Dämmung oberste Geschossdecke / Folie oder nicht ?

09.01.2010



Liebes Forum,

am Dienstag nächster Woche steht in unserem altem Steigerhaus von 1914 die Dämmung der obersten Geschossdecke an. Ursprünglich hatte ich die Verwendung von Holzfaser-dämmplatten angedacht, Gevatter Zufall hat mir allerdings 140mm Mineralwolldämmplatten (vergleichbar Rockwool Tegarock)in ausreichender Menge zugespielt. Bei 60 qm2 frage ich da nicht lange nach und dämme eben mit MiWo.

Die Platten sind druckstabil und begehbar, ich plane nach Auslage der Platten noch 22mm Spanplatte auzulegen (liegen bereits auf dem Boden). Der gesamte Deckenaufbau von unten nach oben sieht aus wie folgt : Holzdecke / Gipskarton -> Balkenlage -> Fichtenbretter. Zwischen den Balken liegt Schlacke / Schotter.

Soweit so klar, folgende Fragen sind noch offen :

- Muss zwischen der Decke und den MiWo-Platten eine Dampfsperre oder bremse ?
- In 2 Räumen gibt es Dachschrägen, wie nehme ich die Dämmung an diesen Stellen vor ?

Für sachdienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar, meine Tendenz wäre keine Folie oder höchstens eine diffusionshemmende Bremse zu Verlegen - aber auf keinen Fall eine 100% dichte Folie.

Vielen Dank für rege Teilnahme und Gruss aus dem schönem Ruhrgebiet,

Thorsten





Hallo

alter Aufbau ?: Holzdecke / Gipskarton -> Balkenlage -> Fichtenbretter

neuer Aufbau?: Holzdecke / Gipskarton -> Balkenlage mit Dämmung -> OSB.... oder hab ichs nicht verstanden?


Wenn der neue Aufbau so ist, dann gehts nicht ohne Folie. Wenn der neue Aufbau mit Fichtenbrettern und ohne OSB ist gehts auch ohne.
Besser währe es, nicht die obere Geschossdecke zu dämmen sonern gleich die Schrägen. Dann steht einer späteren Nutzung des Dachraums nichts mehr im Wege...


Andreas



Hallo Andreas,



vielen Dank für Deine Antwort, der Aufbau ist etwas anders :

Alter Aufbau: Gipskarton/Holzpaneele -> Balkenlage verfüllt mit Schlacke -> Fichtendielen

Geplanter Aufbau: Gipskarton/Holzpaneele -> Balkenlage verfüllt mit Schlacke -> Fichtendielen -> Dampfsperre ? -> 140mm MiWo -> 22mm Spanplatten

Ich bin mir wegen der Dampfsperre eben nicht sicher, weil ich diese 1.) sowieso nicht 100% dicht bekomme und 2.)unsicher bin was mit aufsteigender Feuchte passiert wenn diese auf die Folie trifft.

Die Schrägen zu dämmen kommt im Moment nicht in Frage, einfach zu kostenintensiv - ich stelle ausserdem stark in Frage ob wir das Dachgeschoss jemals nutzen werden, das Haus bietet 200qm + Vollkeller. Ist erstmal Platz satt.



Dampfbremse



Hallo,
Da MIWO nicht besonders kapilaraktiv ist,gehört die Dampfbremse an die "warme" Seite.
Auf keinen Fall in das "Dämmpaket"
Die Parole lautet: von innen nach aussen immer diffusionsoffener werden .
Deshalb ist die Spanplatte ungünstig.
Es gibt von der Fa. "pro klima" eine Raufasertapete mit einer kaschierten Dampfbremse.
Wenn es so gemacht wird, wie von Ihnen vorgeschlagen wird sich bei den jetzigen Witterungsverhältnissen unter der Spanplatte Raureif bilden.

viel Grüße



In einer Zeit,



in der Plastikplanen als relevante Bauteile angesagt sind und ich aufs Schärfste dagegen protestiere, gelte ich gern als Spinner oder Troll.

Hiermit protestiere ich aufs Schärfste gegen Plastikplanen im Bauwerk! ...J.



Dampfsperre



Hallo J.

"Hiermit protestiere ich aufs Schärfste gegen Plastikplanen im Bauwerk! ...J."

Dann potestiere mal, machst Du aber nur so lange, bis Du für ein paar tausend Euro`s nasse Dämmung ausbauen und entsorgen darfst...

Nasse Miwo wird NIE wieder trocken...

Dampfsperre ist heute bei Dämmmaßnahmen unverzichtbar...



Andreas



doch, doch Andreas,



deshalb scheidet für mich MiWo ebenfalls als Baustoff aus.

Gruß...Jürgen



Mineralwolle



Hallo Jürgen



Für mich scheidet Miwo auch als Dämmung aus, aber auch Hanf wird nass und fängt in der Kondensationsebene damit an...
Nur, Hanf trocknet wieder ab, wenn es wärmer wird, nur die Dämmleistung geht vorrübergehend verloren...



Andreas



Doch Herr Kapitzke!



Dampfsperren sind beim richtigen Dämmstoff verzichtbar.

Gruß Ronny



Dampfsperre



@Ronny



nicht nur behaupten sondern erklären, aber jetzt bitte nicht mit KF...

Was ist der richtige Dämmstoff bei der Dämmung der oberen Geschossdecke, der keiner Dampfsperre von unten bedarf....


Andreas



Das kann ich Ihnen erklären!



Eine Holzwolle ist sorptionsfähig und da langt eine Dampfbremse.:-)
Abgesehen davon kann man bei geschicktem Aufbau der gesamten Decke mit Leichtlehmstoffen auch ohne Dampfbremsen arbeiten, wenn man die kapillare Leitfähigkeit und die Wärmespeicherkapazität der entsprechend verwendungsfähigen Baustoffe ausnutzt. Aber das wissen sie sicher, wenn sie sich seit Jahren mit Baubiologie beschäftigen.
Wie in meinem anderen Beitrag schon geschrieben. Keine Baukultur!

Schönen Abend Ronny



Dampfsperre



@ Ronny


die Fragestellung war: 140mm Mineralwolle mit oder ohne Folie...

Wenn ich Leicht-Lehm als Dämmung nehme, dann verzichte ich auf einen Teil der Dämmfähigkeit bei 140mm.
Holzwolle ist nur bedingt als Dämmstoff einsetzbar, weil nicht winddicht. In eine Decke würde ich es nicht einbringen, weil der Anteil der Zwischenräume ziemlich hoch ist und ständig Wärme nach oben entfleucht.


Ich hab in meiner Geschossdecke 22cm Hanfplatten und selbst die dämmt nur richtig, wenn nach oben ein winddichter Abschluss gemacht wird... inzwischen durch sägerauhe Sparschalung, weil keine Dampfsperre auf der warmen Seite.
Jetzt im Winter biegen sich die Bretter leicht nach oben, weil auf der Unterseite leicht feucht. Nur, die Dämmung bleibt trocken...Kondensationsebene ist die Unterseite der Bretter...



Andreas



ich jetzt nochmal:



ohne Folie geht nicht, deshalb auch keine MiWo.

Ein Bauwerk steht auch einer nachkommenden Generation zur Verfügung. Früher konnte man noch einen Nagel in die Wand schlagen, um ein Bild aufzuhängen. Mach das mal in einer MiWo-Plastik-Außenwand...System außer Kraft...

Gruß...J.



Die Frage von dir war.....



Was ist der richtige Dämmstoff bei der Dämmung der oberen Geschossdecke, der keiner Dampfsperre von unten bedarf....!!

Was soll der Käse mit Holzwolle und Windicht? Die Winddichte brauchen so ziemlich alle Faserdämmstoffe. Auch Miwo!

Und zum Leichtlehm folgendes Bsp.

Nehmen wir mal an, wir bauen komplett neu auf. der DB hat h= 0,24m.

Aufbau von innen nach außen.

Lehmputz 0,01m W/m*k(0,78)
HWL Platte 0,03m (0,07)
Einschubbretter NH 0,03m (0,13)
Wärmedämmlehm 0,16m bei tiefergelegtem Eins.Boden (0,09)
Diele NH 0,03m (0,13)

Bei Rsi 0,10 und Rse 0,04

Wdw. R= 2,805 und Wdk. U=0,356

ÖKO Baustoffe, keine Dampfsperre u. Bremse, kapillar- leitfähig, sorptionsfähig, wärmespeichernd, dämmend.

Mit der stärke Leichtlehm0,16m)erreiche ich auch noch im Einschub die Schwingungsreduktion und Vorspannung wie bei
6cm Massivlehmeinschub.

Alles IO!!! Wo ist das Problem?

Werte stimmen? Bitte selber nachrechnen!



Dampfsperre



@ Ronny


Winddicht ist nicht der richtige Ausdruck, würde heißen, daß von unten nach oben ein Luftzug währe.

Es ist eher so, daß in leichten, offenporigen Dämmstoffen wie Holzwolle oder auch locker verlegte Hanfdämmung ein Wärmetransport von der warmen Decke drunter beginnt ähnlich einer Diffusion. Erst wenn die Dämmung gedeckelt wird, bildet sich ein Polster und diese Zirkulation lässt nach. Hab ich bei meiner Hanfdämmung letzten Winter beobachtet. Vielleicht ist es auch sowas wie eine Wärmestrahlung der drunter liegenden Räume.

Was DEIN Aufbau betrifft, der ist doch ok. Der Lehm verhindert die Wärmezirkulation im Baustoff. Ich würde einen Aufbau auch so machen.

Aber die Frage war nun mal:
- Muss zwischen der Decke und den MiWo-Platten eine Dampfsperre oder bremse ?

Und diese Frage in diesem Thread muß eindeutig mit "JA" beantwortet werden-

es sei denn: die GK Schicht ist aus GK grün und wird mit Kunstharz-, Öl- oder Dispersionsfarbe dampfgesperrt gestrichen...


Andreas



Angeregte Diskussion ..



.. über den richtigen Baustoff - dieser ist an der Stelle aber gesetzt, ich bekomme die MiWo quasi geschenkt.

Ich habe also mitgenommen dass ich eine Folie benötige - soll es denn eine Dampfbremse oder Sperre sein ? Ich bin immer etwas nervös im Altbau alles dicht zu machen....



Dampfsperre



@ Thorsten


Von warm nach kalt immer diffusionsoffener, wenn der Dachboden nicht gedämmt wird, eine Sperre. UNTER der Dämmung und rissfrei verkleben...



Andreas



Hallo Andreas,



danke für die klare Ansage. ich werde also eine 200 my starke Folie unter der Dämmung verlegen - ist das ok ?



Dampfsperre



@ Thorsten


Die Stärke ist relativ, wichtig ist dampfdicht verkleben. Von der Stärke her ist eigentlich nur wichtig, je dicker umso besser zu verarbeiten, da das Risiko des Reißens oder Durchstechens bei der Verarbeitung geringer ist.



Andreas