Frage zum Aufdoppeln der Dachsparren

20.06.2011 AltesDorf



Hallo zusammen,

ich saniere momentan ein Haus Baujahr 1938 :o)
Architekt und Statiker haben sich schon alles angesehen, Berechnungen liegen mir auch vor.

Es geht momentan um die Dämmung der Dachschräge. Die vorhandenen Sparren (100/80mm) sollen aufgedoppelt werden, was laut Statiker kein Problem ist. Es soll nur der Bereich zwischen Fuß- und Mittelpfette, Länge etwa 210cm, gedämmt werden.

So weit, so gut ;-)

Heute Nachmittag war nun ein Handwerker da und hat sich die Sache angeschaut. Ich hatte mir gedacht, dass man die Sparren seitlich anlaschen könnte, sodass diese, laut Statiker, zusätzlich stabilisiert werden. Details siehe Grafik.

Der Zimmerer meinte aber, dass es einfacher wäre, wenn man unter die vorhandenen Dachsparren einen "Balken" 120/80 anschraubt. Er meinte, dass sich dadurch das Dach auch nicht durchbiegen würde. Die Methode mit dem seitlichen anlaschen würde man nur bei alten Gebäuden nehmen wo man sich wundert, dass der Dachstuhl überhaupt noch steht.

Darum nun meine Frage:
Welche Art der Aufdoppelung sollte man nehmen? Beim seitlichen Anlaschen hätte man den Vorteil, dass der Dachsparren zusätzlich gedämmt wird - also eine Wärmebrücke weniger.
Der Zimmerer meinte, ich sollte mich entscheiden, welche Methode ich nehmen will.

Ich würde mich über Tipps und Ratschläge sehr freuen.

Viele Grüße aus dem schönen Siegerland
Markus





Wenn der Statiker sagt das die Sparren stabilisiert werden sollen geht das nur über seitliche verbolzte Bohlen.
Ein Kantholz darunter schrauben dürfte kaum stabilisieren.

Normalerweise legt der Statiker die Art der Ausführung fest, im Zweifelsfall noch mal nachfragen.


Grüße
Oliver Struve



Danke....



Danke für den Beitrag.
So habe ich mir das auch gedacht. Ich frage mich, wie ein Kantholz unterhalb des Sparrens stabilisieren soll, es ist doch vielmehr zusätzliches Gewicht.
Ich werde auf jeden Fall das seitliche Anlaschen in Auftrag geben, wie es der Statiker gesagt hat. Dann bin ich auf der sicheren Seite. Zusätzlich sollte wohl auch die seitliche Verstärkung auf Fuß-und Mittelpfette auf- bzw. anliegen.

Aber zum Thema Statiker sind wohl einige Handwerker unterschiedlicher Meinung. Das beste Zitat: "Die Statiker haben Sie doch eh nicht mehr alle!"

Der Heizungsbauer meinte, dass eine konventionelle Fußbodenheizung auf der Betondecke (12cm Schüttbeton zwischen Stahlträgern) definitiv möglich wäre, obwohl der Statiker NEIN sagt.... (max 130kg/m²)
Der Fensterbauer meint, dass ein Kompriband außen genügt und man innen kein Dichtband braucht.... usw.

Wenns noch Anregungen gibt, dann immer her damit :o)

Vielen Dank :o)



Is diese Konstruktion ...



zu Ende gedacht ? Eine Hinterlüftung, die bei der Mittelpfette endet ? Wohin geht denn die Luft dann ? In den Dachraum? Warum wird nur bis zur Mittelpfette gedämmt ? Wenn die Sparren unterdimensioniert sind und verstärkt werden müssen, ist das Anlaschen begründet. Die Überlegung mit dem zusätzlich gedämmten Sparrenbereich ist richtig und vorteilhaft. Wenn´s nur um die Erhöhung des Sparrenquerschnittes geht, um die erforderliche Dämmhöhe einbauen zu können, reicht auch eine Lasche/Sparren. Die Bohle 30x210 ist aber kein gängiges Maß, sondern Zuschnitt = teurer. Ich würde auch statt der Bohle eine Holzwerkstoffplatte nehmen (OSB), da die Bohle schwindet/sich verformt/reisst und u. U. die Nägel/Schrauben herauszieht oder abreißt. Der kraftschlüssige Verbund ist dann auch nicht mehr gegeben. Insofern wäre das Unterschrauben eines Kantholzes 80x120 (Lagerware) wiederum einfacher. Über all dies sollte sich der Statiker aber eindeutig geäussert haben. Bzw.: wozu gibt´s denn auch den Architekten. Solche grundsätzlichen Rückfragen sollten dann nicht mehr nötig sein.



Na,na



Hallo Markus

Willst Du die Sparren nur in dem Bereich Aufdoppeln in dem gedämmt werden soll, oder über die gesamte Länge?
Da ist das Kantholz unter dem Sparren keine schlechte Idee.
Der in der Dämmebene liegende Holzanteil wäre dann ein Drittel geringer als beim beidseitigen anlaschen.
Durch seitliches anlaschen verdoppelst Du ausserdem die Anzahl der Dämmfugen. Zwischen Sparren und Bohle, und zwischen Bohle und Dämmung.
Werden die Sparren jedoch auf der gesamten Länge aufgedoppelt ist seitliches anlaschen die bessere Wahl,obwohl Du mehr Aufwand bei der Dämmung hast.
Der grosse Vorteil im seitlichen anlaschen ist, vorausgesetzt die aussenseite des Daches wird neu gemacht,
dass Du eventuelle unebenheiten in der Dachfläche ausgleichen kannst (innen wie aussen).

Glückwünsche zur Dachdämmung ! Genau das Richtige
(P.S. Jeder kriegt die Handwerker die er verdient...)





Danke für die Antwort!

Ich werde den Statiker auf jeden Fall noch einmal kontaktieren. Die Konstruktion war auch so angedacht. Es war nur immer die Rede von etwa 3-4cm Dicke, deswegen habe ich dies so in die Zeichnung gepackt.

Der Handwerker, den mir der Architekt empfohlen hat, hat mich lediglich mit seiner Aussage verunsichert. Es gibt sicher viele Wege die zum Ziel führen, die Frage ist nur: welcher ist der Beste?

Der Architekt meinte auch, dass die Bohlen seitlich angebracht werden sollen und am besten noch auf Fuß- und Mittelpfette aufliegen, dann sollte es keine Probleme geben.

Einen Vorteil sehe ich noch in der seitlichen Anlaschung: diese kann direkt fluchtrecht angebracht werden, sodass die Unterkonstruktion und abschließende Beplankung mit GKP wirklich "gerade" ist.

Die Luft wird dann in den belüfteten Dachraum zwischen Mittel- und Firstpfette geleitet. Der Dachraum soll im unbeheizten Bereich liegen, da er lediglich als Lagerraum genutzt wird.
Die oberste Geschossdecke wird zusätzlich mit 16cm Hanfdämmung gedämmt.

Der Architekt hat die Konstruktion "abgesegnet". Ich werde es dann auch dementsprechend durchführen (lassen).

Vielen Dank für die konstruktiven Anregungen. Als Laie lässt man sich durchaus mehr verunsichern, weil man nicht 100%ig in der Thematik steckt.

Es ist aber sicherlich immer gut, noch eine dritte Meinung zu hören.

Gruß
Markus

EDIT:
Hallo Albrecht, habe deine Antwort erst jetzt gelesen.
Die Sparren werden lediglich auf 2,1m Länge aufgedoppelt, die Eindeckung (Naturschiefer) soll erhalten bleiben und sieht auch noch ganz gut aus.
Ich weiß, dass die seitliche Anlaschung die teurere Variante ist, zu der ich aber klar tendiere. Mir würde der zusätliche Dämmaufwand auch nichts ausmachen. Hauptsache es ist nachher schön warm und die Konstruktion wird nicht geschwächt.
Es soll ja schließlich 30 Jahre (oder länger??) halten. Da bin ich gern bereit, auch ein paar Euros mehr auszugeben :o)





Was ist da für eine Dacheindeckung drauf?



Grüße
Oliver Struve





Oberhalb der Dachschalung ist eine Bahn Dachpappe, darüber Naturschiefer.





Aha, daher die Hinterlüftung.
Ich würde da aber eher eine Zellulosedämmung nehmen, so entstehen überhaupt keine Dämmfugen.
Die äußere Begrenzung zur Hinterlüftungsebene kann in diesem Fall mit einer 20 mm HWF- Platte erstellt werden.



Grüße
Oliver Struve



Anbei eine Grafik



von meinen Dach das ich so vor 11 Jahren ausgeführt haben und heute genau so wieder machen würde.

Wie schon gesagt wurde würde ich die Hinterlüftung an eine anderer Stelle bringen.

Grüße





Hallo,

einseitiges Anlaschen genügt: aber bitte schießen und die Abstände rechnen lassen. Eine Auflage auf Fuß- und Mittelpfette ist dabei überflüssig, weil statisch nur eine Verbesserung des Trägheitsmomentes (Durchbiegung)erfolgen soll, das Auflager aber schon gesichert ist.
Der untermontierte Balken hätte nahezu keine Verbesserung des Trägheitsmomentes zur Folge, Sie können den gleich quer legen.

Deswegen halte ich den Aufbau von gerd Meurer für richtig, kostengünstig und praktikabel.

Grüße vom Niederrhein