Was steckt innen drin ?!?!

03.10.2007


Ich bin kurz davor mir und meiner Familie ein 250 Jahre altes Fachwerkhaus zuzulegen.

Das Hausu ist gut in Schuss, nach Aussage der Archtiektin und des Zimmermannes sind lediglich die Dachsparren zu verstärken.

Zum Dach selber:

Dort ist eine Aufsparrendämmung angebracht worden (schon vor 20 Jahren, die Vorbesitzer waren ihrer Zeit vorraus).

Einige Sparren sind angegriffen, deshalb die Hinzunahme des Zimmermannes, der alle 28 Sparren verstärken will, damit die Rehgipskonstuktion das Dach nicht statisch instabil werden wird.

Meine Frage hier:

Die Giebelseiten sind Fachwerk mit Ziegelsteinen ausgemauert. Einige Ziegel sind so porös, das sie vom anschauen und mit dem Zollstock "herumbohren" schon herausbröseln. Wie geh ich da am besten vor?

Weiche Ziegel entfernen und den Zwischenraum mit Lehm auffüllen, danach einen Lehmpuz drauf, wenn ja wie dick?

Oder doch mit Beton und dann mit Fermacell oder Rigipsplatten arbeiten.

Ich möchte das die Spaarenzwischenräume mit Mineralwolle (?) gefüllt werden. Ist das Sinnvoll? Ist eine Dampfsperre oder eher eine Dampfbremse besser an dieser Stelle.

Eine weitere Frage:

Im ersten Stock dieses Fachwerkhauses sind Rigipsplatten von innen an den Aussenwänden angebracht worden.

Jetzt habe ich im Dach die maroden Ziegel gesehen und bin etwas nervös. Sollte ich die Rigipswände runterreißen? Um nachzuschauen was drunter ist?

Wie gehe ich vor wenn die Backsteine auch hier "bröselig" sind? Einfach ignorieren ist wohl das schlechteste. Austauschen der Backsteine? Lehmputz, oder wieder Rigips?

Ich habe zwar gehört das Lehm baubiologisch sehr gut ist, aber hilft das das auch in diesem Falle?

Ich möchte auf keinen Fall das das Tragwerk der Balken nur durch Verwendung von falschen Materialien geschädigt wird.

Kann mir jemand ein paar Tips geben, dmit ich nicht komplett ohne Ahnung dastehe.



Mal schauen,



Wie der Zustand der Fachwerkwände hinter den Gipskartonplatten ist, wird man erst sehen, wenn man mal drunter guckt. Ich würde vorschlagen auf jeden Fall einige Öffnungen anzulegen, um die Unterkonstruktion und die Schäden besser einschätzen zu können. Evtl. kann es Sinn machen die Verkleidung komplett abzunehmen, muß man aber erst sehen. Bei Verkleidungen mit Rigips von Fachwerkaußenwänden bin ich immer etwas skeptisch, Dampfbremse und Anschlüsse sind nur sehr schwer dafür realisierbar. Meines Erachtens besser ist evtl. eine innere Vorsatzschale aus Stampf-Leichtlehm bzw. evtl. Holzfaserdämmplatte in Lehmputz mit ggf. Wandheizung. Genaueres kann man aber erst nach bauphysikalischer Überprüfung und Kenntnis der momentanen Aufbauten sagen.
Bei den Fachwerkwänden würde ich nur die schadhaften Ziegel durch neue Vollziegel ersetzen, bzw. wenn ganze Fächer erneuert werden müssen mit Lehmsteinen ausmauern.
Der Dachaufbau ist mir noch nicht ganz klar. Bleibt die alte Aufdachdämmung und wird von unten seitlich verstärkt und zusätzlich gedämmt? Oder bleibt die Gipskartonverkleidung des Daches innen und wird von oben seitlich verstärkt und gedämmt? Oder wird das Dach komplett überarbeitet? Je nach Einbausituation machen verschiedene Dampfbremsen sinn.
Viel Erfolg beim Planen und Sanieren.





Die Aufsparrendämmung bleibt, da aber das Gewicht der Rigipsplatten die Sparren belasten, empfhielt der Zimmermann die vorhanden Sparren seitlich zu verstärken, oder gar auszutauschen.

Zwischen die Sparren soll dann eigentlich Mineralwolle eingebracht werden. MAcht das Sinn ?

Darüber dann Rigips oder Fermacell und natürlich auch Dampfsperre oder Bremse.

Welche wäre zu empfehlen ?





Hier noch ein Bild der Aufsparrendämmung im Schnitt.

Der Taupunkt soll wohl mitten im Schaum sein.



Statik



Auf den Fotos sieht man, dass der Dachstuhl als liegender Stuhl ausgebildet ist. Wie ich die Fachwerkhäuser in Ihrer Gegend kenne (Retzbach/Zellingen/Karlstadt) mit einem Mittelunterzug für die Kehlbalken, aber ohne weitere Abstützung.
Durch den Dachausbau (Dämmung, Gipskartonplatten, etc.) wird sich das Dachgewicht deutlich erhöhen. Wahrscheinlich müssen nicht nur die Sparren, sondern vor allem die Rähme (Längsbalken von Stuhlsäule zu Stuhlsäule unter Kehlbalkenanschluß) und die Stuhlsäulen überprüft und ggf. ertüchtigt werden. Außerdem sollte noch geprüft werden, ob die Lastweiterleitung in die darunterliegenden Bauteile gewährleistet ist und die Anschlüsse noch intakt und ausreichend dimensioniert sind.
Sprechen Sie Ihren Zimmerer darauf an, aus dem Bauch raus partiell verstärken reicht meist nicht aus und kann zu Verformungen und Schäden an angrenzenden Bauteilen führen. Das Gebäude sollte mal als Ganzes betrachtet werden.
Bei Bedarf kann ich Ihnen das Ingenieurbüro Nätscher in Laudenbach empfehlen, die kennen die Macken der Gebäude in Ihrer Gegend.
Schöne Grüsse in den Spessart.