Ist dort aber eine Sperre zu finden, wird die Feuchtigkeit unnötig lange am Holz gehalten.
Und das tut nicht gut!

Gruß
Martin



Seitliche Trennschicht



Hallo

so einen Aufbau habe ich auch schon mal begutachten dürfen.
Den hat ein hochdotiertes und versiert in Denkmalfragen bewährtes Arch-Büro in Zusammenarbeit mit dem LA für Denkmalpflege so "ausgearbeitet" und festgelegt und ich warte seit 5 Jahren auf die ersten Schadensmeldungen.
Aber der Bauherr, den ich damals warnte wird sich nie die Blösse geben mir im Nachhinein Recht zu geben.

Nehmen Sie das, was früher gemacht wurde: Luftkalkputz und sonst nichts!
Mine Empfehlung: solubel!

Gutes Geliingen

FK



Luftkalk & Mauerziegel



Hallo ThomasK,

Ich schließe mich den Ausführungen von Herrn F.Kurz an bitte Luftkalk z.b Sp50 0-2mm von Solubel und Mauerziegel/Dreiechsleisten und Leinölfarben auf das Holz fertig.

Freundlich Grüße
Torsten Selle