Steinspeicher im Wintergarten

19.03.2009



Ich möchte einen Wintergarten bauen. Dieser wird ca. 3,80x3,20m und im Mittel 2,75m hoch werden.(ca.12m²Grundfläche und ca. 33m³ Volumen)
Geplant ist eine Pfosten-Riegelkonstruktion.
Vorhanden ist die Betonplatte und das Sockelmauerwerk, welches ca. 18cm 3-seitig über die Betonoberfläche ragt. Es sieht quasi wie so eine kleine Wanne aus.
Ich hatte nun vor, die "Wanne" mit 2cm dicken Styrodur auszulegen, und dann wollte ich in einen Steinspeicher verbauen. Ich dachte an 11,5cm dicke Wandplatten aus Ziegelstein welche liegend aneinandergelegt werden sollen. Mit einem "Zuluft-" und einem "Abluft-" Kanal. Die Zuluft sollte von draußen erfolgen, die "Abluft" (die durch den Steinspeicher gestrichene Luft) soll durch ein Lüftungsgitter im Fußboden in den Raumeinströmen können.
Ziel des Aufwandes:
Die einströmende Luft ist 1.vorgewärmt und 2. wirkt der Steinspeicher auch regulierend/dämpfend in Bezug auf wechselnde Luftfeuchtigkeiten, Stichwort: beschlagene Scheiben

Nun meine Fragen:
1. Rechtfertigt der Nutzen den Aufwand?
2. Wenn ja, reicht der vorh. Platz (ca. 12m² 11,5cm hoch) aus um die erwünschten Effekte zu erreichen?
3. Muss noch was beachtet werden?
4. Weitere Überlegungen...?

Vielen Dank für Eure Anteilnahme und Zeit.
Es grüßt freundlich Norman



Wärmespeicher Wintergarten



Auf den ersten Blick eine interessante Idee, aber mit einigen Macken:
1. Die verbaute Masse ist für einen Latentwärmespeicher, um den geht es hier, viel zu gering (Grundgleichung der Wärmelehre,Richmannsche Regel, Entropie!)
Nach den ersten kalten Tagen ist der Speicher ausgekühlt.
2. Wenn das Wetter wieder wärmer wird, wird aus dem Wärmetauscher ein Feuchtbiotop mit Schimmelzucht.
Die warme Außenluft kühlt im Wärmetauscher herunter, Feuchte fällt aus, das kapillare Ziegelmaterial saugt sich wie ein Schwamm voll, Schimmel beginnt zu sprießen.
3. "11,5 cm dicke Wandplatten aus Ziegelstein" klingt nach Hochlochziegeln mit hohem Lochanteil. Solche Ziegel halten in der vorgesehenen Einbauart kaum Druckkräfte aus. Zur Lastverteilung sollte deshalb noch ein bewehrter Estrich eingebaut werden.
4. Die Unterlage von 2 cm SchaumPS ist überflüssig und kontraproduktiv.
5. Die einströmende Luft muss durch über einen Kanal über die gesamte Breite der Steine zugeführt werden, um eine gleichmäßige Verteilung zu sichern. Das Gleiche gilt für den Außlass. Das macht die Sache teurer.
6. Die einströmende Luft muss über einen wechselbaren Filter einströmen, sonst sind die Kanäle in den Ziegeln bald voller Schmutz- noch teurer.
7. Das alles wird einen erheblichen Reibungswiderstand erzeugen, für den ich kräftige Lüfter brauche.
8.Die Anlage braucht an der Außenseite automatische Ventilklappen, damit der Speicher nicht ohne Wirkung auskühlt.
9.Das mit dem Trocknen der einströmenden Luft funktioniert nur sehr begrenzt. Nur dann, wenn der im Winter gekühlte Speicher die ersten m³ warme Frühlings- oder Sommerluft entfeuchtet. Danach ist er eine Wasserdampf- und Schimmelsporenschleuder. Vor allem in den ersten kalten Tagen, wenn der Speicher die kühle Luft vorwärmen soll, gibt er die im Sommer gesammelte Feuchte nach innen ab.

Fazit:
-Zu wenig Masse, um Wirkung zu zeigen,
- falsches Material (Druckfestigkeit, Kapillarität)
- zu komliziert im Aufbau mit zu wenig Wirkung,
- der gewünschte Effekt funktioniert nur an einigen wenigen Tagen, dann kehrt er sich ins Gegenteil um.

"Es könnte alles-
so einfach sein,-
isses-
aaber nich"!

Viele Grüße