Horizontalssperre / Feichtigkeit

10.05.2007



Hallo,

ich habe bezüglich aufsteigender Feuchtigkeit eine Frage: wir haben unsere Scheune umgebaut. Dabei 3 alte Mauern (Sandstein 40cm stark)stehen lassen bzw. auf diesen aufgebaut. Diese 3 Mauern Grenzen zu allen Seiten an die Nachbargebäude an. Das heißt eine Vertikalsperre konnten wir nicht anbringen. Jetzt möchte ich die Räume mit Rigips verkleiden, bin aber mittlerweile verunsichert bzgl. aufsteigender Feuchtigkeit. Habt Ihr Erfahrungen zum Thema "chemische Horizontalsperre"? Gibt's eine Methode herauszubekommen, ob Feuchtigkeit aufsteigen könnte (bezweifele es fast)?



Horizontalsperre



Hallo Cem,
Deine Zweifel sind berechtigt.
Wenn von außen keine Feuchtigkeit gelangen kann (ich hoffe, es läuft kein Wasser in die Bauwerksfugen), dann bleibt nur noch Kondensfeuchte und hygroskopische Feuchte von innen sowie kapillare Erdfeuchte als mögliche Nässequellen übrig.
Gegen die ersten beiden hilft keine chemische Sperre, sondern angepasstes Lüftungsverhalten und eine entsprechende Heizung mit Hüllflächentemperierung.
Das bisschen Feuchte, was von unten kommen kann, ist nicht der Rede wert, wenn die Sandsteine dichtes, frostsiches Material sind, die kaum kapillar wirken. Aus solchen großen, präzise gearbeiteten Werksteinen wurden früher Sockelmauern errichtet, um Bauwerke gegen aufsteigende Feuchte zu schützen, sie sind also die Sperre.
Die geringe Fugenfläche und der verwendete grobporige und gering kapillare Mörtel wirken neben den dichten Steinen zuverlässig als Abdichtung.
Wenn also Deine Sockelmauern aus solchen Werksteinen mit engen Fugen und Kalkmörtel errichtet sind, ist eine chemische oder andere Sperre gegen aufsteigende Feuchte überflüssig.
Vorsicht mit dem Verputzen:
Wenn ein dichter, kapillarer Putz, wie z.B. reiner Zementputz, mit Verbindung zum feuchten Boden aufgetragen wird, funktioniert dieser Putz als Feuchtetransporteur, ähnlich wie ein Handtuch, das aus dem Wasser über dem Badewannenrand hängt.
Vielleicht beziehst Du die Werksteine als Gestaltungselement mit ein und lässt Sie unverkleidet?

Viele Grüße
Georg Böttcher



Horizontalsperre



Danke für die ausführliche Antwort.



aufsteigende Feuchtigkeit in Bauwerken bis zur mauertrocken



Sehr geehrte Cem's,

wenn eine Horizontalsperre fehlt ist ein weiteres Vorgehen Nonsens.

Die vertikale "Abdichtung" verhindert max. einseitig aufgebracht 15% der gesamten Konzentration an Wandfeuchtigkeit.

Mit einer Verkleidung kaschieren Sie nur die Ursache.

Mit einer gut ausgeführten "chemischen" Horizontalsperre erreichen Sie max. 60% Sperrung - und das auch nur bei einigen Möglichkeiten der Injektionsmitteln.

Beispiel: ein Kunde von uns hat ein Haus trocken gelegt mit 4 Sperrschichten - nachweislich meßbar. Zwei Sperrschichten bestanden aus alten Bitumenmaterial und zwei "Sperrschichten" wurden nachträglich entsprechend Besitzerwechsel injiziert. Jetzt erst ist das Haus trocken.

MfG Andrea



vier Sperrschichten !!!



Auch nich schlecht, der eine Besitzer bringt zwei alte, Betonung liegt auf ALT, Sperrschichten ein und der neue, gar nicht dumm, lässt gleich noch zwei hinterher bringen.
Das dass dann Trocken ist nen ich mal nen wirtschaftlichen Erfolg, start up und Glückauf



Sperrputz



Ach ja, worum es mir eigentlich ging,
in das Anmachwasser des Sockelputzes 20% Mikroemulsion und das Problem des kapillaren Saugens wird unterbunden.

MfG j.h.schröters