Heizleisten im Entwicklungsland




Liebe Fachleute,

In Siebenbürgen betreue ich unter anderem die Instendsetzung eines Landhauses, das zum Gästehaus ausgebaut werden soll. Traditionelle Bauweisen funktionieren in dieser Region (noch) sehr gut, aber der Sprung zu einem zeitgemäßen technischen Ausbaustandard ist sehr mühsam. Zwar drängen Rockwool, Knauf, Velux, Vaillant und Co. massiv mit ihren industriellen Massen- Billigprodukten auf den Markt, aber es gibt überhaupt keine Lobby oder einen gar Markt für ein ökologisch orientiertes Bauen.
Wer´s kann baut sich Plasikfenster in die gekalkte Fassade und Plattenheizkörper neben den alten Grundofen.
In meinen Projekten versuche ich, für den technischen Ausbau andere Wege zu gehen, ohne jedoch in diesem Bereich auf handwerkliches know how vor Ort oder fertige Systeme zuückgreifen zu können.
Geplant ist nun, eine zentrale Grundheizung mit Heizleisten und zusätzlich traditionelle sächsische Kachelöfen einzubauen. Beheizt wird mit einem Holzvergaserkessel, der auch eine Regelung der Vorlauftemperatur zulässt.
Meine Frage nun: ist es denkbar, eine funktionierende, nicht knarrende Heizleiste nur aus Kuperrohr zusammenzulöten?
Ist es denkbar, ein Register mit 3 oder 4 Rohren vor die Wand zu montieren und diese mit einer Fussleiste zu verkleiden?
Gibt es vielleicht eine Eigenbau Anleitung?
Ein fertiges System kann schon aus Kostengründen nicht importiert werden.

Gibt es vielleicht einen Wandergesellen im Heizungsbau, der für ein paar Wochen in einer der schönsten Regionen Europas mithelfen würde?



Keine direkte Antwort, aber vielleicht Hilfen



Hallo Jan Hülsemann,
nachfolgende Infos gab ich auch schon mehrfach öffentlich weiter - also keine Geheimnisse.
Die Probleme in Rumänien (und anderswo) sind uns bekannt. Aber wie kann man sie mindern.?? Dort wird auch erst einmal ein massives Baumarkt-Denken einsetzen und viel wertvolle regionale Baukultur zerstören.
Leider kann ich die o. g. Fachfragen nicht direkt beantworten, doch vielleicht kann Markus Grosser etwas helfen.?? (Er trug sich auch schon einmal hier in die Community ein.)
Viel Erfolg wünscht
D.Fr.
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Mehrere Aktivitäten für Rumänien:
1. Für die Region Siebenbürgen & Banat in Rumänien organisierten Familie Dr. Beichler, Sommersdorf (Börde) und ein kirchlicher Freundeskreis aus Emmerstedt/ Helmstedt bereits über 30 LKW-Transporte. So wurde Mobiliar, Klinikgerät und Ausrüstungen aus öffentlichen Einrichtungen, das schon abgeschrieben, aber in gutem Zustand war, für 10.000 DM verschrottet werden sollte, von Helmstedt nach Orastie (Broos) und Alba Julia (Karlsburg) sowie nach Reschnitza gebracht. Benötigt werden Beiträge zur Transport-Mitfinanzierung, die trotz gesponsorter Fahrzeuge und ehrenamtlicher Fahrer je 1.000 bis 1.200 DM kosten: - Spendenkonto Kirchgemeinde Emmerstedt: Volksbank Helmstedt, Kto. 9487000, BLZ 27190082, Stichwort: Rumänienhilfe.
Kontakt: Heide & Dr. Eckehart Beichler, IGB, (inzwischen im Ruhestand, aber unermüdlich) Kleiberg 2, 39365 Sommersdorf, Tel. 039402- 90922.

2. Durch familiäre Bindung pflegen Birgit Schumann und Markus Grosser, Miltern, ebenfalls regelmäßige Kontakte und leisten Transporte nach Siebenbürgen.
IGB-Kontaktstelle Stendal, Markus Grosser (Lehmbau- und Lehmbaustoffe, auch Berater für alternative Energie- und Heizsysteme) Dorfstr. 55, 39590 Miltern,
Tel. 039322-229-30, Fax -31, sanfte_energie@t-online.de

3. Verein Hilfe für Osteuropa e.V. in Lützen, b. Weißenfels half bereits bei der Ausstattung von 3 Kindergärten und einer Schule sowie einem Kinderheim in Frauendorf (Axente-Sever), Siebenbürgen und ist ebenfalls auf Spenden angewiesen. „Die Verhältnisse sind teilweise katastrophal. Im vorigen Jahr ist es uns gelungen, die zur Schule gehörende Turnhalle wieder gebrauchsfähig zu machen. Diverses Schulmaterial und Computer konnten wir ebenfalls aus Spenden übergeben. Das Kinderheim konnte mit unserer Hilfe vor der Schließung gerettet, die Kindergärten teils mit Spielzeugspenden ausgestattet werden. Trotzdem fehlt es an allen Ecken & Kanten, z.B. Kinderstühle und Tische. Diese könnten wir vor Ort bedeutend günstiger kaufen als in Deutschland und hätten nicht aufwendige Transporte. Leider fehlt aber das Geld dafür. Darum sind wir auf jede Spende angewisen." Bei Interesse wird Digitalmaterial zur Verfügung gestellt. Der Verein interessiert sich auch für Hilfen und Anleitung bei der Sanierung alter Häuser. Wer kann und möchte Rat & Hinweise in Lützen geben? Info: Silvia Wilms, Karl-Marx-Str. 40, 06686 Lützen, T. 034444- 20451, Fax -2337, Mail: fwilms@t-online.de Spendenkonto: Raiff- eisenbank Naumburg-Weißenfels, Kto. 1712800 BLZ: 80063648 Stichwort: Gern geben - Hoffnung spenden.



vielen Dank



für die umfangreichen Hinweise.
Ich kenne auch eine ganze Reihe privater Gruppen, die Kontakte in und nach Rümänien haben und bin für jede Bereicherung dankbar. Den Markus Grosser werde ich sicherlich demnächst einmal ansprechen.

gegen Baumarktdenken ist ja eigentlich nichts einzuwenden, ist es doch ein Ausdruck von Initiatve und Eigenleistung, wenn nur die dort vertriebenen Produkte nicht so einseitig industriell, konzeptlos und teilweise gefährlich wären. Bedenkenlos wird jede Mode und jeder Mist mitgemacht. Schulung und Know how wären begleitend nötig.
daran arbeiten wir.

Wie wärs mit einem Zusatz in der Werbung, etwa: dämmen mit Glaswolle gefährdet Ihre Gesundheit... Bitte lesen Sie die einschlägige Fachliteratur und fragen Sie Ihren Architekten.

gruß,
jan Hülsemann