Sparren trennen und seitlich verstärken




Guten Abend,

zwar wurde die Frage so ähnlich schon gestellt, aber mich würde interessieren, ob diese Lösung wie beschrieben machbar ist?
Lösungsvorschlag: Mindestens 80cm Überlappung zum kraftschlüssigen Anschluß mittels je drei Gewindestäbe M16 und Scheiben mit versetzter Bohrung.

Ein Fachbetrieb hat die Arbeiten auf dem Bild vorgenommen,
das gestrichelte REchteck stellt ein Dachfenster dar. Seit 3 Jahren ensteht eine Verwindung des getrennten Sparrens, da die 2 Gewinde je Seite wahrscheinlich zu wenig und die Überlappung von 40 cm zu gering ist. Nachbesserung, Versicherung oder gesetztliche Schritte sind ausgeschöpft und mit geringen Erfolgsaussichten.

Ich hoffe auf viele Antworten,
S. Heuer



Gefühlte Statik



geht dann öfter schon mal in erlebte Dynamik über . Der Wechsel erfüllt schon den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit. Wer hat denn diesen Quatsch beauftragt? Hätte nicht ein Dachflächenfenster im lichten Sparrenabstand gereicht? Andernfalls hätte man einen richtigen Querwechsel bis zum übernächsten Sparren einbauen müssen. Der sog. "Fachbetrieb" soll seinen Eintrag bei der Handwerkskammer zurücknehmen (sofern überhaupt angemeldet).

Die Überlappung sollte mindestens 1,00 m betragen, mit 3 Bolzen a´ mindestens M12 + Holzbau-Unterlegscheiben gesichert. Am besten legen Sie einen zweiten Sparren über die gesamte Länge von First bis Traufe bei oder lassen wirklich einen richtigen Wechsel einbauen.

12/10 ist als Sparren auch etwas schmalbrüstig bemessen. Auch wenn ich eine Mittelpfette annehme auf der Hälfte der Spannweite (= 3,00m) würde der Sparren mindesten 8/16 betragen müssen. Wie sieht´s mit der Dämmung aus (EnEV) und dem restlichen Dachaufbau. Hat den auch der "Fachbetrieb" vorgeschlagen?



Auftrag war ursprünglich ein Dachfenster einsetzen



Danke für Ihre konkreten Infos. Der Fachbetrieb ist eingetragen bei Handwerkskammer eine Dachdeckerei GmbH mit Meister. Beauftragt habe ich mit Sicherheit nicht, wie das ganze eingebaut werden soll, sondern nur das Dachfenster. Leider waren wohl die Sparrenbreiten unterschiedlich und es passte dort kein Fenster zwischen die Sparren. Da es einFachbetrieb gewesen ist habe ich die Arbeiten nicht Schritt für Schritt verfolgt, da ich in meinem Kerngeschäft arbeite. Da sich das Fenster nach unten senkt, habe ich die Konstruktion aufmachen lassen. Die Zeichnung habe ich in einem Grafikprogrammm zur Veranschaulichung des Problems gemacht. 12/10 cm ist der alte Baubestand von 1897. Die gestrichelte Linie sind die neuen Bauelemente.



Dachfensterwechsel



Besser ein Bild der Situation machen.
Wurde das Dach schon ausgebaut?

Gibt's eine Mittelpfette ? Bei 6 m Sparrenlänge und der angegebenen Dimension wäre das anzunehmen.

In dem Fall wäre es am Besten, von Fußpfette bis Mittelpfette einen neuen Sparren neben das Dachfenster zu legen- auch weil der alte Sparren womöglich durch div Bohrungen schon geschwächt ist.

16 er Bolzen wären bei der Sparrendimension überdimensioniert.
12 mm wären sicher ausreichend, wie schon bemerkt wurde.

Ich würde bei jeder Bolzenverbindung noch einen Einpreßdübel/ Geka (GH, Simpson Bulldog etc) aus Blech zwischen die Holzteile legen.

Gibt's bei Ihnen keinen Vermittlungsausschuß der Handwerkskammer, der bei solchen Auseinandersetzungen vermitteln sollte.

Denkmalschutz besteht nicht?

Rechtlich wäre die Frage, wielange der Schaden schon bekannt ist- ggf Baurechtler konsultieren.
Meiner Kenntnis nach Verjährung nach 3 Jahren-
allerdings erst bei Bekanntsein eines offensichtlichen Schadens, der für Laien nicht erkennbar sein muß.
Andreas Teich



DFF



Der dargestellte Einbau eines Dachflächenfensters (DFF) ist – mit Verlaub – Murks.
Unter- und oberhalb des Fensters gehört ein Wechsel hin.
Dabei ist die Statik des Daches zu berücksichtigen.
Der Fachbetrieb muss nachbessern; es sei denn die Gewährleistungsfrist ist abgelaufen oder andere Umstände sprechen dagegen.
Ich schlage ein Gespräch mit der Schichtungsstelle der HwK oder DD-Innung vor.
Im Endeffekt muss das Fenster wieder ausgebaut werden, die Dachkonstruktion regelkonform ertüchtigt und das Fenster wieder eingebaut werden.
Alternativ: mit dem Mangel leben.



Statik ? Hält schon !



wie immer ist erst die grundsätzliche Dachkonstruktiion überprüfen :
Handelt es sich zB um ein Widerlagerdach , ist kein Sparren "über" , idR sind die Konstruktionen hier ausgereizt ; einen
Wechsel zu setzen würde dann auch die Nachbarsparren überlasten können .
Eine Möglichkeit : Einen Sparren über die gesamte Länge anzuflanschen , wenn der - unverzichtbare - Statiker dies belegt !
dachliche Grüße



Dachstatik



Wenn es ein Sparrendach ist, ohne Mittelpfette, wäre eine gewisse Gefahr im Verzug. Sparrenpaare dürfen nicht willkürlich eingeschnitten werden. Mehr Details bitte, nicht rätseln lassen.

Bitte erst einmal und dringend klären, um welche Form des Dachstuhls es sich hier eigentlich handelt, bevor weitere und diesmal die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Ein Statiker oder ein vertrauenswürdiger Zimmerer soll sich die Situation mal anschauen, am besten direkt in Kombination mit einem Dachdecker. Da fallen wahrscheinlich etwas umfangreichere Arbeiten an.



@Dachstatik



Wie gesagt, kein Rätsel, das Fenster wurde 2008 eingesetzt.
Es handelt sich um ein Dach, wie in der Zeichnung angegeben, es ist auch keine Mittelpfette vorhanden. Das Haus ist ein Reihenhaus Baujahr 1897. Wie schon erwähnt geht es hier nicht mehr um die rechtliche Situation, sondern um ein "ist"-Zustand. Die Konstruktion hatte der alte Dachdecker aufgemacht, nachdem seine Versicherung den Fall abgelehnt hat wegen Fristablauf, gibt es nur noch den Weg Gutachter, Gericht und evt. mit Ausicht auf ein Vergleich.

@ Alle: Danke für die so schnellen und vielen Antworten.



Wechsel



Ob eine gerichtliche Auseinandersetzung hier sinnvoll ist ist fraglich. Ein zusätzlicher Sparren ist billiger und schneller eingebaut, abgesehen von dem prozessualen Kostenrisiko.