welcher Speicher für Warmwasser ist der richtige?

18.09.2006



Hallo,

meine Heizungsanlage wird dieses Jahr noch komplett umgebaut.

IST: 2 Fam-Haus Bj 1970, 61 KW Niedertemperatur Öl-Kessel Bj 1984, 330 pm Wohnfläche (m.Schwimmbad was nicht mehr benutzt wird), Warmwasser über 2x Boiler(Strom), Wärmedämmung wie folgt in den letzten 2 Jahren durchgeführt: Oberegeschoßdecke, Dachschrägen im Wohnbereich, neue Kuststoff-Fenster.

Soll: 22-28 KW Niedertemteratur-Ölheizung mit Warmwasserbereitung (bivaulenter Speicher) da Solar nächstes Jahr dazu kommt. Steuerung von Bajorath (Rücklauftemperaturgesteuert mit Hydraulischenabgleich, neue elekt.gest.Pumpe, Kellerdecken werden ebenfalls noch gedämmt!

Nun die Fragen:
1. Wie groß sollte der Warmwasserspeicher sein, bei einem 4-5 Personen Haushalt zumal nächstes Jahr Solaranlage hinzukommt? Soll man die Größe anders wählen bei Solar als ohne Solar? Macht eine Heizungsunterstützung Sinn?

2. ist die größe des Kessels mit 22-28 KW richtig? Dazu zusagen wäre noch, das in 2-3 Jahren eine Außendämmung gemacht werden soll.

Danke im Vorraus.

Bielefeldt



das ist aber kompliziert



Hallo,

da sind aber ne Menge Fragen!
Grundsätzlich:
in 2-3 Jahren eine Dämmung [?]

mmmh, da fällt mir nur ein:
2-3 Jahre immer einen dicken Pullover greifbar haben,
oder in 2-3 Jahren eine überdimensionierte Heizung sein Eigen nennen.
Ich persönlich würde zu Variante a raten (huh hoffentlich liest das meine Frau nicht ;-o)
Aber bevor es jetzt in die Details geht (Leistung der Heizung, Pufferspeichergröße, ...); hast Du eine Wärmeberechnung machen lassen? Wenn nein, dann lass Dir mal ausrechnen was Du benötigst (jetzt und in 2-3 Jahren).

Nebenbei eine grobe Orientierung:
Ich plane mit 4 Personen mit 250l Heizspeicher + 500l Pufferspeicher. Auf den Puffer kannst Du unter Umständen verzichten, mir wurde er wegen der Heizung empfohlen.
(Heizung Niedertemp. / Luftwärmepumpe / Flächenheizungen)
Solar ist auch vorgesehen, kann aber nicht sagen wann,
macht aber meines Erachtens durchaus Sinn.

Hoffe ein wenig geholfen zu haben.

Gruß
Stephan



Speichergrößen



Guten Tag,

zunächst mal stimme ich meinem Vorschreiber fast voll zu, vor allem was die Empfehlung zum Pulloverkauf angeht.
Zu den Speichern: 250 l WW-Speicher ohne Solar ist gut. Mit sollte man einen der standardmäßig angebotenen Pufferspeicher nehmen, wenn es nur für die WW-Erwärmung ist.
Auf gar keinen Fall würde ich auf den verzichten, weil sonst die Wirtschaftlichkeit der ganzen Anlage in den Keller fährt.
Wenn Sie aber gleich die dreifache Menge Kollektoren Verlegen lassen, lohnt sich eine Heizungsvorwärmung mit 5-Tagesspeicher als Puffer. Auch noch größere Speicher machen Sinn. In Österreich werden Systeme mit bis zu 25 m³ realisiert.
Darüberhinaus ist es zur Zeit noch nicht so richtig wirtschaftlich, es sei denn, Sie verbinden eine große Anlage mit einem Aquiferspeicher. Bei nur 300 m² lohnt es sich noch nicht, bei 30.000 schon (z.B. Verwaltungsgebäude, industrieanlagen etc..).
Das Konzept sollten Sie von einem erfahrenen Solaranlagen-Ingenieur berechnen lassen.

Grüße



so ungefähr genau das richtige



Hallo,

für Ihr Problem gibt es eine Lösung: Jemand muss Ihr Haus genau unter die Lupe nehmen, die Verbrauchszahlen der letzten Jahre analysieren, ein bisschen rechnen und dann kann er unter anderem sagen, ob die geplante Heizleistung ausreicht, oder, wie groß der Wasserspeicher sein soll etc. etc. Das wäre eine Energieberatung, für die es sogar eine staatliche Förderung gibt (www.bafa.de -> Energiesparberatung).

Wenn Sie aber erstmal Daumenwerte brauchen:
Für eine normale (kleine) Familie rechnet man mit 150 l WW-Speicher. Der bivalente Speicher für die Solarthermienutzung sollte etwa doppelt so groß sein (für die Familie also 300 l). Die Solaranlage erzeugt dann etwa 60% des Warmwassers. Wenn Sie ihren Warmwasserverbrauch der letzten Jahre kennen, können Sie abschätzen, wieviel Sie sparen. Das wird nicht wahnsinnig viel sein, aber Solarthermie ist sinnvoll und rechnet sich über die Jahre.

Ob die solare Heizungsunterstützung (beim derzeitigen Stand der Wärmespeicherung) sinnvoll ist, ist umstritten. So eine Anlage braucht jedenfalls noch ein paar Jahre länger als die solare Warmwassererwärmung, um sich zu amortisieren. Eine interessante Alternative ist auf der Dachfläche Solarstrom zu erzeugen. Der Strom wird recht gut bezahlt, so dass diese Anlagen idR schnell wirtschaftlich werden.

Ob die geplante Heizleistung für Ihr Haus (jetzt oder später) ausreicht kann Ihnen niemand ohne Berechnung sagen, denke ich.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter, aber lassen Sie sich vielleicht besser beraten.

Grüße,
Andreas Schmeller



Solar amortisiert sich nicht



Wenn hier die Rede von Amortisation bei Solarkollektoren für Warmwasser ist, so muss ich mit diesem Märchen der Sani-Handwerkerzunft mal aufräumen. Eine normale Solaranlage 4 Personen ksotet montiert bummelig 3-4000 EUR.
Spart dann vielleicht hundert EUR Gas oder Öl im Jahr...Na klingelts?
Und darf dreissig Jahre NIE auch nur einmal was kaputt gehen, was wieder Geld kosten würde.
Wer allerdings so eine Anlage möchte, weil er was für die Umwelt oder sein reines Geweissen tun möchte, dann mal los. Nur Geld kann man damit (noch) nicht verdienen.