Hypokausten, Anfängerfrage

09.04.2004



Hallo,

im Keller wird Wasser in einem ehemaliger Öltank 10.000 l per Sonnenkollektoren und wärmeführendem Ofen aufgeheizt. Daraus ist geplant, die Wandheizung für drei Zimmer zu speisen, Wärmebedarf unter 10 kw.

Nun habe ich hier über Hypokausten gelesen, das man statt Wasser auf Luft durch die Wand leiten könne.

Da könnte ich mir ja die ganzen wasserführenden teuren Installationen für die Wandheizung sparen. Stattdessen innen an die Außenwände noch eine dünne Vorsatzwand mit Zwischenraum, wo die warme Luft durchzieht.

Hört sich an, als ginge das billig und schnell. Die Warmluft würde dann auch sicher von allein aufsteigen in den Känälen, keine Pumpenkosten...

Zwei Fragen:

Funktioniert sowas wirklich? Und wie würde die Wärme vom Wasser im Tank an die Luft abgegeben. Reicht es, wenn die über die Oberseite des Tanks streicht (10 qm)?

Wie ist das mit Schimmel. Wenn warme Luft in den Känälen durch die Wand zieht, muß doch Kondensfeuchtigkeit entstehen. Würden die Känäle nicht innendrin verschimmeln.

Danke im voraus für jeden Tip
Dan



und noch eine Frage dazu...



.. ich habe die Antworten auf meine obigen Fragen bei meinen heutigen Reisen durch das Internet zwar noch nicht gefunden.

Aber ich bin auf was anderes gestoßen, was noch eine zusätzliche Frage aufwirft.

Wenn ich 10.000 Liter heißes Wasser mit einer Temp vo 80 Grad habe, kann ich das für eine Wandheizung nutzen, bis es auf ca. 35 Grad runter ist.

Nun habe ich wegen er oben erwähnten Hypokausten-Heizung mal geguckt, ob man nicht einfach Luft durch einen Steinspeicher leiten kann, um sich auch da die höheren Kosten einer wasserführenden Installation zu sparen.

Dazu wurde geschrieben, daß Wasser der beste Wärmespeicher ist, zB speichert es 5 mal soviel Wärme wie ein Ziegelstein.

Dann fiel mir auf, daß dabei stand, je Kilo.

Wenn ein Ziegelstein nur ein 5 mal so hohes spezifisches Gewicht wie Wasser hätte, brauchte ich ja für einen Wasser- und einen Ziegelsteinspeicher das gleiche Volumen.

Ist meine Überlegung richtig?

Danke
Dan



Wassertank/Luft



hallo Dan,
die Durchleitung der warmen Luft duch die Wände müsste den gleichen Effekt haben wie mit Wasser. Wenn du sie aber direkt über die Wasseroberfläche deines Speicher leiten willst wird sie erhebliche Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen und in den Wänden wieder abgeben. Die Oberfläche für den Wärmetausch des Wasser zur Luft hin ist auch recht klein. Dort sollterst du besser mit einem Wärmetauscher arbeiten.
Wasser hat eine Wärmekapazität von c= 4,18kj/kg*k und einr Dicht von 1kg/dm³, Beton c= 0,88kj/kg*k und eine Dichte von 2.2kg/dm³
Dein Speichervolumen Stein zu Wasser bei gleicher Wärmekapazität ist 2,15:1. Die Gespeicherte Wärmemenge beträgt 1.881.000 kj (bei einem Wärmebedarf von 10kw reicht der Speicher ca. 52 Stunden)
Wärmeverluste sind dabei aber noch nicht mit eingerechnet.
Als Speicher eignet sich sicherlich auch ein großer Steinspeicher (z.B. Granitschotter) bei dem man nicht die probleme mit der Abdichtung hat. Ob sich das alles wirklich rechnet weiß ich nicht. Wenn du dieses weiter verfolgen willst solltest du dich in jedem Fall mit einem Fachmann zusammensetzen.
Gruß Frank
ps Alle Rechnungen ohne Gewähr.



Steinspeicher / Wasserspeicher



Guten Abend,

die Technik eines Steinspeichers ist grundverschieden von der Arbeitsweise eines Wasserspeichers.
Steinspeicher müssen direkt von warmer oder erwärmter Luft durchströmt werden (Ladephase) und von zu erwärmender Luft (Heizphase) wieder entladen werden. Daraus folgt, daß sie am besten als lockere Stapel angelegt werden. geeignet sind z.B. Kalksandlochsteine hoher Dichte. Als Technik zum Einsammeln kommen Luftkollektoren, überheizte Wintergärten und Abluftanlagen in Frage. Es versteht sich, daß Steinspeicher nur Kurzzeitspeicher sein können und sinnvoll nur für einen Tag oder für die Nacht dimensioniert werden können. Ihr Volumen muß individuell berechnet werden, weil sonst entweder die gesammelte Wärme nicht ausreicht, den Stein zu erwärmen oder der Speicher zu klein ist, um Wärme zu speichern.
Wasserspeicher speichern in der Regel das von Solaranlagen, oder Heizkesseln erwärmte Wasser, für sehr unterschiedlich lange Zeiten.
Mischformen sind mir nicht bekannt.
Ich bezweifle allerdings, daß ein ehemaliger Tank ein energetisch sinnvoller Warmwasserspeicher ist:
- er ist nicht richtig zu dämmen
- die thermische Schichtung stimmt nicht
- Korrosion wird ihn schnell zerstören
- die Ventile liegen an den falschen Stellen.

Aber Selbstbau bringt eben auch eine Menge Erfahrung.