Wasser, Salz, kein Bodenaufbau.. wer kann helfen...???

17.07.2008


Hallo

wir haben vor 2 Monaten ein zu 90% saniertes ca. 300 jahre alses niederdeutsches Hallen-Ständerhaus gekauft... wie sich nun rausstellte, war es zwar oberflächlich "saniert" worden - aber das hat alles irgendwie nur schlimmer gemacht. Der neue Boden war einfach auf altem Laminat aufgebraucht worden - und eine neue Fussbodenheizung ist sicher nicht auf einem Boden ok, der als Untergrund ein laminat, dann ein Teppich, dann ein PVC, dann ein kaputter Estrich hat - und nein, es wurde keine Dampfsperre verwendet - sondern müllbeuten unten teilweise grob hingeknüllt.
Dem nicht genug hat man ds Haus weiss gestrichen - sieht wunderschön aus, aber, man hat Dispersionsfarbe genommen und teilweise vergipst (da man einen Anbau weggerissen hat) - nur das die Aussenwände Salz und Wasserhaltig sind und wir das nun wegmachen sollten, so wie ich weiss.
Und beim abreissen des Bodens wurde gestgestellt: die alte Pappe ist gerissen, die Aussenände nass, die Gründung der Aussenwände - eher nicht vorhanden. Unser Haus steht auf purer Marscherde.

und dannist noch ein Ständer total von Ameisen zerfressen... aber das macht nun auch nix mehr....

Und wie immer.. keiner weiss was tun, alle haben Ratschläge, keiner eine Idee der Kosten. Was ist gut und günstig? Wir haben - wie gesagt - eingentlich ein saniertes Haus gekauft - und leider nciht die Mittel alles neu zu machen, denke ich...

Wer weiss Rat?
Bilder zu unserer katastrphe - damit Sie sehen um was es sich handelt:

www.winnur.de

Vielen Dank für Ihren Rat, Ihre Angebote

Patricia



Moin,



so wie ich das sehe benötigen Sie keine Ratschläge sondern ein komplettes Sanierungskonzept einschl. Kostenschätzung.
Ich würde an Ihrer Stelle umgehend juristischen Beistand einholen.





Auch Konzepte sind Vorschläge :-9
ja und danke - wir haben unseren Anwalt bereits eingeschaltet - aber das kann jahre dauern bis hier recht gesprochen werden würde - und ob und was man da bekommt ist ja auch ungewiss - und wir muessen jetzt etwas tun - und uns wieder ein Zuhause schaffen....

Irgend jemand Konzepte, Ideen, Ratschäge .... ???



Hallenhaus



Erst mal Gratulation, was Ihr in 2 Monaten alles so bewerkstelligt habt.
Ihr habt feststellen müssen, was Eigenleistung bzw. Eigenplanung am Haus bedeutet.
Dem einen gefällts, er hat Geld gespart und sich einen feuchten Staub um irgendwelche Regeln der Technik geschert. Sein Nachfolger sieht das dann ganz anders.
Ihr könnt Euer Problem auf zwei grundsätzliche Weise lösen:

1. den Kauf an sich zu überdenken

Für eine Rückabwicklung ist es zeitlich noch nicht zu spät, wenn Ihr die Baumängel und Baufehler
a) nachweisen und
b) beweisen könnt, das sie vom Verkäufer arglistig verschwiegen wurden.
Das wird nicht so einfach sein.
Die viel zu dicke Estrichplatte z.B. die Ihr bereits entfernt habt, kann auch ihren Grund in Hochwasser haben.
Immerhin liegt das Haus hinterm Deich.
Selbst wenn die Flut nicht über den Deich steigt, kommt das Wasser in Form von Grundwasseranstieg, Qualm- und Sickerwasser durch Unterströmung des Deichkörpers.
Der dicke Estrich sollte wohl die Dämmung vor Aufschwimmen sichern.
Die weiße Farbe hat vielleicht auch die Wassermarken des letzten Hochwassers verdeckt.
Gegen die Rückabwicklung spricht der Stand des Baufortschrittes.


2. Kopf einziehen und durch

Was sonst noch bleibt, ist eine Nachverhandlung zum Kaufpreis in Form einer Minderung für verdeckte Mängel, denn Gewährleistung für das Haus habt Ihr.
Holt Euch fachlichen Rat von ortsansässigen Leuten ein. Fragt Nachbarn über Hochwasserereignisse aus, auch über Eure Vorgänger. Bei einem Bier in der Kneipe werden viele redselig, auch wenn das Völkchen da oben recht maulfaul sein soll.
Versucht die Firmen zu finden, die beim ersten Ausbau mitgeholfen haben und sich mit dem Bau auskennen.
Und ich hoffe, Ihr habt einen guten Baubetreuer.

Viele Grüße





Moin,

vielen herzlichen Dank für den Rat.
Einen guten Baubetreurer haben wir wohl eher weniger, den leider machte ich ihn jeweils auf alle Mängel (Ameisen, Wasser, Salz, Bodenaufbau) aufmerksam. Ich bin aber null und weniger vom Fach - nur ein interessierter Laie.

Und da unser Architekt das irgendwie nicht zu überblicken scheint, bin ich so verzweifelt. Die Kosten sprangen von anfänglichen 30 nun zu 200 tausend - und werden nun im stetigen Wechsel mal mehr mal weniger und und und.. und immer hören ich - wir können das machen, oder das und wenn wir uns dann fpr eine variante entscheiden heisst es wieder, ach nein, das geht doch nicht weil...
wir sind ratlos....

Rückabwickeln... auch das dauert jahre, ob es klppt ist fraglich und ob zu 100% auch. Wir wollen das zurück an Geld was wir wegen dieser Glanzleistung nun mehr reinstecken müssen - das halte ich für am besten - da wir ja auch schon angefangen haben...

Danke noch für die Aufmunterung das wir ja nun schon viel geschafft haben,... haben wir auch.. innen sieht es nun aus wie nach einem Bombeneinschlag :-(

Aber wir haben alles (hoffentlich) nun gefunden, das ist gut - nun kommt uns nicht einfach der Boden hoch (ps: die 14 cm Estrich waren gaanz oben.. sprich.. von unten her gesehen war der Bodenaufbau wie folgt: lehm, alter estrich, faserstoff den man eigentlich zur Dachisolierung nimmt, alter defekter estrich, pvc, teppich, laminat, styropor, heizschlangen, estrich 14cm, laminat... :-)))) soviel zu saniert....
Wasserprobleme wegen dem Deich haben wir nicht - es ist ein Innendeich - es ist ewwig weit weg das Wasser - über 1 km... Wasserprobleme - mehr als im Marsch üblich.. (feuchter Marschboden überall) haben wir nicht...

Jemand einen Tip, wie wir nun vorgehen sollen? Wir sind Laien, und geben das gerne zu, aber wenn wir so sehr den Überblick behalten sollen weil der Architekt nun leider auch nicht alles erkennt - ehrlich wir sind da überfordert......



Fachmann suchen



Hallo Patricia,

zunaechst mal: Nur Mut! So schlimm klingt das, finde ich, alles gar nicht. Die Substanz ist ja anscheinend in Ordnung, das Dach wohl auch, und saemtliche Installationen duerften auch vorhanden sein. Ihr muesst also nur einen Staender auswechseln - wer muss das nicht? -, einen neuen Estrich giessen und die Fassade neu machen. Wirklich, es gibt Schlimmeres. Such in der Forensuche mal nach "Ytong" oder nach "Styropor". Da merkst Du schnell, wie gut es Dir geht. ;-)

Nun zwei Ratschlaege:
1. Lerne selbst. In diesem Forum sowie, cum grano salis (!), auf den Seiten von Konrad Fischer, kann auch ein Laie im Internet schnell eine Ahnung davon gewinnen, was im Fachwerk zu beachten ist, und was Todsuenden sind. Das heisst nicht, dass man es dann selbst kann, aber man kann wenigstens beurteilen, ob der "Fachmann", den man befragt, imstande ist, sich auf die Besonderheiten eines Fachwerkbaus einzulassen.
2. Benutze die Suchfunktion oben rechts und such einen Experten in Deiner Naehe.

Uebrigens: Wenn ich Deine Beschreibung des bisherigen Bodenaufbaus richtig verstehe, dann gewinnt Ihr durch das Rausreissen fast 30cm Raumhoehe. Ist doch auch schoen. ;-)

Viel Glueck,
Konrad



winnur



hab mir grad eure bilder angesehen, das wird schon! für eine rückabwicklung habt ihr ja wohl schon zuviel selbst investiert. aber, ganz gradraus gefragt: seid ihr sicher, daß ihr den richtigen architekten habt?????
viele grüße, und ich wünsch euch gute nerven, laßt den mut nicht sinken! carmen riedl





Hallo Konrad,

danke dür die Tips. Ich werde das mal noch durchsehen.
Aber leider, ganz so wenig wie Du schreibst ist das nicht -wahrscheinlich habe ich nicht alles genauer beschrieben..
Dach: Sanierung nötig
Wände: nass und salzig
Gründung: nicht vorhanden, nass, kaputt - je nachdem wo man ist
Installation: Elektro Wasser: muss neu gemacht werden da für Reet falsch installiert (unterm Dach die Elektrik) und Sanitär alt ist. (Ausserdem: seit dem Bagger eh nix mehr da ist)
Kläranlage: gemäss Auflage muss neu sein
Fenster: fehlerhaft eingebaut, defekt
Decke: keine mehr vorhanden da defekt
Isolierung: keine nirgendwo da.. :-)
Stütz-balken: müssen alle neu werden.. da teilweise weg, kaput ,.. und und und
tja.. hab ich was vergessen.. hmm keine Ahnung..

Also wie Du siehst.. es ist doch mehr und Substanz... hmmm ich glaube die ist mehr oder weniger: weg...





Hallo Carmen,

nein, ich bin mir sogar ziehmlich sicher NICHT den richtigen Architekten zu haben.. aber da oben ohne Kontakte einen finden... wahr schwer.. haben 3 angesehen und der hatte noch den besten Ruf...
Aber wie sich herausstellt ist er .. wirklich .. total überfordert mit dem was wir hier vorfinden - und hat keine wirkliche Ahnung von so alten Häusern und ihren Mängeln....

aber was nun tun???



Hallenhaus



Das mit dem sooo weit weg ist sehr relativ.
Ich denke, das Ihr das beim nächsten Hochwasser erfahren werdet.
Nach den Schilderungen solltet Ihr wirklich mit Eurem Architekten reden. Und wahrscheinlich danach mit Eurem Anwalt über den Honorarvertrag.
Die Einhaltung von Kostenrahmen ist eine ernste Sache, auch die Planungssicherheit bei Leistungen. Man kann schon mal was im Vorfeld vergessen oder es zeigen sich beim Freilegen unvorhersehbare Dinge. Aber bei diesen Zahlen hört der Spaß auf.
Ich kenne einige Prozesse, die Planern wegen solcher Kostenverstöße auf Grund manglnder Planung richtig Geld gekostet haben.

Viele Grüße



winnur



hallo! vielleicht weiß einer der mitglieder (architekten/ingenieure) hier im forum einen kollegen in norddeutschland, oder: architektenkammer schlesw.-holst. (www). nachfragen beim landesdenkmalamt, möglicherweise auskunft über in diesem bereich erfahrene architekten/handwerker. ihr braucht, bei dem, was du beschreibst, wirklich einen erfahrenen fachmann und gute handwerker. sich an die zu halten, die den bockmist verbrochen haben, halt ich für gewagt...macht ein Gutachter sinn (anwalt!)?
stell ´ne anfrage hier ein und telefonier ´rum! und: nicht verzagen, das sieht halt jetzt alles so chaotisch aus, aber es ist zu bewältigen.
viele ermutigende grüße! carmen
beachten, was herr böttcher schreibt (grad hab ich´s gelesen). sieht aber leider für mich so aus, als würden sich gerichtl. schritte nicht vermeiden lassen; hilft euch auch nicht, ist klar. habt ihr wenigstens einen guten anwalt (baurecht)?





Architektenkollegen kenne ich dort keine, die Fachwerkhäuser bauen, aber eine Zimmerfrau:
http://www.die-zimmerin.de/mars-skipper.html

Grüße



Wenn ich das



recht verstehe, müsst ihr aus Kostengründen eine Menge in Eigenleistung erbringen. Perfekt als Baubetreuer wäre ein erfahrener Bauhandwerker, der über statische und planerische Kenntnisse verfügt und aktiv bei der Sanierung mitwirkt. Die weit verbreiteten Feld-, Wald- und Wiesenarchineure sind dafür denkbar ungeeignet. Viel Glück bei der Suche und hoffentlich findet ihr auch nen guten Anwalt, denn da sind auch die wenigsten mit Herzblut dabei.
MfG
dasMaurer





Hallo,

vielen herzlichen Dank. Der Link der Zimmerin sieht sehr gut aus. Ich werde mal mit Ihr sprechen.
und ja, herr Maurer, ich brauche auch Handwerker die uns zulassen, unsere Arbeit die wir investieren müssen, aber auch wollen.
Und - nach einem Telephonat gestern: ich brauche dringend einen neuen Architekten! Sagt er mir noch letzte Woche welches Bodenniveau wir haben werden. Ich frage nach, ob das echt geht, ob wir da nicht neue Fundamente brauchen usw.. und er..ja klar geht kein Problem, nicht teurer alles paletti.. Und jetzt?? Richtig geraten.. Nun sagt er das geht auf keinen Fall, wir bräcuhten mind. 2 Stufen innerhalb des Hauses.. Ach.. DAS will ich aber ehrlich nur wenns gar nciht geht.. also.. nein eigntlich will ich das nur wenn alles andere suuupii teurer wäre.. begründen kann ers auch nciht.. sag tnur es geht halt nun nciht.. aha....

Und nun...
ich freibe mal ein Eilgesuch in den Marktplatz.. vielleicht sieht das ja ein Architekt heir.... :-(

Viele, verzweifelte, grüsse aus dem Norden
Patricia





damit die Anwesenden auch wissen von was wir reden.. seit ehrlich... es ist aussen so hübsch.. es muss einfach was werden mit uns und dem Haus... :-((((((





Für mich sieht das so aus, als hätte man vor dem Kauf das Haus nicht bezüglich Substanz angeschaut:
"Dach: Sanierung nötig
Wände: nass und salzig
Gründung: nicht vorhanden, nass, kaputt - je nachdem wo man ist
Installation: Elektro Wasser: muss neu gemacht werden da für Reet falsch installiert (unterm Dach die Elektrik) und Sanitär alt ist. (Ausserdem: seit dem Bagger eh nix mehr da ist)
Kläranlage: gemäss Auflage muss neu sein
Fenster: fehlerhaft eingebaut, defekt
Decke: keine mehr vorhanden da defekt
Isolierung: keine nirgendwo da.. :-)
Stütz-balken: müssen alle neu werden.. da teilweise weg, kaput ,.. und und und"
Das müsste doch vor dem Kauf vor wenigen Monaten schon zu sehen gewesen sein?
Na ja, jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Da nach Bildern die allermeisten Murkse relativ neu sind oder nur zugestrichen wurden (und ihr habt vor allem den Garten angeschaut, der ja wirklich schön ist), würde ich energisch danach trachten, wenigstens einen Teil der Kosten vom Verkäufer wieder herein zu bekommen (--> verschwiegene grobe Mängel)
Der Boden (man hat offenbar einfasch schneller neue Schichten oben drauf verlegt als die alten unten weggammeln) wäre ja noch fast lustig, aber bei durch Renovation zukaschierter schadhafter tragender Bausubstanz in dem Ausmass hört der Spass auf. Tendenz Rückabwicklung mit Schadenersatz, auch wenn man das Haus liebt.
Vergesst auch nicht, jetzt ist noch Sommer, aber von Oktober bis in den Mai hinein ists fast immer nasskalt, da hilft dann ein schöner Garten auch nicht viel.





Hallo,
tja was will man machen - wir hatten eine Bertung vor dem Kauf - immer dabei: unser Architekt. Wenn auch der alle Mängel nicht sieht, und wenn ich hn frage er dann sagt: nööö.. das ist ok.. herjeh was soll ich dann machen?????





hallo, seit ihrem letzten eintrag ist nun schon einige zeit verstrichen, darf ich fragen wie der stand der dinge ist ?

mfg gernot bick
maurermeister und Restaurator im handwerk