?Nachträgliches Dämmen vom Dachspitz in die Sparren?

30.10.2009



Ich bitte um einen Rat. (Ein Bild Dachdämmung habe ich eingestellt):
Und ich bin erfolglos suchend gespannt, ob so ein Fall schonmal aufgetaucht ist.
Als sinnlosen Dämmversuch hat der Vorbesitzer zwischen die Sparren quergeschlitztes Styropor gelegt, das den Sparrenzwischenraum nicht luftdicht ausfüllt. Daher keine Isolierung vorhanden. Keine Folien wurden verwendet. Die Wohnräume dort sind luftdicht und mangels Dichtigkeit des Styropors völlig hinterlüftet.
Vom Dachspitz aus und vom gegenüberliegenden unteren Ende des Daches aus könnte ich Isolierung in die völlig frei belüfteten "Tunnel" zwischen den Balken inschieben, die jedoch diesmal luftdichten Kontakt zu den Balken haben soll und mir nicht Schimmel ins Haus bringen soll. Darüber grübele ich seit Jahren nach einer Mthode, ohne möglichst Innenwände oder Dach abzureißen.



Deine Angaben



sind noch recht unklar und auch Dein Foto lässt sich nicht zweifelsfrei einordnen. Auch habe ich keine Frage gefunden, wozu du einen Ratschlg brauchts. Somit können Dir hier wenig Ratschläge gegeben werden, um deine Situation zu verbessern. Versuche mal herauszubekommen, ob es sich um Verpackungstyropur handelt - was ich annehme oder ob es nur Rest von üblichen Dämmplatten sind. Inwieweit würdest Du den von außen an alle gedämmten Balkenfelder kommen, um das Styropur vollständig zu entfernen ?
Welche Dämmstärken sind denn einzubauen (Sparrenhöhe) und was für eine Dachdeckung hast Du ? Zwei bis drei zusätzliche Fotos und eine Skizze wären hilfeich. Bis bald...





Zunächst: Ich bin sehr angetan über die interessierte, mitdenk-willige Antwort! Und auch mir passiert, was mich bei anderen Fragern nervt: Mängel bei der verbalen vollständigen Problemdarstellung.
1)Wozu ich den Ratschlag brauche - Ich will eine vorhandene Isolierung wirksam machen. und zwar ohne Abbau des Styropors. Wäre es richtig eingebaut, hätte es Wirkung. Und die will ich automatisch erzeugen, wenn es ab Styropor-Außenfläche wind-/oder luftdicht wird, z.B. durch Auflegen einer Zusatzisolierung.
2)Art des Styropors: Im Bild steht ein senkrechtes Bruchstück, zeigend den Querschnitt der verwendeten Dach-Dämm-Styropor-Platten, so wie sie rund um die Dachgeschoßzimmer wie eine Haube zwischen alle Balken verbaut sind (Dachspitz wurde nicht einbezogen). Die Platten sind über den Zimmern horizontal, zwischen immer zwei Deckenbalken, eingeklemmt/eingelegt (Abstand 1,09 m). Im Bild ist der Styroporrand, wo der Knick in die nur scheinbar dunkle Dachschräge führt. Dort sind die Schlitze im Styropor von links nach rechts verlegt. Die Schlitze waren damals Sollbruchstellen zum passenden Kürzen.
Ich komme an alle Balkenfelder (schönes neues Wort für einen Laien) heran - von oben, wie es die Kamera beim Knipsen tat, und auch von unten. Die gedämmten Dachschrägen sind ca. 3 m lang. Meine Arme sind zu kurz und ich zu dick, um zwischen die Sparren zu krabbeln, denn die Sparrenhöhe liegt bei 30 cm, davon etwa 12 cm durch Styropor verbraucht. Rausschmeißen will ich ihn eigentlich nicht. Ich kriege ihn nicht wieder dicht rein.
Es sind Frankfurter Pfannen über der eingerissenen Folie (Bild). Zwischen Folie und Styropor kann man von oben in den Garten spucken. Die Besonderheit der Dachschrägenfenster möchte ich hier nicht berücksichtigt wissen.
Hoffe, es geht nach dieser Konzentrationsübung für Dich jetzt auch ohne weitere Bilder.
Also: Vorschlag bitte zum Abdichten der Fugen, die zwischen den Stoßkanten des Styropors und der Sparren sind oder entstanden sind.(Was reinspritzen geht nicht - läuft durch oder nicht tief genug.)
Jetzt denke ich doch, tausend Worte sagen so viel wie ein Bild.



Hallo,



jetzt noch mal zu mitmeißeln.

Dein Dachaufbau von außen:

Dachsteine
Lattung
Unterspannbahn (ist die gerissene Folie)
Sparren (30 cm)
Paneele von innen an Sparren befestigt

Die Dämmung (12 cm Styropur) befindet sich zwischen den Sparren und ist von außen auf die Paneele gelegt?

Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Was dir fehlt, und was du nachrüsten willst ist eine Dampfbremsfolie. Das wird schwierig.





Ich wusste es! Also Kapitulation. Die Lage ist einzigartig.
Ich danke Dir für die Mitteilung, dass es keine standardisierte Lösung gibt. Dann übersehe ich wenigstens nichts, egal wie ich es mache.
Knorzer meldet sich grüßend ab..





Hallo Knorzer,

"Dann übersehe ich wenigstens nichts, egal wie ich es mache." ist aber nicht ganz richtig.

Nachträglich eine Folie einzubauen ist nicht ganz einfach, vor allem an den Anschlusspunkten Dach/Schräge/Wand kann einiges schief gehen, bei Fertighäusern ohnehin. Das mit dem Tunnel habe ich nicht ganz verstanden, vielleicht können Sie das noch einmal darlegen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Ja, erst mal Dank für die unerwartete Antwort.
Die Tunnelseitenwände bestehen aus den Dachsparrenseiten;
die Decke ist die eingerissene Unterspannfolie; der Fußboden ist Styropor, welches zwischen die Sparren gelegt/geklemmt worden war. Den Tunnel durchblicke ich vom Dachspitz aus und schaue schräg nach unten in den Garten durch. Der Fußpunkt der Schräge ist durch einen zweiten Mann durch Kriechen erreichbar.

Genau das IST ja die Schwierigkeit, Eine Dampfbremse auf den
eben gen. Styropor-"Fußboden" aufzubringen, um die Fugen zu schließen. Die Dampfsperre muss evtl. mit den Sparrenseiten verklebt werden. Nur ist die Tunnelhöhe mit ca.14 cm nicht hoch genug zum Reinkriechen, aber drei Meter lang.
Frage: Eine mit Dampfbremse versehene Mineralwolle (gibt`s das?) einklemmen und dann mittels Stielverlängerung Kleber, Bauschaum etc. in die Kanten spritzen? Wie gesagt, die tiefen Abbrechschlitze alle ca. 6 cm im Styropor verhindern eine dichte oberflächliche Fugenverklebung. man müsste in alle Schlitze (Breite 1 mm) reinspritzen, was nicht klappt. Also flächig was drauflegen/drüberdämmen.
Vorschläge sehr, sehr erwünscht!



Kaltdach



Hallo Knorzer,

Sie können vom Dachraum die Sparrenzwischenräume entlang bis in den Garten schauen. Das nenne ich mal ein Kaltdach :-))

Die PE-Folie auf dem Bild ist ziemlich sicher am Ende ihrer Zeit angekommen. Eine Dampfsperre/-bremse gehört immer an die Warmseite der Konstruktion, auf der Kaltseite kann/wird es zum Kondensatausfall kommen. Über der Styroporlage hat die nichts verloren.

Wie eine Dämmertüchtigung zu Stande kommen kann ist immer eine Einzefallbetrachtung und ist schwierig aus der Ferne zu bestimmen wenn die genauen Randbedingungen unbekannt sind.

Möglicherweise kommt eine Schüttung oder ein Ausblasen in Frage, aber wie gesagt unbesehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Ein Hallo! nach Wiesbaden.
Die Folie mache ich natürlich nicht raus (Dachabdecken).
Ein Ausfüllen mit Schüttware o.ä gemäß Ihrer Anregung hätte wohl ebenfalls nur wieder Sinn mit anschließender Folie drüber (was ja, wie Sie sagen, "verboten" ist, ansonsten zieht`s weiterhin in Richtung Styropor. Da drehe ich mich im Kreise. Es fehlt die innerste dichte Haut.
Aber Sie haben mich auf einen Gedanken gebracht: Ausblasen.
Sicher haben Sie was anderes gemeint, aber luftdichte Schläuche in die "Tunnel" und dann aufblasen. Das wäre mein
hiermit angemeldetes Patent - sofern es wirklich dichten würde - und dauerhaft.
Frage: Ist eine dicht an den Sparren angeklebte DampfBREMSE auf die Wolle außen wirklich so kondensatgefährlich oder in Anbetracht der vertrackten Lage einfach mal zu probieren. Ruiniert mich nicht und mach` ich selbst

Gruß
aus Rüdesheim